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BRUCKMANN · Seite 72 · Reise Herbst 2026

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Ein verstecktes Juwel an der Westküste Mallorcas

ESPORLES Die ganze Serra de Tramuntana ist entdeckt und touristisch in Beschlag genommen. Die ganze? Ein kleines Dorf im Westen des Gebirges widersetzt sich. Hier findet man etwas, das inselweit selten geworden ist: Ruhe und normalen Alltag.

Kein anderes Dorf der Tramuntana wird so konsequent links liegen gelassen wie Esporles. Esporles ist in die Talsenke gebaut, links und rechts eines kleinen Flusslaufs – im Gegensatz zu Valldemossa oder Deía ver­ steckt es sich vor den romantisierenden Blicken, es zeigt seine alten Häuserzeilen nicht. Der älteste Ortsteil »Vila Vella« liegt jenseits der platanenbestandenen Durch­ fahrtsstraße. Einzig die Bars und Cafés am schattigen Passeig del Rei werden gern als Pausenstopp genutzt – insbesondere im Frühling von den Radfahrern. Aber selbst die wollen so schnell wie möglich weiter. Obwohl Esporles eigentlich ein perfekter Ausgangspunkt ist: Mit dem Bus ist man in zwanzig Minuten in Palma, 15 sind es bis Banyalbufar und bis zum Meer. Dorthin könnte man freilich auch wandern, und zwar auf dem alten, gepflasterten Postweg, dem Camí del Correo, der Teil des Weitwander­ wegs GR221 ist. Dessen nächste Etappe führt von Esporles direkt nach Valldemossa. Und auch in die andere, wenig begangene Seite des Gebirges führen markierte Wege: zum Kloster Maristella oder auf den Fita del Ram (833 Meter). Unterwegs stößt man auf verfal­ lene Köhlerhütten, Zisternenanlagen und Schneehäuser. Der Schnee wurde einst ge­ sammelt, in große, mit Steinen ausgekleidete Bassins geschüttet, zu Eis verdichtet, abge­ deckt und später blockweise ins Tal oder auf Eselsrücken bis nach Palma geschafft, um dort in den Kühlschränken und auf den Fischmärkten Dienst zu tun. Deshalb steht die Serra de Tramuntana als Kulturland­ schaft auf der Liste des UNESCO Welterbes. Esporles hat sich mallorquinische Gelas­ senheit bewahrt, hier zelebriert man den Rhythmus des Alltags und trifft sich sams­

Wir werben in:

tags auf dem Markt – fast gänzlich unbehel­ ligt von den »Guiris« (so nennen die Mallor­ quiner die Touristen von der weniger angenehmen Sorte).

EiNFACH BESONDERS Das Mesón La Villa ist für langsam gegartes Spanferkel berühmt: im eigens importierten kastillanischen Rundofen (siehe Bild oben).

Lage: nordöstlich von Palma, auf halbem Weg zur Steilküste und mitten in der Tra­ muntana; bekannt für: äh, gar nix, das ist ja der Punkt; Aktivitäten: wandern, Rad fahren, zur Ruhe kommen; beliebte Orte in der Nähe: Banyalbufar, Valldemossa, Camí des Correu (Teil des GR 221); Anreise: ab der Intermodal in Palma mit der Buslinie 202 in 28 Minuten

Esporles

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Die Idylle beginnt, wo der Asphalt endet

Ja, okay: Ab Mitte Juli bis Anfang September ist Wandern auf Mallorca einfach zu heiß. Aber sonst: paradiesisch. Selbst das mallorquinische Hochgebirge, die Tramuntana, ist mit markierten Wegen erschlossen und etappenweise auch für Anfänger zugänglich. Und zu den besten Buchten kommt man eh nur zu Fuß.

Torrent de Pareis

Ausgangspunkt: Escorca

Endpunkt: Sa Calobra Spektakuläre Schluchtwanderung entlang haushoher Felswände, inklusive kleinerer Kletterpartien; anspruchsvoll, wetterabhängig und nur für erfahrene Wanderer Länge: 5 km Zeitbedarf: bis zu 5 Std. (wegen Kletterpartien) Einkehrmöglichkeit: Restaurant in Sa Calobra am Strand Ausgangspunkt: Lluc Kloster Endpunkt: Gipfel des Puig de Massanella Zweithöchster Berg Mallorcas mit grandioser Aussicht; anspruchsvoller Aufstieg Länge: 12 km Zeitbedarf: 5–6 Std. Einkehrmöglichkeit: Lluc Kloster Puig de Massanella

Vom Cúber-Stausee zum Refugi de Tossals Verds Ausgangspunkt: Cúber-Stausee Endpunkt: Refugi de Tossals Verds

Beschauliche Bergwanderung durch Wälder, Olivenhaine, Felsformationen und Bewässe­ rungsanlagen; auch hin und zurück an einem Tag gut möglich Länge: 8 km Zeitbedarf: 3–4 Std. Einkehr und Übernachtungsmöglichkeit: Refugi de Tossals Verds (Reservierung erforderlich)

Einfach wandern!

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Verena Schmidt wandert seit ihrer Kindheit, zuerst in ihrer Heimatregion, der Sächsischen Schweiz, später weltweit. Als Studien- und Wanderreiseleiterin führte sie 10 Jahre lang Reisegruppen durch verschiedene Kontinente der Erde. Seit sie die Kanadischen Rockies mit ihrer damals 13-Jährigen Tochter intensiv für einen Wanderführer erkundete, schreibt sie als Reisejournalistin Wander- und Reiseführer.

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