IHK-Global Business Ausgabe 10/2026

EUROPA

SPANIEN UND PORTUGAL Bergbau vor neuem Aufschwung

Vor dem Hinter- grund der Energie-

plante Lithium-Mine Barroso im Norden Portugals könnte künftig rund 10 Prozent des europäischen Lithiumbedarfs decken. Nach Angaben des Projektentwicklers Savannah Resources soll die Produktion ab 2028 anlaufen. Die por- tugiesische Regierung unter- stützt das Vorhaben finanziell, zudem ist eine umfangreiche Finanzierung unter Beteiligung der deutschen KfW IPEX-Bank vorgesehen. Grundlage hierfür sind langfristige Lithium- lieferungen an die Lithium- raffinerie von AMG Lithium in Sachsen-Anhalt. Auch Spanien baut seine Position bei kritischen Roh- stoffen aus. Die Wolfram- mine El Moto in Kastilien- La Mancha hat bereits mit den Bauarbeiten begonnen. Nach ihrer Inbetriebnahme könnte sie etwa ein Viertel des euro- päischen Wolframverbrauchs decken. Fortschritte gibt es ebenfalls beim Wolframpro- jekt La Parrilla in der Region Extremadura, wo eine bereits

bestehende Mine reaktiviert werden soll. Darüber hinaus gewinnt das Nickel- und Kupferprojekt Aguablanca in Extremadura an Bedeutung. Nach Schät- zungen könnte die Mine bis zu 30 Prozent des europäischen Nickelbedarfs liefern und damit einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung der europäischen Batterie- und Automobilindustrie leisten. Milliardenmarkt für Ausrüster Für deutsche Anbieter von Bergbaumaschinen, Ausrüs- tung und Ingenieurdienstleis- tungen ergeben sich daraus in- teressante Perspektiven. Allein die von der EU ausgewählten strategischen Projekte auf der Iberischen Halbinsel repräsen- tieren ein Investitionsvolumen von mehr als 3 Milliarden Euro. Benötigt werden unter anderem Bergbaumaschinen, Fördertechnik, Pumpen, Kom- pressoren sowie Ausrüstung für den Untertagebetrieb. Der deutsche Maschinenbau profitiert bereits von der Ent- wicklung. Auch deutsche Spe- zialanbieter für den Bergbau beobachten ein wachsendes Marktpotenzial, wenngleich die Region im internationalen Vergleich noch hinter traditio- nellen Bergbaustandorten in Lateinamerika zurückliegt. Die zunehmende Dynamik zeigt sich auch bei konkre- ten Beschaffungsprojekten. Mehrere Betreiber prüfen derzeit Angebote deutscher Hersteller für Maschinen und technische Ausrüstung. Vor allem bei komplexen Anlagen und Spezialfahrzeugen genießt deutsche Technologie einen guten Ruf. GTAI/IHK

wende, der Elektromobilität und des Ausbaus strategischer Industrien gewinnt die Siche- rung kritischer Rohstoffe weiter an Bedeutung. Erklärtes Ziel der EU ist es, Abhängigkeiten von Importen aus Drittstaaten zu reduzieren und eigene Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe aufzubauen. Die Iberische Halbinsel ver- fügt über umfangreiche Roh- stoffvorkommen und nimmt innerhalb Europas bereits heu- te eine starke Position ein. Spa- nien zählt zu den wichtigsten europäischen Produzenten von Strontium, Tantal, Flussspat, Wolfram und Kupfer. Portugal wiederum gehört zu den füh- renden Standorten für Lithium und ist ebenfalls bedeutend bei Wolfram und Kupfer. Lithium aus Portugal, Wolfram aus Spanien Besonders im Fokus stehen mehrere Großprojekte. Die ge-

785 MILLIONEN EURO betrug der Import- wert von Bergbau- baumaschinen in Spanien im Jahr 2025.

QUELLE: GTAI

Zahlreiche Berg- bauprojekte zur Förderung von kri- tischen Rohstoffen in Spanien und Por- tugal schaffen at - traktive Geschäfts- möglichkeiten für deutsche Anbieter von Maschinen und Anlagen.

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