AUS DER ROMANDIE
Wenn eine Mauer zur Chance wird
«Das missionarische Erwachen und das missionarische Interesse gingen Hand in Hand und beeinflussten sich gegenseitig» (L’Essor des missions protestantes, Seite 24, Jacques Blandenier). Als ich meine Arbeit bei SAM global begann, wurde mir schnell bewusst, dass wir deut lich mehr offene Stellen für unsere Einsatz länder hatten als Menschen, die sich dafür interessierten. Leider hat sich dieser Trend im Laufe der Jah re nicht umgekehrt – im Gegenteil: Die Zahl der Bewerbungen nahm immer weiter ab. Das geschah, obwohl unsere Kommunikation immer professioneller und gezielter wurde. Seit Jahren stiessen all unsere Bemühungen und guten Ideen immer wieder an dieselbe Grenze. Die Bereitschaft, auszureisen und Gottes Liebe den Menschen in unseren Ein satzländern erfahrbar zu machen ist so sel ten geworden, dass wir bei SAM global enger zusammenrücken und dort sparen mussten, wo es möglich war. Schliesslich waren wir sogar gezwungen, auch unser Team in der Schweiz zu verkleinern. Wie können wir unsere offenen Stellen be setzen und gleichzeitig weiterhin ein Segen für die Menschen in unseren Einsatzländern sein? Die Situation fühlte sich an wie eine unüberwindbare Mauer. Was sollten wir tun? Es musste sich etwas verändern. Nach einer längeren Zeit des Nachdenkens und Betens zeigte mir Gott eine neue Rich tung: die junge Generation. Wie bereits eingangs erwähnt, bin ich über zeugt, dass wir in der Schweiz und in Europa ein neues Bewusstsein und neue Motivation für ein Engagement über die Schweiz
hinaus brauchen – und warum nicht gerade bei den jungen Menschen beginnen? Doch wenn ich selbst Teil einer geistlichen Erneu erung sein wollte, müsste ich sie zuerst per sönlich erleben. Ich begann zu beten und bat Gott um neuen Glauben, für Kranke zu beten und propheti sche Eindrücke weiterzugeben. Und ich bin Gott von Herzen dankbar: Schon bald durfte ich für Menschen mit ganz unterschiedli chen Beschwerden beten und miterleben, wie Gott wirkte. Immer wieder darf ich erleben, wie Gott Menschen heilt, sie im Glauben stärkt und ihnen neue Hoffnung schenkt. Dafür ge bührt ihm allein die Ehre. Meine Vision ist es, jungen Menschen in der Romandie eine praxisnahe Ausbildung über den Heiligen Geist und die geistlichen Gaben anzubieten. Sie sollen entdecken, dass Gott auch heute noch handelt – durch Heilungen, Wunder und sein konkretes Eingreifen. Zurzeit stehe ich mit verschiedenen Kirchen in Kontakt und bete dafür, dass ein solches Schulungsangebot schon bald Wirklichkeit wird. Ich wünsche mir, dass viele junge Men schen durch eine persönliche Begegnung mit Gott neu begeistert werden und ihre Ga ben in den Dienst einer ganzheitlichen Ent wicklungszusammenarbeit stellen.
Christophe Reifsteck, Bereichsleiter franko phones Europa
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SAM FOCUS 3 | 2026
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