Handbuch Bauen und Wohnen 2026

Hausbau

Gebäudehülle Technologie

Tragwerk und Bauphysik

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es die Nutzlast (Möbel, mitunter hüpfende Personen usw.) tragen können. Die Anforderungen an seine Stabi­ lität umfassen weiters diverse mög- liche äußere Belastungen wie Wind- druck und Sog, Schneedruck und Eis­ last, Wasserdruck, Erddruck, Fahr- zeuganprall, Erdbeben, Tempera- turunterschiede, Feuchtigkeits- und Feuereinwirkung. Bei (kleineren) Wohnhäusern über­ nimmt der Baumeister oder Holz­ bau-Meister die Berechnung die­ ser statischen Anforderungen. Bei größeren Gebäuden befassen sich damit Ingenieurbüros mit speziali­ sierten Bauingenieuren von Tech­ nischen Universitäten, Fachhoch­ schulen bzw. HTL. Wärmeschutz Der Wärmeschutz bezweckt, im Winter und den kühlen Übergangs­ zeiten möglichst viel Wärme in den Wohnräumen zu behalten um mög­ lichst keine Energie aufwenden zu müssen, um nach außen verlorene Wärme wieder „aufzufüllen”. Der sommerliche Überhitzungs­ chutz fällt auch unter dieses The­ ma. Die Oberflächentemperatur innen signalisiert das Qualitätsni­ veau eines Bauteils und gilt als Be­ haglichkeitskriterium. Es findet je nach Außentemperatur ­ lage ein Wärmefluss oder Wärme- durchgang durch den Bauteil statt. U-Wert Er ist die zentrale Kennzahl, die Auskunft über den Wärmeschutz eines Bauteils gibt. Er beschreibt, wie viel Wärme durch einen Bau­ teil in einer fixen Zeitspanne pro Quadratmeter Fläche des Bauteils verloren geht. Mehr dazu einige Doppelseiten weiter im Kapitel „Dämmstoffe”.

Baustatik und Bauphysik Die Statik befasst sich mit der Er­ mittlung des Kräfte- und Verfor­ mungszustandes ruhender Körper. Sie ist ein Untergebiet der Dyna­ mik (Wirkung von Kräften) und die­ se wiederum eines der Mechanik, einem umfangreichen Hauptgebiet der Physik. Man könnte nun mei­ nen, die Baustatik sei analog zu dieser wissenschaftlichen Unter­ gliederung ein Teil oder Unterglied der Bau physik: mitnichten! Die Baustatik (Tragwerkslehre) hat zum Inhalt die — Standsicherheit und — Zuverlässigkeit von Tragwerken im Bauwesen. Die Bauphysik befasst sich hingegen (nur) mit

entwicklungen wie z.B. der Bau von Gebäuden mit feuchten Mauern.

Ebenso nahm mit zunehmendem Straßenverkehr das Bedürfnis nach akustischen Schutzmaßnahmen zu, „hellhörige” Wohnungen kamen in Verruf. Behördlicherseits wurden Wärme-, Brand- und Schallschutznormen er­ lassen. Mit weiter steigenden An­ sprüchen der Konsumenten wur­ den seit den 90er-Jahren auch hy­ grothermische Eigenschaften von Materialien und angenehme Ober­ flächentemperaturen von Innen ­ wänden Themen der neuen Maxi ­ me des „Wohlfühl-Wohnens”. Zusammengefasst geht es der – der Baustatik nicht ganz schlüssig ent­ gegengestellten – Bauphysik um die Wirkungen der Baustoffe auf das menschliche Wohlbefinden sowie die Energieeffizienz der Gebäude- hülle. Letztere spielt hinsichtlich des „ökologischen Fußabdrucks” unserer Gebäude eine deutlich be­ deutendere Rolle durch den Ener­ gieaufwand im Betrieb (Heizung, Kühlung) als durch die Herstellung des Baumaterials und den Bau der Gebäudehülle. In der „Nachbarschaft” der Bauphy- sik befindet sich die Baubiologie (möglichst Naturbaustoffe) und Bauökologie (Stichworte: nach­ wachsende Rohstoffe, Nachhaltig­ keit, Ressourcenschonung, ökolo­ gischer Fußabdruck). Gebäude-Standsicherheit Bevor uns ein Gebäude vor äuße­ ren Widrigkeiten Schutz geben kann, muss es uns vor sich sel­ ber schützen. Will heißen: seine Standsicherheit unter der Lasten­ einwirkung seines Eigengewichts muss gegeben sein. Weiters muss

— Wärmeschutz — Schallschutz — Feuchteschutz — Brandschutz — Tages- und Kunstlicht — Thermische Behaglichkeit — Raumluftqualität.

Dementsprechend ist „Bauphysi­ ker” ein eigenes Berufsbild – Bau ­ techniker/innen mit eben dieser (End-)Spezialisierung. Fähigkeiten der Baustoffe Im Gegensatz zu den bis in die Antike reichenden Anfängen der Tragwerkslehre entwickelten sich die Forschungen zum Wärmever­ halten und Feuchtetransport von Baustoffen, zur Hygiene etc. erst im 18. und 19. Jahrhundert. Die eigentliche Breitenentwicklung setzte erst in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts ein und zwar vor dem Hintergrund der breiter wer- denden Palette an Bau- und Dämm- stoffen und der damit verbundenen bautechnischen Möglichkeiten und z.T. auch damit verbundene Fehl­

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