KWM KARL WEISSHAAR Die Blechbearbeiter Mit Großaufträgen und vielen kleineren Kunden auch aus der Region bleiben die Mosbacher auf der Erfolgsspur.
Z wei Autokräne waren nötig, um die 55 Tonnen schwere neue Anlage auf das vorbe- reitete Fundament in der KWM- Fertigungshalle zu hieven. Das Abkantzentrum wurde ange- schafft, um bis zu sechs Meter lange Stahlbleche zu biegen. Eine Schweißanlage für sehr große Bauteile folgt demnächst. Über fünf Millionen Euro inves- tiert die KWM Karl Weisshaar Ing. GmbH Blechbearbeitung, um einen Großauftrag für die Hamburger Hochbahn überneh- men zu können: Der Mosbacher Blechspezialist baut die Seiten- elemente der Wagenkästen von zunächst 48 DT6-Zügen: Ein Auftrag, der die Mosbacher bis ins Jahr 2048 begleiten könnte. „Das ist für uns eine unfassbare Dimension“, betont Geschäfts- führer Jörg Weisshaar. „Aber Flexibilität und Mut sind mit das wichtigste Kapital unse-
sein Sohn Jörg Weisshaar mit den beiden neuen Geschäfts- führern Simon Baumgart und Florian Weidner die Themen Technik und Entwicklung sowie IT und Digitalisierung an den Tisch der Geschäftsführung geholt. „Damit ist die Ära der Weisshaars nicht zu Ende, aber wir verstärken uns mit Blick auf zunehmende Erwartungen der Kunden“, so Jörg Weisshaar. Mit Simon Baumgart gibt es einen eigenen Ansprechpartner für komplexe technische Lösungen; Florian Weidners Aufgabe ist es unter anderem, die gesamte „Prozesskette Blech“ neu und vor allem digital zu durchden- ken. „Im Vordergrund steht nun der Arbeitsvorrat. Der ist abzu- arbeiten, wobei der Name des Auftraggebers nicht im Vorder- grund steht“, erklärt Weidner. Jeden Tag werden parallel bis zu 500 Aufträge angefasst. Da kam es früher schon einmal zum Wettstreit der einzelnen Projekte um vorhandenes Material. Um- fangreiche Lagerhaltung ist auf- grund der Vielfalt der Aufträge allerdings fast nicht machbar. Ganz aus der Welt ist der Ge- danke aber nicht: „Um möglichst schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können, müssen wir künftig vielleicht doch in die Logistik investieren“, überlegt Jörg Weisshaar. Erweiterungs- flächen seien vorhanden. 5.000 Tonnen Blech aus euro- päischer Herstellung, vor al- lem Stahl und Edelstahl, aber auch Aluminium werden bei Weisshaar jährlich verarbeitet, das entspricht etwa 200
res Unternehmens. Denn gut gebogene Bleche können viele Firmen liefern. Wir wollen mit Investitionsbereitschaft und Agilität, also mit Anpassungs- fähigkeit, Schnelligkeit und Liefertreue, überzeugen.“ Im Wettbewerb herausstechen will man auch durch Service: So erhält beispielsweise ein Schienenfahrzeughersteller nicht einfach nur die nötigen Bleche und Werkteile als Lkw- Ladung, sondern sie werden in einem sorgfältig gepackten „Kit“ für den jeweiligen Monta- geschritt geliefert. Damit muss der Kunde die Teile nicht erst sortieren, sondern kann direkt mit dem Verbau beginnen. Mit exakt dieser Orientierung für das Wesentliche, die Zukunft immer im Blick, haben der Fir- mengründer Karl Weisshaar und
Blick in die Produk- tion bei KWM: 470 Menschen arbeiten für das Mosbacher Unter- nehmen.
Das KWM-Führungsteam aus Firmengründer Karl Weisshaar (zweiter von rechts) und Sohn Jörg Weisshaar (rechts) wurde verstärkt um Simon Baumgart (links) und Florian Weidner.
ZAHLEN UND FAKTEN
1979 gegründet 53 Millionen Euro Umsatz 5.000 Tonnen Blech werden jähr- lich verarbeitet
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IHK Magazin Rhein-Neckar 06 | 2026
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