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HD VISION SYSTEMS Wenn Roboter sehen lernen Dr. Christoph Garbe und sein Team sind auf industrielle Bildverarbeitungssysteme spezialisiert, mit denen Unternehmen Prozesse automatisieren können.
E in Roboterarm fährt le. Aluminiumverpackungen reflektieren das Licht, die Teile liegen unsortiert übereinander. Für das menschliche Auge ist erkennbar: Da ist etwas. Für eine Maschine ist die Aufga- be deutlich komplizierter. Sie muss wissen, wo genau ein Bauteil liegt, wie es gegrif- fen werden kann und ob der langsam über eine Kiste voller glänzender Bautei- Roboterarm dabei nicht mit der Kiste oder sich selbst kollidiert. Ein Fall für HD Vision Systems. Die Heidelberger entwi- ckeln industrielle Bildver- arbeitungssysteme auf Basis
von Lichtfeld-Technologie, künstlicher Intelligenz und Deep Learning. „Wir sind die Augen und das Gehirn für den Roboter“, sagt der geschäfts- führende Gesellschafter Dr. Christoph Garbe. Die da- mit ausgestatteten Sensoren können nicht nur Bilder erfas- sen, sondern aus den Daten auch präzise 3D-Informatio- nen rekonstruieren; gerade bei glänzenden, metallischen oder schwierig zu erkennen- den Oberflächen ist das ein großer Vorteil. „Die Systeme kommen überall dort zum Einsatz, wo produzie- rende Unternehmen Prozesse automatisieren oder Qualitäts- kontrollen verbessern wollen. Besonders stark vertreten sind wir bislang in der Auto- mobilzulieferindustrie“, erklärt Garbe. Über Partner seien die Lösungen unter anderem bei Betrieben im Umfeld von Audi, BMW oder Continental im Ein- satz. Aber auch Verpackungs- und Lebensmittelindustrie sowie Logistik zählen zu den Anwendungsfeldern. Ein Beispiel ist eine Anlage bei Continental: Dort blickt ein Mehrkamerasystem in eine Kiste mit unterschied- lich verpackten Bauteilen. Der Roboter muss diese zuverlässig erkennen, greifen und weiter- verarbeiten. „Die Anlage läuft seit fünf Jahren rund um die Uhr fehlerfrei“, sagt Garbe. Technisch setzt HD Vision Systems auf sogenannte Licht- feldsysteme. Diese erfassen
Richtung und Intensität von Lichtinformationen. Daraus lassen sich dichte 3D-Daten erzeugen – genauer als bei klassischen Verfahren mit nur zwei Kamerabildern. Das Herz- stück ist jedoch nicht allein die Hardware. „Wir sehen uns als Plattformanbieter“, be- tont Garbe. Die Software soll komplexe Bildverarbeitung und KI für Anwender nutzbar machen, die selbst keine Ex- perten auf diesem Gebiet sind, etwa SPS-Programmierer oder Inbetriebnehmer von Automa- tisierungsanlagen. Sensor und Software seien in kurzer Zeit einsatzbereit, die Bedienung intuitiv. Gegründet wurde HD Vision Systems 2016 von Garbe und Benedikt Karolus, der dem Unternehmen weiterhin als Chief Commercial Officer angehört. Heute beschäftigen die Heidelberger 14 Mitarbei- ter. Aufträge und Anfragen kommen inzwischen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Mexiko und der Schweiz. Der Region bleibt HD Vision Systems trotz aller Internationalität eng ver- bunden. Garbe verweist auf Kooperationen mit der Uni- versität Heidelberg und der Hochschule Mannheim. Die Rhein-Neckar-Region sieht Garbe als idealen Standort. Und auch der Name Heidel- berg helfe: „Die Stadt ist international ein Begriff. Das ist ein Pluspunkt.“ JR
Wir sind die Augen und das Gehirn für den Roboter.
Dr. Christoph Garbe
Dr. Christoph Garbe ist Mitglied der IHK-Voll- versammlung sowie des IHK-Ausschusses für In- dustrie und Innovation.
hdvisionsystems.com
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IHK Magazin Rhein-Neckar 06 | 2026
ihk.de/rhein-neckar
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