IHK-Global Business Ausgabe 4/2026

ASIEN-PAZIFIK

TAIWAN KI-Gesetz in Kraft

Am 14. Januar 2026 ist das neue taiwane‑ sische Gesetz zur künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence Fundamental Act) in Kraft getreten. Das Regelwerk, das insgesamt 20 Artikel umfasst, legt den rechtlichen Rahmen für die Entwicklung und Anwendung von KI fest. Im Mittelpunkt stehen sieben Grundprin‑ zipien, an die sich die Regierung bei der Förderung von KI-Technologien halten muss: nachhaltige Entwicklung und Gemeinwohl, menschliche Autonomie und menschliche Aufsicht, Datenschutz und Daten-Governance, Informationssicherheit bei der Entwicklung und Anwendung der KI, Transparenz und Nachvollziehbarkeit von KI-Ergebnissen, Fair‑ ness und Nichtdiskriminierung sowie eine klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Zuständige Behörde für das Thema KI ist auf zentraler Ebene der National Science and Technology Council (NSTC). Darüber hinaus sieht das Gesetz vor, dass risikobasierte Verwaltungsvorschriften, auch branchenspezifische, erarbeitet werden. Werden bestimmte KI-Systeme als Hochrisiko-Systeme eingestuft, sind besondere Vorsichtsmaßnah‑ men zu ergreifen und Warnungen anzubringen. Weitere Vorschriften betreffen zum Beispiel das Thema Finanzierung und die Bereit‑ stellung bestimmter KI-bezogener Steuer‑ anreize. Zudem wird die Basis geschaffen für

branchenspezifische Reallabore („regulatory sandboxes“), um Innovationen im Bereich der KI-Technologie zu erproben. Mit dem Schutz geistiger Eigentumsrechte sowie personenbe‑ zogener Daten befasst sich das KI-Gesetz eben‑ falls. GTAI/IHK Die Pressemeldung des Ministry of Digital Affairs finden Sie hier (in Englisch):

Leitplanken für KI: Das neue Gesetz zielt darauf ab, neue Technologien zu fördern und dabei die ethischen und kulturellen Werte des Landes einzuhalten.

moda.gov.tw/en/press/press-releases/18316

SÜDKOREA Militärisches Engagement mit und in Europa

Die unmittelbare Bedrohung durch Nordkorea treibt die Verteidigungsindust‑ rie in Südkorea an. Angesichts des sicherheits‑ politisch schwierigen Umfelds gibt das Land große Summen für Verteidigung aus. Die Militärausgaben beliefen sich laut dem Verteidi‑ gungsministerium 2025 auf 43 Milliarden US-Dollar (US$). Das stetig wachsende Budget soll 2026 um 8,2 Prozent zulegen. Bis 2030 will Südkorea zum viertgrößten Rüstungsexporteur aufsteigen. Im Fokus: der Nahe Osten und die EU. Die Halbinsel interes‑ siert sich für den Beitritt zum 150 Milliarden Euro schweren Kreditpaket „Security Action for Europe (SAFE)“, um Zugang zu EU-Beschaf‑

fungsprojekten zu erhalten. Deutsche Firmen können von den Exportambitionen Südkoreas profitieren und als Technologiepartner eine Brücke zu europäischen Anforderungen schla‑ gen. Auch deutsche Branchenvertreter in Korea berichten vom Interesse an Partnerschaften auf dem EU-Markt. Seit September 2023 gilt Südkorea im deut‑ schen Rüstungsexportrecht als NATO gleich‑ gestelltes Land. Damit müssen Unternehmen für bestimmte nicht sensitive Rüstungsgüter und Dual-Use-Güter keine vorherige Einzelfall‑ prüfung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einholen. Stattdessen reicht eine Meldung. GTAI/IHK

2,6 PROZENT betrug der Anteil der Rüstungs- aufwendungen an Südkoreas BIP 2024.

QUELLE: GTAI

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