LINDMANNS LEBENDIGE ONLINE-VERANSTALTUNGEN „Break-outs, Austausch und keine Monologe“
Videokonferenzmüdigkeit breitet sich aus. Mit ihrer Agentur für digitales Miteinander halten die Heidelberger dagegen.
A nnette Lindstädt stand praktisch schon in den Startlöchern: Wie die anderen Frauen in Kommu- nikationsberufen, die sich im Netzwerk Texttreff engagie- ren, fieberte sie im Mai 2020 auf die alljährliche Tagung mit Workshop und einem regen Austausch untereinander hin. Doch es kam alles anders. „Wir mussten wegen Corona das Präsenz-Event absagen, und auf eine Online-Version hatte im Netzwerk kaum je- mand Lust“, blickt die Spezia- listin für Unternehmenskom- munikation und E-Learning zurück. Doch Lindstädt packte der Ehrgeiz. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen aus dem Orgateam des Netzwerks stellte sie eine Online-Veran- staltung auf die Beine, bei der es gelang, viele der liebgewon- nenen Rituale ins Virtuelle zu übertragen, aber auch die Vorteile des Online-Formats zu nutzen. Nach dieser erfolgreichen virtuellen Tagung ergriffen Annette Lindstädt und ihre Kollegin Tanja Schürmann die Gelegenheit beim Schopf und riefen am 1. Juni 2020 ge- meinsam „Lindmanns Leben- dige Online-Veranstaltungen“ ins Leben. Aus der Projekt- Idee, Betriebe, Behörden und Verbände bei der Konzep- tion von Events im virtuellen Raum zu beraten, wurde sehr schnell ihre Agentur für On-
unterstützen ebenfalls Ver- bände bei digitalen Mit- gliederversammlungen und Unternehmen bei Fachtagen; mit Schulungen werde dem Wunsch der Kunden Rech- nung getragen, sich selbst in Sachen Online-Angeboten fitter zu machen. „Aktuell haben wir ein Trainingsprogramm entwi- ckelt, in dem es darum geht, Videokonferenzmüdigkeit zu reduzieren, denn das wird in vielen Organisationen zu- nehmend wichtiger“, berich- tet Lindstädt. Das Vermei- den langer Monologe, die Möglichkeit für Austausch und aktive Teilnahme, Ab- wechslung durch Befragun- gen und einem Wechsel der Medien: Das sind nur einige der Tipps der Agentur, die diese als Remote-Team auch selbst nutzt. Man müsse jedoch auch darauf achten, nicht zu viele Tools einzusetzen, um die Teilneh- mer nicht zu überfordern. „Außerdem setzen wir auf eine informelle Einlassphase vor dem Beginn der eigent- lichen Konferenz“, empfiehlt die Expertin. „Hier kann man ein bisschen plaudern, Technik-Fragen beantworten und so die Atmosphäre der späteren Veranstaltung ent- scheidend prägen.“ uc
line-Meetings und -Workshops sowie hybride Veranstal- tungen. Die ersten Aufträge kamen über Weiterempfehlun- gen aus dem Bekannten- und Kolleginnenkreis. „‘Frag doch mal die Lindmanns‘ wurde zum geflügelten Wort. Schon 2021 wurden 60 Events, von der virtuellen Teamweih- nachtsfeier bis zum mehr- tägigen Online-Kongress, bei uns gebucht“, erinnert sich die Heidelbergerin. Mittlerweile ist Annette Lindstädt als alleinige Agen- tur-Inhaberin tätig und be- schäftigt fünf festangestellte Mitarbeiterinnen sowie drei Minijobber. Das Geschäfts- modell habe sich deutlich gewandelt. „In der Pandemie haben wir einfach alles on- line umgesetzt. Von kurzen Webtalks über Fachtagungen bis zu Online-Konferenzen mit Rahmenprogramm wie Improtheater oder Graphic Recording. Derzeit begleiten wir vor allem kurze maximal halbtägige Veranstaltungen mit Konzeption, Eventma- nagement und Support.“ Ein wichtiger Kunde ist die Landesservicestelle für bürgerliches Engagement in der Staatskanzlei Nordrhein- Westfalen, für die Lindstädt und ihr Team im Projekt „Boxenstopp fürs Ehren- amt“ Webinare und Online- Workshops konzipieren und begleiten. Die Heidelberger
Annette Lindstädt hatte während der Corona-Pandemie
die Idee für ihr Unternehmen.
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