«Unser Ziel war es, das Gerät ergonomischer zu machen und die Bedienung weiter zu vereinfachen – ohne Abstriche bei Leistung und Robustheit», sagt Andreas Keller, Entwicklungs- leiter bei Signode Switzerland. Er leitete als Projektleiter die Entwicklung des BXT4. Ein neues Konzept Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das mechanische Konzept. Bei früheren Gerätegenerationen bildeten der An- trieb und das Getriebe zusammen mit dem auf das Umrei- fungsband wirkenden Spannrad eine fixe Einheit. Beim BXT4 entschied sich Signode für einen neuen Ansatz: Für das Ein- legen des Bandes bewegt sich ein Teil des Getriebes und das Spannrad. Dadurch vergrössert sich die Öffnung, das Band lässt sich einfacher einlegen und gleichzeitig verändern sich die Belastungen innerhalb der Mechanik. Die Auswirkungen gehen jedoch über die Ergonomie hinaus. Durch das neue Konzept verändern sich die Kräfte innerhalb der Mechanik. Dadurch konnten einzelne Bauteile leichter ausgeführt und neue Materialien eingesetzt werden. Gleich- zeitig gelang es, das Mehrgewicht der neuen, leistungsfähige- ren Akku-Generation an anderer Stelle wieder einzusparen. Das Ergebnis ist ein Gerät, das trotz höherer Leistung an- genehm in der Hand liegt und den Anwender im täglichen Einsatz spürbar entlastet. Wo Motion Control ins Spiel kommt Mit dem neuen mechanischen Konzept änderten sich gleich- zeitig die Anforderungen an Antrieb und Steuerung. Für maxon begann damit eine neue Entwicklungsphase des Projekts. Im Innern des BXT4 übernimmt ein einzelner Antrieb meh- rere Aufgaben. Er positioniert kinematische Elemente präzise, erbringt hohes Drehmoment zum Spannen und liefert kons- tante Drehzahl zum Verschweissen der Bänder. Für Kim Zim- mermann, Key Account Manager bei maxon, macht genau das den besonderen Reiz aus. «Für uns ist das BXT4 ein spannendes Projekt, weil wir den kompletten Antriebsstrang beisteuern können – vom Mo- tor über die Steuerung bis zur Applikationssteuerung. Dadurch lassen sich die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abstimmen.» Während Signode das mechanische Gesamtkonzept und die Integration verantwortet, bringt maxon das komplette Motion- und Applikations-Know-how mit perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten ein. Zusätzliche Möglichkeiten dank neuer Plattform Ein Beispiel dafür ist die Steuerung. Während der Entwick- lung entschied sich Signode, früh auf die neue ESCON2-Platt- form von maxon zu setzen – noch bevor diese offiziell ver- fügbar war. «Der Einsatz der neuen Plattform war durchaus mit einem gewissen Risiko verbunden. Wir haben uns trotzdem dafür entschieden – auch weil wir aus Erfahrung wussten, wie ef- fektiv wir mit maxon zusammenarbeiten können.» Die neue Motion-Control-Plattform eröffnete zusätzliche Möglichkeiten bei der Auslegung des Gesamtsystems. Unter anderem ermöglicht die Umstellung auf ESCON2 eine präzise feldorientierte Regelung allein auf Basis der Motor-Hallsen- soren. Das Gerät kann dadurch auf einen separaten Encoder
verzichten, ohne Einbussen bei Dynamik, Drehmomentrege- lung oder Prozessstabilität. Gleichzeitig vereinfacht sich der Aufbau, da auch die Displayansteuerung in die Steuerungs- elektronik integriert ist. Dadurch entfallen weitere Kompo- nenten, was Bauraum und Komplexität reduziert und das Ge- rät trotz erweiterten Funktionsumfangs kompakt, robust und kostenoptimiert hält. Solche Entscheidungen entstehen nicht isoliert. Sie sind das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen den Ent- wicklungsteams beider Unternehmen. «Die Zusammenarbeit funktioniert sehr unkompliziert», sagt Andreas Keller. «Wir sind geografisch nahe, sprechen dieselbe Sprache und können technische Fragen direkt mit- einander besprechen. Das macht vieles einfacher.» Für maxon ist das Projekt auch deshalb interessant, weil mehrere Kompetenzen zusammenkommen. Neben dem Mo- tor stammt auch die Motion-Control-Plattform aus dem Unter- nehmen. Spezialisten aus verschiedenen Bereichen begleite- ten die Entwicklung über viele Jahre. Heute koordiniert Kim Zimmermann die Zusammenarbeit zwischen Signode und den beteiligten maxon-Standorten und Kompetenzzentren. Die nächste Evolutionsstufe Die Partnerschaft zwischen Signode und maxon reicht über mehrere Gerätegenerationen zurück. Bereits früh kamen ma- xon-Motoren in den Handumreifungsgeräten zum Einsatz. Ein wichtiger Entwicklungsschritt war später die Umstellung auf bürstenlose Antriebe. Mit dem BXT4 folgt nun die nächste Evolutionsstufe – geprägt vom engen Zusammenspiel von Mechanik und Motion Control. Für den Anwender bleibt all diese Technik weitgehend un- sichtbar. Er legt das Band ein, betätigt den Auslöser und das Gerät erledigt den Rest zuverlässig und präzise.
Gemeinsam entwickelt
Signode — Mechanisches Gesamtkonzept — Ergonomie und Bedienkonzept — Werkzeug- und Produktentwicklung — Integration aller Komponenten
maxon — EC-i Motor — ESCON2 Servoregler — Firmware und Antriebsregelung — Motion-Control-Know-how — Packaging Technology Studio als Servicetool Das Ergebnis: Ein Gesamtsystem, bei dem Mechanik, Antrieb, Elektronik und Applikation von Beginn an aufeinander abgestimmt wurden.
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Motion Control
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