AMERIKAS
MEXIKO Viel Potenzial in der Medizintechnik
digital einzureichen (DIGI‑ PRIS). Dies erleichtert den Genehmigungsprozess und hat den Vorteil, dass Anträge rund um die Uhr eingereicht werden können. Über die Aufnahme in den „Compendio“ entscheidet der Rat für Gesundheitsangelegen‑ heiten (Consejo de Salubridad General, CSG), der dem Ge‑ sundheitsministerium (Secre‑ taría de Salud) unterstellt ist. Dies ist laut Branchenvertre‑ tern vor allem für innovative Produkte ein langwieriger Pro‑ zess, der zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen kann. Somit ist die time-to-market-Phase in Mexiko sehr lang, denn insgesamt liegt der gesamte Zulassungs- und Aufnahme‑ prozess für neue Produkte bei drei bis vier Jahren, wenn man an den öffentlichen Sektor ver‑ kaufen will. Große Bedeutung kommt in Mexiko den regelmäßigen, konsolidierten Einkäufen ver‑ schiedener Regierungsstellen (Compra Consolidada del Sec‑ tor de Salud del Gobierno de México) zu. Die Gesundheits‑ kassen IMSS, IMSS Bienestar und ISSTSE, das Gesundheits‑ ministerium, die mexikanische Marine, der Erdölkonzern Pemex und andere Organisa‑ tionen schreiben ihren Bedarf gemeinsam aus. Die nächste öffentliche Ausschreibung wird noch für dieses Früh‑ jahr erwartet, geliefert werden muss 2027. Unter der Regie‑ rung Sheinbaum hat sich das System der gesammelten, öf‑ fentlichen Einkäufe erheblich verbessert. Für die kommende Ausschreibungsrunde wird erwartet, dass Unternehmen, die auch über eine Produktion in Mexiko verfügen, bevorzugt werden. GTAI/IHK
contra Riesgos Sanitarios) zu verschlanken. Bislang bereitet COFEPRIS den Anbietern von Medizintechnik aufgrund lang‑ samer Genehmigungsverfah‑ ren häufig Schwierigkeiten. Für Hersteller von Medizin‑ technik ist das öffentliche Ge‑ sundheitssystem ein schwieri‑ ges, wenn auch ein potenziell lukratives Umfeld. Rund 70 bis 80 Prozent der medizin‑ technischen Geräte werden in Mexiko von öffentlichen Ein‑ richtungen abgenommen. Um mit den Trägern ins Geschäft zu kommen, ist neben der all‑ gemeinen Produktzulassung bei COFEPRIS eine Aufnahme in den staatlichen Einkaufs‑ katalog (Compendio Nacional de Insumos para la Salud) notwendig, der rund 15.000 Medizinprodukte umfasst. COFEPRIS bietet inzwischen an, den Antrag auf Zulassung eines neuen Medizinprodukts
Bis zum Jahr 2029 soll das Marktvolumen für
Der mexikanische Medizintechnik- markt wächst dyna- misch, angetrieben durch die steigende Lebenserwartung, eine Zunahme chronischer Er- krankungen und den Ausbau des Gesundheitswe- sens.
Medizintechnik in Mexiko auf rund 12,4 Milliarden US-Dollar (US$) ansteigen, so Angaben des Marktforschungsinstituts BMI. Das ist rund ein Drittel mehr als 2024. Die jährliche Wachstumsrate soll im Schnitt bei etwa 5,5 Prozent liegen. Damit entwickelt sich Mexikos Medizintechnikmarkt aller Voraussicht nach dynamischer als das allgemeine Wirtschafts‑ wachstum des Landes. Im Februar 2026 kündigte das Finanzministerium im Zuge des Plan México bis 2030 Investitionen von über 20 Milliarden US$ in die Gesundheitsinfrastruktur an. Gleichzeitig sieht der Plan México vor, die Prozesse für die Zulassung und den Import von Medizinprodukten bei der Behörde COFEPRIS (Comisión Federal para la Protección
20,4 MILLIARDEN US$ an öffentlichen und privaten In- vestitionen sollen in den nächsten vier Jahren in die Gesundheits-inf- rastruktur Mexikos fließen.
QUELLE: GTAI
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IHK Global Business 04/2026
ihk.de/rhein-neckar
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