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AUS DER REGION

Umwelt / Nachhaltigkeit / Soziales

Bürmoos investiert in Klimaschutz und Infrastruktur Zero Waste:

Auszeichnung für Hargassners Kesselstube

Bürmoos setzt auch in wirt- schaftlich herausfordernden Zeiten starke Akzente für Klimaschutz, leistbares Wohnen und moderne Infrastruktur. Herzstück der aktuellen Maß- nahmen ist die neue Bürgerbeteili- gungs-Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindezentrums. Rund 70 Anteilsscheine wurden bereits gezeichnet – ein klarer Auf- trag aus der Bürgerversammlung, die sich mehr Solarenergie auf Ge- meindedächern gewünscht hatte. Die Anlage liefert künftig 100 Prozent grünen Strom, senkt lang- fristig fast die Hälfte der Strom- kosten, verursacht keine Netzge- bühren und geht nach 20 Jahren vollständig ins Eigentum der Ge- meinde über. Zusätzlich entstehen drei neue E-Ladestationen am Gemeinde- parkplatz und zwei weitere beim neuen Eurospar. Parallel wird die Umstellung des gemeindeeigenen Fuhrparks auf E-Fahrzeuge vorbe- reitet sowie ein vergünstigtes E- Tankkartenmodell für Bürger:innen.

900.000 Euro in Straßen, Kanal- ringschluss und Infrastruktur stär- ken den Standort ebenso wie das Ziel, Kinderbetreuung ab 18 Mona- ten flächendeckend sicherzustel- len. Für den neuen Kindergarten in Zehmemoos läuft die Planung, wenngleich die Finanzierung noch offen ist.

Im Bild v.l.n.r.: Bundesminister Norbert Totschnig und Hargassner Küchenchef Christopher Wohlfarter. Foto: Rene Hemerka

e5-Auszeichnung

Die „Kesselstube“ am Firmen- sitz von Hargassner in Weng wurde mit dem Viktualia Award 2025 des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Re- gionen und Wasserwirtschaft (BML) ausgezeichnet. Prämiert wurde das vorbildliche Zero- Waste-Konzept des Betriebs- restaurants, das Küchenchef Christopher Wohlfarter und sein Team umsetzen. Mit einer eigens entwickelten Software plant die Kesselstu- be jährlich über 51.500 Menüs und 20.000 Salate punktgenau – und vermeidet damit bis zu 12.000 Portionen an Überpro-

duktion. Rund 400 Mitarbei- tende sowie zahlreiche Gäste werden so nahezu abfallfrei verköstigt. Digitale Bestellterminals im ge- samten Werk, die Einbindung regionaler Lieferanten wie Hof- läden und Bauern sowie die kreative Weiterverwertung von Resten überzeugten die Jury ebenfalls. Künftig sollen sogar Wurm- boxen die letzten Speisereste in Kompost verwandeln. Die Auszeichnung unterstreicht die Vorreiterrolle Hargassners in Sachen nachhaltiger Betriebs- gastronomie.

Im Natur- und Klimaschutz setzt Bürmoos ebenfalls Akzente: 27.000 Quadratmeter Natura-2000-Flä- che wurden vom Land angekauft und der Gemeinde zur Renaturie- rung überlassen. Zudem wurde Bürmoos heuer als e5-Gemeinde ausgezeichnet – ein sichtbares Sig- nal für eine kontinuierlich klimabe- wusste Entwicklung. Für Bürgermeisterin Cornelia Ecker bestätigt diese Entwicklung den Kurs:„Wir müssen trotz enger Budgets Gestaltungsspielräume finden. Die neue PV-Anlage ist ein Wunsch aus der Bevölkerung, den wir nun realisieren. Sie stärkt un- sere Energieunabhängigkeit, bringt Bürger:innen direkt ein und ist ein wichtiger Schritt in Richtung Kli- mawende.“ Mit weiteren PV-Projekten auf Gemeindegebäuden und zahlrei- chen Bauvorhaben bleibt Bürmoos auf Wachstumskurs – und zeigt, wie eine kleine Gemeinde große Zukunftsthemen entschlossen an- geht.

Repair Café Braunau zieht um – neuer Standort, neue Zeiten ab 2026

Dynamischer Wachstum

Auch im Wohnbau tut sich viel: Mit der Eröffnung des neuen Eu- rospars am 18. Dezember 2025 wächst nicht nur die Nahversor- gung, sondern darüber entstehen Wohnungen, die im kommenden Jahr bezugsfertig werden. Zwei weitere Wohnblöcke im Ortsteil Zehmemoos sind bereits in Planung und unterstreichen den anhaltenden Zuzug nach Bürmoos – eine Gemeinde, die mit 5.100 Ein- wohnern exemplarisch zeigt, wie attraktiv der Flachgau geworden ist, der gemessen an der Bevöl- kerungszahl inzwischen sogar die Stadt Salzburg überholt hat. Ein „Jugend am Werk“-Projekt soll künftig ebenfalls nach Bür- moos kommen, befindet sich aber noch im Widmungsverfahren – hier sind noch einige Hürden zu neh- men. Der Ausbau der Nahversor- gung und Investitionen von rund

Das Repair Café bekommt ein großes Upgrade: Ab Februar 2026 übersiedelt die Repara- turinitiative vom Begegnungs- zentrum ZIMT ins Ausbil- dungszentrum Braunau (ABZ), Industriezeile 50. In den mo- dern ausgestatteten Werkstät- ten stehen künftig Profi-Infra- struktur, barrierefreier Zugang und viele Gratis-Parkplätze zur Verfügung. Neu ist auch der Termin: Das Repair Café findet ab 2026 zweimonatlich, jeweils am ers-

ten Samstag der geraden Monate,

von 9 bis 13 Uhr statt. Der erste Termin im ABZ ist am 7. Febru- ar 2026, weitere folgen am 4. April, 6. Juni, 1. August, 3. Okto- ber und 5. Dezember. „Wir freuen uns riesig, dass un- sere Räume für das Repair Café genutzt werden. Nachhaltigkeit und praktisches Lernen pas- sen perfekt zu unserem Haus“, sagt Dieter Gaisberger, Leiter des ABZ. In den Räumen des Ausbildungszentrums können sich die Reparaturhelfer:innen voll entfalten – Werkbänke, Werkzeug und Analysegeräte stellt das ABZ bereitwillig und kostenlos zur Verfügung. Das hebt die Möglichkeiten für die Helfer:innen auf ein neues Level.

GR in Mag. Patricia Hofweirer nahm mit großem Stolz die Auszeichnung, überreicht durch LR Bgm. Simon Wallner entgegen. Foto: SIR

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