Hausbau
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Die Vielfalt der Baustoffe
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Funktionen Neben der Einteilung nach der stofflichen Herkunft gibt es die funktionale Zuordnung nach dem primären Verwendungszweck: (kon struktive) Baustoffe, Dämmstoffe, Dichtstoffe (z.B. Bitumenbahnen, Silikone), Bindemittel (Zement mörtel, Baugips, Kleber) oder Zu schlagsstoffe (z.B. Sand). usw. Ziegel ... Tonerde entsteht durch die Verwit terung von Feldspat, einem Teil des Urgesteins unseres Planeten. In seiner reinsten Form kommt der Ton als weiße Porzellanerde vor, doch üblicherweise ist ihm Eisen oxid beigemengt. Das führt dann beim Ziegelbrennen zur typisch ro ten Ziegelfarbe. Außerdem sind bei den Tonvorkom- men meist 30 bis 70 % Quarzsand oder Quarzmehl dabei: man spricht dann von Lehm. Mit 800°C gebrannt, verändert der Ton seine chemische Zusammenset zung, er wird gehärtet und wasser unlöslich. Ab 1.100 Grad setzt die Schmelze ein, wodurch sich die Ziegeloberfläche verschließt — in der Fachsprache als Sinterung be zeichnet. Entdeckt und angewendet hat man den gebrannten Tonziegel bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. und zwar dort, wo früher schon der luftge trocknete Lehmziegel zum Einsatz kam, im Zweistromland des heu tigen Irak. Ohne den gebrannten
Organische und anorganische Oder mit anderen Worten die gro ße, übergeordnete Einteilung: „Lebendmaterial” mit Kohlenstoff- verbindungen — vor allem Holz — und solche ohne Kohlenstoffverbin dungen. Zu letzteren zählen eine Vielzahl mineralischer Materialien sowie den aus Erdöl, Erdgas und Kohle erzeugten Kunststoffen. Bau- und Dämmstoffe Wenn man jedes beim Bau ver wendete Material als Baustoff be zeichnet, ist ein Dämmstoff ein Baustoff. Wenn hingegen Baustoffe als Baumaterialien des Tragwerks oder des Rohbaus gesehen wer den, gehören Dämmstoffe, Fens ter, Dachdeckungsmaterialien oder auch Innenauskleidungsprodukte nicht zu dem dann enger gefassten Begriff „Baustoff”. Man kann auch unterscheiden zwischen (Rohbau-) Baustoffen und Bau elementen zum Ein bau wie zum Beispiel Fenster und Türen. Natur-Rohstoffe Holz nimmt in dieser Kategorialisie rung eine prioritäre Stellung ein. Weitere nachwachsende Rohstoffe sind zum Beispiel Korkeichenrinde, Hanf oder Wolle. Mineralische Ma terialien wie Marmor, Granit, Schiefer oder Lehm zählen eben falls zu den Natur-Rohstoffen: Sie werden zwar be- und verarbeitet, bleiben aber chemisch unver ändert.
Ton (und Kalkmörtel) wären we der solche Errungenschaften wie die frühen hypokaustischen Fuß bodenheizungen der gehobenen Schicht im alten Rom, noch die hoch in den Himmel ragenden sak ralen Bauwerke des gotischen Mit telalters möglich gewesen. ... und Mörtel Als Binde- und Verfugungsmittel nahm man in den frühen Zeiten bei den luftgetrockneter Lehmziegeln dasselbe Material, nämlich Lehm schlamm. Seit der Römerzeit wird jedoch Mörtel aus gebranntem Kalk ver wendet, der bei der Trocknung nicht nur aushärtet, sondern auch wasserunlöslich wird. Glas ... Glas, Stahl und Beton sind die Bau- stoffe der Moderne. Dabei war das Glas (seine Bestandteile: Quarz sand, Kalk und Soda) schon im al ten Ägypten bekannt. Es wurden in der Antike Spiegel auf Gusstischen gegossen und danach geschliffen. Im Mittelalter wurde die Glasblä serkunst in Murano (aus Brand-Si cherheitsgründen aus Venedig aus gelagert) zur Vollendung gebracht. Allenorts wurden Fenstergläser mit einem gewissen Hang zum Welligen in Zieh- bzw. Walzverfahren her- gestellt. Fensterkreuze oder bleige- fasste Unterteilungen bei den But zenscheiben waren ein Muss, weil den Scheibengrößen bis ins 20. Jhdt. enge Grenzen gesetzt waren. Den entscheidenden Schritt zum modernen Bauglas tat die engli sche Firma Pilkington nach dem Zweiten Weltkrieg, indem sie von der Oberfläche der Schmelze kon- tinuierlich ein Glasband wegzog und großflächiges Flachglas (Float glas) produzierte.
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