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46 RATGEBER | PRAXISTIPP

Praxistipp

vermieden werden kann. Wird der Solarstrom nicht nur für den Haushalts­ strom, sondern auch für den Betrieb einer Wärmepumpe zur Gebäudehei­ zung und für das Laden eines E-Autos genutzt, ist die Investition oftmals sogar gewinnbringend. Corinna Kodim, Geschäftsführerin Energie, Umwelt, Technik Haus & Grund Deutschland geeignet sind oder noch ertüchtigt werden müssen. Gleichzeitig kann das Unternehmen bei den erforder­ lichen Anmelde- und Registrierungs­ formalitäten bei Bundesnetzagentur und Netzbetreiber unterstützen. Aktuell ist jedoch wegen Liefereng­ pässen mit Wartezeiten von sechs Monaten und mehr zu rechnen. Unser Tipp Wer eine Solarstromanlage für sein Haus plant, sollte sich unbedingt an einen Solarstrom­ experten oder an ein für die Installa­ tion von Solaranlagen spezialisiertes Fachunternehmen wenden. Das kann nicht nur anhand einer Simulations­ rechnung die für ein Dach geeignete Anlage und den erzielbaren Ertrag ermitteln, sondern auch beurteilen, ob Dachstatik und Hauselektrik

eher unproblematisch. Der Hausstrom­ zähler muss lediglich gegen einen Zweirichtungszähler getauscht werden, der sowohl den aus dem Netz bezoge­ nen als auch den eingespeisten Strom in Echtzeit erfasst und an das Energie­ managementsystem der Solaranlage übermittelt. Bei einer Anlagengröße von mehr als sieben Kilowatt ist ohnehin ein Smart-Meter vorgeschrieben, der diese Funktion erfüllt. Bei Mehrfamilienhäusern mit älterer Elektroinstallation kann es schwierig werden, wenn der Strom nicht nur ins Netz eingespeist, sondern auch im Haus von den Bewohnern genutzt werden soll. Dann müssen oftmals Zählerschrän­ ke sowie Stromkabel getauscht und im ungünstigen Fall auch der Netzanschluss (Hausanschluss) erneuert werden.

eingespeist wird. Wird ein Großteil des Solarstroms direkt im Haus verbraucht, verursacht diese Abregelung kaum Verluste. Kosten und Wirtschaftlichkeit Die Anschaffung einer Solardachanlage sollte wegen der hohen Investitions­ kosten gut durchdacht werden. Kleine Anlagen ohne Batteriespeicher auf Einfamilienhäusern kosten derzeit etwa 1.900 Euro je installierter Kilowatt­ stunde Peak (kWp) Leistung. Bei einer Anlagengröße von vier kWp Leistung sind das 7.600 Euro. Bei Mehrfamilien­ häusern ist mit Kosten von 1.600 bis 1.300 Euro je kWp bei Anlagen bis 30 kWp Leistung zu rechnen. Hinzu kommen gegebenenfalls zusätzliche Investitionen am vorhandenen Strom­ netz oder für die Dachverstärkung. Für den Betrieb müssen jährlich Kosten von etwa 25 Euro je kWp für Wartung und Instandhaltung sowie acht Euro je kWp für die Versicherung eingeplant werden. Solarbatteriespeicher rentieren sich zumeist nicht und müssen zudem innerhalb der gewöhnlichen Nutzungs­ zeit der Solaranlage von 20 Jahren mindestens einmal erneuert werden. Solaranlagen rechnen sich immer dann, wenn möglichst viel des erzeugten Stroms im Haus genutzt und damit der teure Strombezug aus dem Netz

