MEET – JOIN – CONNECT!

Partnerland. Der Hauptaspekt der deutsch-französi- schen Gruppendynamik bestand darin, die Aktivitäten und Aktionen parallel zu verfolgen, wobei die Partner- gruppe jeweils die gleichen Aktivitäten in ihrem Kontext durchführte. Die beiden ersten Phasen, insgesamt drei Tage, begannen mit einem Treffen in einer Videokon- ferenz in der sich die Teilnehmenden gegenseitig vor- stellen und einander kennenlernen konnten. Videos mit ihren Lieblingsplätzen (siehe Beschreibung S. 32) halfen dabei, die Umgebung, in der die Partnergruppe die Wo- che verbrachte, kennenzulernen. Die Kommunikation über die Ergebnisse der durchge- führten Aktivitäten (durch Video-Einspieler oder Video- konferenzen) hielt die Kinder während der beiden Pha- sen in Verbindung. Jeweils am Anfang, in der Mitte und am Ende des Tages gab es Videokonferenz-Treffen, bei denen sich die Jugendlichen über die Aktivitäten austau- schen konnten. Während der Rezeptaktivität (siehe S. 32) hatten die Kinder die Möglichkeit, einen Nachtisch aus dem Part- nerland zu probieren, dessen Rezept die Partnergruppe zuvor zugesandt hatte. Auf diese Weise konnten sie trotz der Tatsache, weit vom Partnerland entfernt zu sein, auf eine Geschmacksreise gehen und die kulinarischen Spe- zialitäten des Partnerlandes kennenlernen. Ein anschlie- ßender Austausch vor dem Bildschirm schloss diese Ak- tivität ab. Um sich gegenseitig die eigene Umgebung zu zeigen, drehen die Teilnehmenden aus den beteiligten Gruppen jeweils ein gemeinsames Video, das die Orte vorstellt, an denen sich ihr Alltag abspielt: z. B. Jugendclub, Kinder- zentrum, Kiez... Dabei sind folgende Vorgaben einzuhalten: maximal 1 Minute, 5 verschiedene Szenen, ohne Sprache, mit Ge- räuschen und Pantomime, mit Bewegung, Nah- und Fernsicht und mit Humor. Sobald der Film geschnitten ist, wird er an die andere(n) Gruppe(n) weitergeleitet. Jede Gruppe sieht sich ihr eigenes Video und dann das der anderen Gruppe an. Die beiden Gruppen können sich dann online treffen, um ihre Eindrücke von der Akti- vität, die sie durchgeführt haben, zu teilen. „Hat euch die Aktivität gefallen?“ „Habt ihr durch das Video der ande- Methodenbeschreibungen PHASE 1 Videopräsentation

Die Videokonferenzen ermöglichten den Kindern auch nach den Auswertungen der Aktionen zusätzliche Fra- gen zu stellen. Die Präsentationen weckten die Neugier der Jugendlichen, die Gruppe begann sich für die Part- nergruppe zu interessieren und lernte sie mit immer neuen Aspekten, die im Laufe des Treffens eingebracht wurden, nach und nach besser kennen. Ein weiteres Instrument, um die Verbindung zwischen den beiden Gruppen aufrechtzuerhalten, war der vom Team verwaltete Instant-Messenger, der es ermöglichte, „live“ über das zu berichten, was die andere Gruppe er- lebte, vor allem durch Fotos, die während der Aktivitäten aufgenommen wurden. All diese Elemente machten die Präsenz der Partnergruppe im Laufe der beiden Phasen immer spürbarer. Für die gesamte Gruppe war es etwas Besonderes und Neues, über den Bildschirm mit Kindern aus dem Part- nerland in Kontakt zu kommen. Das Kooperationsspiel „Das Ei“ war zum Beispiel eine große Herausforderung (siehe Beschreibung S. 33). Sich per Videokonferenz auf den Bau einer Struktur zu einigen, war eine schwierige Übung. Nach einigen Schwierigkeiten und dank eines großen Willens erreichten die Teilnehmenden das Ziel. Nach der Übung wurde die Vision der gemeinsamen Arbeit und des Kooperationsprozesses von den Teilneh- menden positiv bewertet. PHASE 2 Interkulturelles Backen und gemeinsam essen Die Teilnehmenden jeder Gruppe schlagen ein Backre- zept vor, das typisch und traditionell für die jeweilige Region ist, und schicken das Rezept (Zutaten, Mengen, Anleitung etc.) an die jeweils andere Gruppe. Bevor die Rezepte der anderen Gruppe vorgestellt werden, führt der*die Teamer*in eine Sprachanimation zu den Zuta- ten im Rezept durch, um den zweiten Schritt der Aktivi- tät (das Einkaufen der Zutaten) vorzubereiten. Dann gehen die Teilnehmenden los, um die benötigten Zutaten gemeinsam einzukaufen. Nach ihrer Rückkehr fangen sie mit dem Backen an. Sobald beide Gruppen fertig sind, kehren sie zu den Bildschirmen zurück und zeigen sich die Kuchen gegenseitig. Alle nehmen sich ein Stück und beginnen zu essen. Das Team kann folgende Fragen stellen: Warum habt ihr euch für dieses Rezept entschieden? Denkt ihr, dass der Kuchen, den ihr gerade gebacken habt, gelungen ist? Schmeckt er euch? Feedback zur Aktivität: Die Kinder hatten großen Spaß daran, ein Rezept auszuwählen und dieses an die an- dere Gruppe zu schicken, aber vor allem daran, sich vorzustellen, was die andere Gruppe ihnen schicken könnte. Die Gruppe aus Cottbus hat Crêpes geba-

ren Gruppe etwas Neues entdeckt?“ „Habt ihr Lust bekommen, die andere Gruppe zu besuchen und ihre Umgebung zu erkun- den?“

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