AMERIKAS
MEXIKO Nearshoring stärkt den Pharmasektor
Die pharmazeutische Industrie konzentriert sich auf mehrere Regionen und Standorte. Mexiko-Stadt sowie der sie umschließende Bundesstaat Estado de México gelten dabei als traditionelles Zentrum der Branche. Dies gilt auch für dort ansässige deutsche Bran- chenunternehmen. So hat Bayer seit über 100 Jahren seinen Stammsitz im Landeszentrum. Weitere Regionen mit einer wichtigen Pharma- präsenz sind der westliche Bundesstaat Jalisco mit einem wachsenden Life Science Cluster oder Bundesstaaten wie Morelos und Baja California, die ebenfalls Produktionsstandorte internationaler Firmen sind und der vertieften Integration in nordamerikanische Lieferketten dienen. Der nationale Wirtschaftsförderplan „Plan México“ soll die Investitionsquote der mexika- nischen Wirtschaft steigern und 1,5 Millionen Arbeitsplätze durch Nearshoring von höherwer- tiger Fertigung und regionalen Forschungs- und Entwicklungszentren (F&E) schaffen. Präsi- dentin Claudia Sheinbaum will erreichen, dass das Land bis 2030 wieder zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt zählt. Der „Plan México“ benennt die Pharmaindustrie per präsi- dentiellem Dekret als einen der Eckpfeiler dieser Wirtschaftsstrategie. Unternehmen, die in lokale Produktionsan- lagen und F&E-Projekte in Mexiko investieren, werden bei Ausschreibungen zur staatlichen Arzneimittelbeschaffung bevorteilt. Das Zweijahresbudget für die Beschaffung ist mit umgerechnet 17 Milliarden US-Dollar beziffert. Unternehmen versuchen daher zunehmend, ihre Lieferketten regional aufzustellen. Vor diesem Hintergrund und je nach Ausgang der USMCA-Revision könnten internationale Pharmaunternehmen Mexiko noch stärker als Produktions- und Logistikstandort für den nordamerikanischen Markt nutzen. Relativ niedrige Personal- und Produktionskosten sowie die regulatorische Abstimmung zwischen den mexikanischen Gesundheitsbehörden und der US-amerikanischen FDA (Food and Drug Ad- ministration) erhöhen die Standortattraktivität. Bayer hat beispielsweise bereits angekündigt, bis zum Ende der Präsidentschaft Sheinbaums umgerechnet etwa 170 Millionen US-Dollar in Mexiko zu investieren. GTAI/IHK
Mexiko zählt zu den 15 größten Pharma- märkten weltweit. Laut dem Marktfor- schungsinstitut IMARC beläuft sich das Markt- volumen auf rund 20 Milliarden US-Dollar. Prognosen zufolge dürfte sich der Markt bis 2033 sogar verdoppeln. Sowohl bei der Arznei- mittelproduktion als auch bei klinischen Studien nimmt Mexiko in Lateinamerika nach Brasilien den zweiten Platz ein. Getragen wird diese Entwicklung vor allem von strukturellen Faktoren wie dem Bevölkerungswachstum. Mexiko verfügt über eine leistungsfähige Phar- mabranche. Der Sektor ist stark ausgerichtet auf den Binnenmarkt, der 97 Prozent der Produk- tion abnimmt. Dennoch bleibt das Land Netto- importeur pharmazeutischer Produkte, da ein großer Teil des Bedarfs an hochspezialisierten Medikamenten durch Importe gedeckt wird. Internationale Pharmaunternehmen dominie- ren vor allem bei patentgeschützten Medikamen- ten und innovativen Therapien. Der Pharmasek- tor gehört auch zu den wichtigsten Branchen mit deutscher Präsenz. Das Investorenregister des mexikanischen Wirtschaftsministeriums führt in der Pharmaindustrie 72 Unternehmen mit deut- scher Muttergesellschaft auf. Bayer de México und Boehringer Ingelheim gehören zu den Phar- maunternehmen mit den höchsten Umsätzen.
Pharmaunter - nehmen in Mexiko konzentrieren sich auf die Deckung des nationalen Bedarfs: Rund 97 Prozent der Pro- duktion sind für die heimische Nach- frage bestimmt.
21,5 PROZENT des Arzneimit - telabsatzes in Mexiko fließt in den öffentlichen Gesundheitssektor. Der Staat bliebt somit ein bedeu- tender Nachfrager im Pharmasektor.
QUELLE: ENIFARM
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IHK Global Business 07/2026
ihk.de/rhein-neckar
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