AUS DEN UNTERNEHMEN
PREVANTI „Arbeit und Gesundheit lassen sich nicht trennen“ Krebsprävention und -früherkennung spielen im Arbeitsalltag oft eine untergeordnete Rolle. Gabi Schulze-König unterstützt Unternehmen, diese Themen stärker zu verankern.
R und 500.000 Men- schen erkranken in Deutschland jährlich neu an Krebs. Experten des Deutschen Krebs- forschungszentrums (DKFZ) gehen davon aus, dass sich etwa die Hälfte dieser Fälle
referentin am DKFZ in Heidelberg verlagerte sich ihr Schwerpunkt.
Krebsprävention und Früher- kennung meist kein Bestandteil davon.“ Wichtig sei vor allem, das Thema anzugehen und niedrigschwellige Angebote zu schaffen. Schulze-König ihre Idee zur Selbstständigkeit. Mit Unterstützung des „EXIST Wo- men“-Stipendiums bereitete sie die Gründung vor, baute Netz- werk und Konzept aus. Anfang 2025 gründete Schulze-König Prevanti und verließ dafür nach 13 Jahren das DKFZ. Heute arbeitet die Einzelunter- nehmerin mit Kunden in ganz Deutschland. Ihr Ansatz sei strukturiert, aber offen für unter- schiedliche Ausgangslagen: Am Anfang steht ein Workshop mit relevanten Akteuren im Unternehmen. „Auf dieser Basis entwickle und verkaufe ich ein individuelles Konzept. Gegen ein Beratungshonorar begleite ich die anschließende Umset- zung, organisiere Referenten und unterstütze bei der Kommu- nikation“, erklärt Schulze-König. Nicht jedes Projekt sei um- fassend angelegt. Manche Unternehmen beginnen mit einzelnen Vorträgen oder Ak- tionstagen. „Auch das kann ein Einstieg sein“, sagt die Grün- derin. Wichtig sei vor allem, das Thema anzugehen und niedrigschwellige Zugänge zu schaffen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Ze
Das Zentrum hatte laut Schulze-König zu dieser Zeit kein betriebliches Gesundheitsma- nagement (BGM).
„Gerade in einer Ein- richtung, die sich der Krebsforschung widmet, sollte auch die Gesundheits- förderung der Mitarbeiter eine Rolle spielen“, sagt sie. So be- gann Gabi Schulze-König, sich einzuarbeiten, qualifizierte sich als Gesundheitsmanagerin und baute beim DKFZ schrittwei- se ein BGM auf. „Über Jahre entstanden etwa Kampagnen zu unter anderem Haut- oder Darmkrebs oder zu Risikofak- toren wie dem Rauchen“, so die Gründerin. Mit Erfolg: Das Gesundheitsmanagement für das DKFZ, das Schulze- König aufgebaut hat, wurde 2024 von EUPD Research mit dem „Corporate Health Award“ und dem Sonderpreis „Cancer Prevention“ der EUPD-Rese- arch ausgezeichnet. Parallel setzte die Gesundheits- managerin Projekte mit Firmen um. „Dabei zeigte sich ein Mus- ter: Interesse war vorhanden, konkrete Angebote dagegen selten.“ Das Engagement von Unternehmen für die Gesund- heit ihrer Mitarbeiter variiere sehr stark. „Aber selbst wenn ein strategisches Gesundheits- management existiert, sind
durch Eindämmung von beeinflussbaren Risiko- faktoren verhindern ließe. Trotzdem spielen Krebsprä- vention und Früherkennung laut Gabi Schulze-König im Alltag vieler Unternehmen kaum eine Rolle. „Diese Lücke hat mich beschäftigt“, sagt die gebürtige Schweizerin. „Wir wissen so viel über Risikofak- toren für Krebs und trotzdem kommt das Thema im betrieb- lichen Kontext kaum auf.“ Für Unternehmen ist das Thema in mehrfacher Hinsicht relevant – von Fehlzeiten und Arbeitgeberattraktivität bis zum Umgang mit erkrankten Mitarbeitern und einer offenen Gesundheitskultur. „Arbeit und Gesundheit lassen sich nicht trennen“, so Schulze-König. Mit ihrer 2025 gegründeten Firma Prevanti entwickelt sie deshalb Konzepte für Unternehmen, mit denen Krebsprävention, Früher- kennung und das Arbeiten mit Krebs Teil des Alltags werden. Nach ihrem Jurastudium ar- beitete Schulze-König zunächst im juristischen Bereich. Erst mit dem Start als Vorstand-
Prevanti-Gründerin Gabi Schulze- König ist zertifizier - te Fachberaterin für Betriebliches Gesundheitsma - nagement.
230.400 MENSCHEN sind in Deutsch- land 2024 an Krebs gestorben. QUELLE: STATISTA
prevanti.de
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IHK Magazin Rhein-Neckar 05 | 2026
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