GROSSBRITANNIEN
hängt von der Umsetzung ab: von der Finan- zierung seiner Pläne, von der Verlässlichkeit der Regulierung und davon, wie offen das Land gegenüber europäischen Partnern bleibt. Für deutsche Betriebe ergibt sich ein differen- ziertes Bild. Kurzfristig bleiben die administra- tiven Belastungen des Brexit bestehen. Mit- tel- und langfristig könnten eine pragmatische EU-UK-Annäherung und eine britische Investi- tionsagenda neue Chancen eröffnen. Wer den Markt bereits bearbeitet, sollte bestehende Pro- zesse überprüfen und mögliche Erleichterungen aufmerksam verfolgen. Wer neu einsteigen will, sollte den Markteintritt sorgfältig planen, lokale Partner einbeziehen und frühzeitig klären, wel- che Nachweise, Genehmigungen und Zuständig- keiten im konkreten Fall relevant sind. Großbritannien bleibt ein Markt mit Nähe, Kaufkraft und Innovationspotenzial – aber auch mit besonderen Anforderungen. Der politische Neustart unter Andy Burnham könnte Bewe- gung in die Beziehungen zu Europa bringen. Für die deutsche Wirtschaft wäre das eine Chance, sofern aus Ankündigungen belastbare Verein- fachungen und stabile Rahmenbedingungen werden. Bis dahin gilt: Chancen nutzen, Risiken prüfen und das UK-Geschäft nicht dem Zufall überlassen. FAZIT: Die fünf aussichtsreichsten Branchen im Vereinigten Königreich Energie und Wasserstoff: Die deutsch- britische Zusammenarbeit bei Offshore- Wind, Wasserstoff sowie CO₂-Infrastruktur wird intensiviert. Daraus ergeben sich attraktive Geschäftschancen für Technologieanbieter, Zulieferer und Projektentwickler. Klima- und Umwelttechnologien: Der Ausbau klimafreundlicher Infrastruktur und die Dekarbonisierung der Wirtschaft schaffen Nachfrage nach innovativen Lösungen in den Bereichen Energieeffizienz, Emissions- minderung und Nachhaltigkeit. Sicherheits- und Verteidigungsindustrie: Gemeinsame Projekte und die stärkere Zusammenarbeit beider Länder eröffnen neue Marktpotenziale für Unternehmen der Verteidi- gungs- und Sicherheitswirtschaft. Digitalisierung und Hightech: Die wirt- schaftspolitische Zusammenarbeit sowie neue Impulse bei Digitalisierung und Innovation stärken die Perspektiven für IT-, Software- und technologieorientierte Unternehmen. Verkehrs- und Infrastrukturprojekte: Investitionen in grenzüberschreitende Infrastruktur, darunter Energieverbindungen und mögliche Verkehrsprojekte, bieten Chancen für Bau-, Ingenieur- und Technologiefirmen.
Fragen zum UK-Geschäft?
Das Kompetenzzentrum UK der IHK Rhein-Neckar unterstützt Sie bei allen Fragen rund um Ihre Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich – sei es zur Mitarbeiterentsendung, Umsatzsteuer, Zollformalitäten oder Produktzulassung. Kontaktieren Sie uns – Wir beraten Sie individuell und praxisnah. IHR ANSPRECHPARTNER:
Mirza Karahoža Kompetenzzentrum UK 0621 1709-142 mirza.karahodza@rhein-neckar.ihk24.de
INFO
UK CBAM ab 2027: Unternehmen sollten sich jetzt vorbereiten Zum 1. Januar 2027 führt das Vereinigte Königreich einen eigenen Carbon Border Adjustment Mechanism ein. Mit dem UK CBAM will die britische Regierung sicherstellen, dass importierte Waren und im Inland hergestellte Produkte vergleichbaren CO₂-Kosten unter- liegen. Ziel ist es, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und die Verlagerung von Emissionen in Länder mit geringeren Klima - schutzanforderungen zu verhindern. Für deutsche Unternehmen mit UK-Geschäft bedeutet das: Die Vorbereitung sollte nicht erst 2027 beginnen. Betroffen sind zunächst Waren aus den Bereichen Eisen und Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel und Wasserstoff. Für diese Produkte werden künftig Angaben zu den bei der Herstellung entstandenen Emissio - nen benötigt. Die Höhe der Abgabe orientiert sich an den CO₂- Kosten, die vergleichbare Hersteller im Vereinigten Königreich über das britische Emissionshandelssystem tragen. Auch wenn die Abgabe in der Regel vom britischen Importeur entrichtet wird, rücken deutsche Lieferanten stärker in die Ver - antwortung. Denn die erforderlichen Emissionsdaten liegen häufig entlang der Lieferkette – und müssen rechtzeitig verfügbar sein. Exporteure sollten daher prüfen, ob ihre Waren in den Anwen - dungsbereich fallen, welche Daten benötigt werden und wer im Unternehmen die Prozesse koordiniert. Die IHK Rhein-Neckar unterstützt Unternehmen bei der Vorberei- tung und bietet im Rahmen des Kompetenzzentrums UK regelmä - ßig Informations- und Schulungsveranstaltungen zum UK CBAM an. Im Mittelpunkt stehen die Betroffenheitsanalyse, die Verfügbar- keit belastbarer Emissionsdaten und die organisatorischen Schritte bis zum Start des Systems.
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IHK Global Business 08-09/2026
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