Enzyklopädisches Psychoanalytisches Wörterbuch der IPV

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Konfliktparadigmas (Ellman, Grand, Silvan und Ellman 1998) erforschte er insbesondere Probleme, die in der Analyse von Patienten mit spezifischen Schwierigkeiten der Erkennung, des Erlebens, der Kommunikation und der Regulation von Affekten auftreten. Kernberg (1988 [1983]) befasste sich mit der Charakteranalyse von Patienten mit leichter Borderline-Persönlichkeitsstörung und unterschied zwischen chronischer und akuter Gegenübertragung. Er bekannte sich zu Heimanns (1960) Einfluss und schrieb: „Wenn ein therapeutischer Stillstand eingetreten ist, muss der Analytiker seine eigenen emotionalen Reaktionen auf den Patienten untersuchen. Dies kann entscheidend sein für die Diagnose sowohl chronischer Gegenübertragungsverzerrungen (die beherrschender, wenn auch weniger auffällig als akute Gegenübertragungsentwicklungen sind) als auch subtilen, aber sehr starken Übertragungsausagierens, das sonst möglicherweise nicht diagnostiziert worden wäre. In dieser Hinsicht ist die Analyse der emotionalen Gesamtreaktion des Analytikers eine ‚zweite Linie‘ des Vorgehens, wenn die erste Linie – die direkte Erforschung der Übertragung – sich als nicht ausreichend erweist“ (S. 324; Hervorhebungen ergänzt). Kernbergs (1965, 1975) Sichtweise der Gegenübertragung hat sich nach und nach entwickelt; im Laufe der Zeit gewann das Phänomen für ihn zunehmend an Bedeutung, vor allem bei der Arbeit mit Borderline-Patienten. Hatte er 1965 noch vor der Gefahr einer Erweiterung des Konzepts „Gegenübertragung“ auf alle emotionalen Reaktionen des Analytikers gewarnt (mit der Begründung, dass das Konzept dadurch seiner spezifischen Bedeutung verlustig gehe), erkannte er die konstruktive analytische Arbeit der Gegenübertragungsdeutung 1975 an und hob sie hervor. Insbesondere bei der Arbeit mit Borderline-Patienten muss der Analytiker mit eigenen (bisweilen) starken inneren Reaktionen auf die vom Patienten projizierten extrem primitiven Objektbeziehungen fertig werden. In seiner Darstellung der von ihm konzipierten „Übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP)“ beschreibt er es als Aufgabe des Behandlers, auf die Übertragungsreaktionen des Patienten zu fokussieren und gleichzeitig die eigene Gegenübertragung unausgesetzt zu beobachten und zu kontrollieren. Diesem Modell gemäß deutet der Analytiker von der Position des „Dritten“ aus, indem er die Interaktion beider am Dialog Beteiligter kommentiert. Mitchell (1993, 1997), ein ausgesprochen produktiver Autor, der theoretisch zwischen Objektbeziehungs- und relationaler Theorie zu verorten ist, vermittelt einen überzeugenden Eindruck von den Gegenübertragungsaffekten als Antriebskraft psychischer Entwicklung und Veränderung . Seine Vignetten betreffen häufig analytische Paare in Momenten hoffnungsloser Verzweiflung. Ohne diese Hoffnungslosigkeit, so Mitchell, fühlte der Analytiker sich nicht gezwungen, die Arbeit zu leisten, die notwendig ist, um den Prozess zu verstehen, der zu solchen Sackgassen führt. An dieser Arbeit sind grundsätzlich zwei Sprecher mit Autorität beteiligt. Aktuell finden in und zwischen den verschiedenen theoretischen Richtungen innerhalb dieser breit fundierten klassischen Tradition Diskussionen über den Status,

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