Enzyklopädisches Psychoanalytisches Wörterbuch der IPV

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verschiedener deskriptiv nicht-bewusster und dynamisch unbewusster intersubjektiver Konnektivitäten im Kontext der frühen Entwicklung und potentiell in einer Vielfalt nonverbaler dialogischer Situationen. Wie solche Ergebnisse zu interpretieren und auf den Dialog und das Setting einer Psychoanalyse angewendet werden können, hängt möglicherweise vom je spezifischen psychoanalytischen Interesse und Blickwinkel ab. Der intersubjektive Paradigmenwechsel und die intersubjektive Kontextualisierung können, insgesamt gesehen, als eine Rekonzeptualisierung des Status des Subjekts betrachtet werden, der zufolge sämtliche subjektiven Phänomene einschließlich der intrapsychischen und relationalen Organisationen ihre Struktur in ihren intersubjektiven Kontexten und durch diese erhalten. Auf allen Kontinenten und unabhängig von der Pluralität der Konzeptualisierungen rückt die Intersubjektivität, eine wichtige und bislang untertheoretisierte psychoanalytische Perspektive, die Subtilitäten der analytischen Beziehung und die Zwei-Personen-Dimension des analytischen Prozesses in den Fokus. Sie schützt vor Absolutheit, Gewissheit, Dogmatismus oder autokratischer Starre einschließlich alter und neuer Orthodoxien. Insoweit sie die bilaterale bewusste, vorbewusste und unbewusste Kommunikation betont, sensibilisiert sie den Analytiker auch für die potentiellen Quellen nuancierten Wissens und „Nicht- Wissens“ in beiden Partnern der analytischen Erkundung.

Siehe auch: CONTAINMENT: CONTAINER-CONTAINED GEGENÜBERTRAGUNG ICH-PSYCHOLOGIE (in Kürze) ENACTMENT OBJEKTBEZIEHUNGSTHEORIEN PROJEKTIVE IDENTIFIZIERUNG (in Kürze) SELBST DAS UNBEWUSSTE

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