Solaranlagen: Welches Dach ist geeignet? Der Strompreis steigt und macht Strom aus einer Solardachanlage immer attraktiver. Wer als Selbst- nutzer, Vermieter oder Wohnungs- eigentümer sich mit dem Gedanken trägt, in eine Photovoltaik-Anlage zu investieren, sollte unbedingt prüfen, ob die technischen Voraus- setzungen erfüllt sind und unter welchen Umständen ein wirtschaft- licher Betrieb möglich ist. Möglichst ganzjährig sonniges Dach Hausdächer sind nur dann für die Photovoltaik geeignet, wenn sie möglichst ganzjährig von der Sonne beschienen werden. Besonders hoch ist der Stromertrag bei nach Süden ausgerichteten Dachanlagen. Diese können etwa 1.000 Kilowattstunden (kWh) Strom und mehr pro Kilowatt Peak (kWp) installierter Anlagenleistung und Jahr erzeugen. Bei nach Osten oder Westen ausgerichteten Dächern ist der Ertrag zumeist um fünf bis 15 Prozent geringer, dafür wird Strom über den Tag verteilt gleichmäßig geliefert. Verschatten Bäume, Dach­ aufbauten wie Antennen oder Schorn­ steine das Dach, fällt der Ertrag deutlich geringer aus. Verschattete Dachbereiche sollten daher nicht belegt werden. Dringend sollte auch auf eine zukünftige Bebau­ ung oder Bepflanzungen im Umfeld des Daches geachtet werden. Damit sich Solaranlagen rechnen, werden sie

mindestens zehn oder besser 20 Jahre betrieben. Verschatten in dieser Zeit nachwachsende Bäume und Sträucher oder ein neu errichtetes höheres Bau­ werk das Dach, kann die Solaranlage zum Verlustgeschäft werden. Dachstatik Solarmodule bringen eine neue Last aufs Dach, die zumeist in der ursprüng­ lichen Planung des Hauses nicht berücksichtigt wurden. Je nach Art der Unterkonstruktion ist mit einer Flächenlast von 13 bis 18 kg pro qm zu rechnen, was für viele Dächer unproble­ matisch ist. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Höhe des Daches, vorhandene Wind- und Schneelasten. Sollte die vorhandene Dachkonstruktion nicht ausreichen, können Steildächer meist unproblematisch verstärkt werden. Bei Flachdächern sind besondere Lösungen, sogenannte Sonderkonstruktionen, erforderlich. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte ein Baustatiker im Vorfeld die Gebäudestatik überprüfen.

werden. Wird das Dach erneuert, können Rüstung, Kran und Absturz­ sicherung gleich mitgenutzt werden, um eine Solaranlage zu errichten. Das spart Kosten. Außerdem sind bei einem neuen oder gerade erst sanierten Dach über lange Zeit keine Instand­ haltungsmaßnahmen erforderlich. Ist ein vorhandenes Dach noch gut in Schuss, sollte es dennoch vor der Belegung mit Dachmodulen überprüft und gegebenenfalls vorhandene Schäden behoben werden. Hauselektrik, Netzanschluss und Zähler Es ist sinnvoll, rechtzeitig mit dem zuständigen Netzbetreiber den Anschluss einer geplanten Solarstro­ manlage abzustimmen. Während der Stromanschluss einer Solaranlage bei einem Neubau keine Sorgen bereitet, ist das bei vielen älteren Häusern anders. Bei Neubauten kann die PV-Anlage gleich mitgedacht werden, auch wenn die Nachrüstung aus finanziellen Gründen erst später erfolgt. Hausanschluss, Elektroinstallation und Zähler sind auf dem neuesten Stand. Bei Ein- oder Zweifamilienhäusern, wo nur ein geringer Strombedarf vorhanden und auch keine riesige Anlage aufs Dach gesetzt wird, ist ebenfalls die elektrische Einbindung

Steuerungseinheit oder 70-Prozent-Regelung

Der Gesetzgeber schreibt außerdem für Photovoltaik-Anlagen eine Steuerungs­ einheit vor, die es dem Netzbetreiber ermöglicht, bei einer Überlastung des Stromnetzes die Anlage vom Netz zu nehmen. Für kleinere Anlagen bis 30 kW gilt allerdings eine Ausnahme: Auf die Steuerungseinheit kann verzichtet werden, wenn maximal 70 Prozent des Stroms der Solaranlage

Dachsanierung Ein neues Haus, ein neues Dach –

das sind gute Voraussetzungen für die Photovoltaik. Bei bestehenden Gebäuden sollte eine Dachsanierung genutzt

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