Writing Workshop at Lisbon Congress

hatte ihre Freundin Nicola einmal zu ihr gesagt. Nicola, die sich tragischerweise schon vor vielen Jahren suizidiert hatte. Aber selbst das konnte sie heute nicht traurig machen. Sie sandte einen stummen Gruß voller lieber Gedanken Richtung Himmel. „ Egal wie schwer das Leben gewesen war, ich bin ein glücklicher Mensch und dankbar für alles !“, hatte ihr Bruder neulich zu ihr gesagt. Und sie wusste genau, was er meinte. Ein tiefes Glücksgefühl und eine Dankbarkeit erfüllten sie und sie hätte gar nicht sagen können, woran das lag. Vielleicht an den Menschen, die ihr so herzlich verbunden waren und die sie liebte. „ Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich “, fiel ihr ein Zitat von Hermann Hesse ein , und sie gähnte herzhaft und spürte die Entspannung bis in die Zehenspitzen. Filiz Dogan, German Psychoanalytical Association; Karl Abraham Institute Berlin Der Morgen begann mit heftigen Regenschauern. Es war also klar, dass ich nicht mit dem Rad fahren konnte. Es regte mich auf, dass ich auf den Öffentlichen Nahverkehr angewiesen war. Und überhaupt regte es mich auf, dass es im Sommer regnete. Das tut den Pflanzen gut, sagten dann viele, was mich auch aufregte, weil sie natürlich recht hatten. Ich dachte an das Katzenbaby, welches ich mal im Regen in Istanbul gesehen hatte. Es war in einem Hinterhof, in den wir zufällig gelaufen waren und der Regen hatte auch schon aufgehört, aber wir hatten die Schirme noch aufgespannt. Das Katzenbaby schrie nach seiner Mutter, vielleicht auch nur nach Nahrung. Ich wollte irgendwas tun, aber ich wusste nicht was, wandte mich an meinen Freund und fragte, was wir denn tun sollten. Er zuckte mit den Schultern und sagte, wir können ja nicht alle Katzenbabies retten. Ich wurde sofort still, irgendwas fühlte sich komisch an im Bauch. Es war ja nur ein Katzenbaby da und vielleicht müssten wir es nicht komplett retten, sondern konnten es erstmal trocknen und etwas Milch zu trinken besorgen. „Katzen soll man ja keine Milch geben, das denken immer nur alle, die keine Ahnung haben von der Natur“, sagte mein Freund und ich verstummte. „Das hat die Werbeindustrie sich ausgedacht und wir fallen darauf rein“, führte er weiter aus und ich dachte, er meint nicht wir, er meint mich. Der Regen prasselte an meine Fensterscheiben… Roland Zag DER MORGEN BEGANN MIT STARKEM REGEN. erklingt es aus dem Radio. Wer sich solche schwachsinnigen Texte ausdenkt. Er dreht ab. Wieso hatte er überhaupt seine Tagesregel durchbrochen, sich mit elektronischem Grundrauschen abzulenken. Er hat sich doch vorgenommen, den Weg der inneren Gesundung zu gehen.

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