IHK-Global Business Ausgabe 5/2026

EU / MERCOSUR

Porto Alemoa in Santos: Im größten Seehafen Brasiliens bei São Paulo stapeln sich die Container. Künftig dürften dort noch mehr aus Europa eintreffen.

Freihandelsabkommen wird umgesetzt

Die EU-Kommission hatte am 23. März 2026 bekanntgegeben, dass sie den Handelsteil des Abkommens mit den Mercosur-Staaten ab dem 1. Mai 2026 vorläufig anwenden wird. Somit können Unternehmen schon jetzt vom Abbau zahlreicher Zölle im Handel mit dem südamerikanischen Wirtschaftsraum profitieren. Was heißt das konkret für Ihre Produkte?

Einfuhrzöllen ausgesetzt. Derzeit sind noch immer etwa 85 Prozent der europäischen Ausfuhren in den Mercosur von Zöllen betroffen. Durch das neue Handelsabkommen wird sich dies nun aber schrittweise ändern. Hinsichtlich des Zollabbaus ist es das größte Freihandels- abkommen der EU. So senkt der Mercosur seine Zollsätze auf rund 90 Prozent der Importe von Industrieprodukten aus der EU. Im Gegenzug können etwa 80 Prozent der Exporte von Industrieprodukten des Mercosur in die EU zollfrei eingeführt werden. Handelsteil des Abkommens wird vorläufig angewendet Das EU-Mercosur-Abkommen gliedert sich in zwei Teile: ein umfassendes Partnerschaftsabkommen und ein Interims-Handelsabkommen. Letzteres wird nun vorläufig angewendet.

Der größte und bedeutendste Wirtschafts- raum Lateinamerikas Mercosur (Mercado Común del Sur) umfasst heute rund 278 Mil-

lionen Einwohner. Die vier Gründungsstaaten sind Brasi- lien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Bolivien wurde erst im Juli 2024 als Vollmitglied aufgenommen und ist noch nicht Teil des Handelsabkommens mit der EU. Zugang zum größten Handelsblock Lateinamerikas Als Zollunion verfügt der Mercosur über einen gemein- samen Außenzolltarif, erlaubt seinen Mitgliedern jedoch, Ausnahmen zu definieren. Zum Schutz der eigenen Wirt- schaft setzten die Mercosur-Staaten teils prohibitiv hohe Zölle und zusätzliche nicht-tarifäre Handelsbarrieren gegenüber Drittstaaten ein. EU-Unternehmen, die Waren in den Mercosur liefern, waren bislang ebenfalls hohen

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IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

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