ASIEN-PAZIFIK
KASACHSTAN Automobilbranche auf der Überholspur
In der kasachischen Kfz-Industrie jagt ein Rekord den nächsten. Während der Absatz fabrikneuer Pkw boomt, wandelt sich das Land vom reinen Importeur zum regionalen Produk‑ tionsstandort. Kasachstan hat sich 2025 mit einem Absatzre‑ kord von fast 235.000 fabrikneuen Pkw, einem Plus von 14 Prozent zum Vorjahr, als einer der dynamischsten Märkte der Region etabliert. Ge‑ tragen wird dieses Wachstum von einer jungen, konsumfreudigen Bevölkerung und attraktiven Finanzierungsmodellen. Besonders spannend für den deutschen Mittel‑ stand: Kasachstan gibt sich nicht mehr mit der einfachen Endmontage (SKD, Semi-Knocked- Down) zufrieden. Der Druck zur Lokalisierung steigt massiv. Ab 2027 müssen laut staatlicher Vorgabe 50 Prozent der Produktion im soge‑ nannten CKD-Verfahren (Completely-Knocked- Down) erfolgen. Auch die Kfz-Produktion selbst verzeichnet starke Wachstumszahlen und erreichte 2025 mit einem Plus von 18 Prozent einen Rekord‑ wert. Der Automobilverband Kasachstans schätzt, dass die Branche ihren Wachstumskurs 2026 fortsetzt: Dank Neu- und Ausbauprojekten dürfte der Ausstoß um weitere 22 Prozent auf über 200.000 Fahrzeuge ansteigen.
Investitions- boom in der Kfz- Produktion: Im September 2025 eröffnete Astana Motors eine neues Multi-Brand-Werk bei Almaty. 120.000 Fahrzeuge sollen hier jährlich vom Band laufen.
Für deutsche Automobilzulieferer, sowie An‑ bieter von Anlagenbau, Robotik und Automati‑ sierungstechnik eröffnen sich hier erstklassige Chancen. Die großen Player wie die Allur Group und Astana Motors investieren hunderte Millio‑ nen Dollar in neue Werke und Technoparks, um Komponenten wie Sitze, Leitungen und Kunst‑ stoffteile vor Ort zu fertigen. GTAI/IHK
AUSTRALIEN / EU Freihandelsabkommen steht
Die EU und Australien haben ihre Verhandlun‑ gen über ein Freihandelsabkommen abge‑ schlossen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Regierungschef Anthony Albanese unterzeichneten am 24. März 2026 in Canberra die entsprechende Vereinbarung. Mit dem Handelsabkommen werden über 99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte nach Australien abgebaut. Zudem werden regulatorische Hürden gesenkt und der Marktzu‑ gang für Unternehmen auf beiden Seiten deutlich verbes‑ sert. Die EU-Kommission rechnet mit bis zu einer Milliar‑ de Euro an jährlichen Zollersparnissen für EU-Exporteure sowie mit einem Anstieg der jährlichen EU-Exporte um 33 Prozent im Laufe des nächsten Jahrzehnts. EU-Expor‑ teure von Maschinen, Kraftfahrzeugen und Chemikalien profitieren am unmittelbarsten davon. Auch Branchen wie IT und Telekommunikation können mit erheblichen Er‑ leichterungen rechnen.
Auf der Importseite spielt Australien mit 23 von der EU als kritisch eingestuften Rohstoffen eine Schlüsselrolle für Bat‑ terien, erneuerbare Energien, Digitalisierung und Sicherheit. Bei deren Gewinnung eröffnen sich auch Exportchancen für deutsche Industrie-, Bergbau und Anlagentechnik. Für sensible Agrarsektoren – darunter Rind-, Schaf- und Ziegen‑ fleisch, Zucker, Reis und bestimmte Milchprodukte – sieht das Abkommen vor, dass Einfuhren aus Australien nur in begrenzten Mengen und unter bestimmten Bedingungen zollfrei oder zu ermäßigten Zöllen erfolgen dürfen. Als nächstes muss das Abkommen vom australischen Parlament und der EU ratifiziert werden. In der EU müssen der Ministerrat und das EU-Parlament zustimmen. Mit einem Inkrafttreten ist 2027 zu rechnen. DIHK/IHK Mehr Informationen auf der Seite der EU-Kommission: commission.europa.eu/topics/trade/eu-australia-trade- agreement_en
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IHK Global Business 04/2026
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