dogs

Thomas Baumann und seine Frau Ina sind jeden Tag mit ihrem Seniorenrudel unterwegs

››Momente mit einem alten Hund stimmen einfach positiv‹‹

kalkulierte. Bis klar war: Eine Stiftung muss her. 2010 riefen Thomas und Ina Baumann die Dogworld-Stiftung, eine Art „betreutes Wohnen“ für verwaiste oder in Not geratene Hundesenioren ins Leben. Seit der Gründung konnten rund 100 betagte Tiere hier ihren Lebensabend verbringen. Es waren todkranke Tiere dabei, die nur noch wenige Wochen zu leben hatten. Und Oldies, de- nen noch viele glückliche Jahre bevorstanden. Solche wie Georgy: Der Mischlingsrüde wurde 2004 geboren. Seine früheren Besitzer waren ausgewandert und hatten ihn auf dem Grundstück ihres Hauses zurückgelassen. So kam er erst ins Tierheim und mit 13 Jahren ins be- treute Wohnen der Baumanns, wo er heute – stolze 18 Jahre alt – immer noch lebt. Sein Zuhause ist eine Vier- Zimmer-Wohnung, die zum Hundezentrum gehört. Dort teilt sich Georgy mit zehn weiteren Senioren die Räu- me. Drei Tierpfleger betreuen die Hunde und geben ih- rem Tag Struktur. Von halb 7 (erste Frischluftrunde) bis gegen 21 Uhr (letzte Runde) gibt es feste Fütterungs-, Ruhe- und Gassizeiten, natürlich auch Spiele (gut gegen Demenz) und Streicheleinheiten. Am schönsten, sagt Baumann, sei das gemeinsame Frühstück. Da sind alle dabei: Mitarbeiter, Baumann-Familie, Seniorenhunde. Das Gemeinsame schafft soziale Wärme und erdet, sagt Thomas Baumann. „Die Momente mit einem alten Hund hinterlassen so eine positive Gestimmtheit, da nimmt man auch mal ein Häuflein oder eine Pfütze in Kauf.“ www.dogworld-stiftung.de

Thomas Baumann, 63, gibt Hundesenioren ein Zuhause

Alte Hunde sind ganz besondere, bemerkenswerte Per- sönlichkeiten. Doch oft werden die Oldies ins Tierheim abgeschoben. Weil sie nicht mehr so vital sind. Weil sie blind oder taub sind. Weil ihre Pflege Geld kostet. Es gibt viele „Weils“. Das wollte Thomas Baumann so nicht stehen lassen. Zu oft hatte der renommierte Verhaltens- trainer bei Tierheim-Besuchen in lebensmüde Augen ge- schaut. „Verwaiste Hunde“ nennt er sie, diese Tiersenio- ren, die keiner mehr will und die nichts mehr zu erwarten scheinen. Ihre Blicke gingen ihm nach. Er be- sprach sich mit seiner Frau und Freunden. Überlegte,

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