IHK-Global Business Ausgabe 6/2026

AMERIKAS

USA Raumfahrtindustrie mit Rückenwind

Die USA wollen ihre technologische Führer- schaft in Sachen Raumfahrt ausbauen. Eine Exekutivverord- nung von Präsident Trump hatte 2025 wichtige Ziele markiert: So soll eine permanente Präsenz auf dem Mond aufgebaut werden. Die zusammen mit europäischen und kanadischen Partnern im April 2026 erfolgreich abgeschlossene Mission Artemis II war hierzu ein wichtiger Meilenstein. Die Rahmenbedingungen auf dem US-Markt für Raum- fahrttechnik haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Private Unternehmen wie SpaceX und Blue Origin sind technologisch vorgeprescht und geben nun den Ton an. Die NASA will künftig noch stärker auf privates Engagement setzen. Auf der Nachfrageseite bleiben allerdings US-Behör- den zu rund 90 Prozent größte Abnehmer. Nur 10 Prozent der Nachfrage wird von Privatfirmen gene- riert. Meist handelt es sich um große IKT-Konzerne, die einen Satelliten ins All befördern wollen. Doch zunehmend wer- den auch Privatleute eine Rolle spielen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen IBIS World. Touristen könnten einen Flug ins All buchen oder die internationale Raumstation besuchen wollen. Unter der Trump-Administra- tion gab es in der Raumfahrt- politik Akzentverschiebungen. Mittelkürzungen in der Grund- lagenforschung werden durch Ausgabenerhöhungen infolge der Artemis-Mission und militärischer Projekte über- kompensiert. Der Aufbau des weltraumgestützten Raketen- abwehrsystems „Iron Dome“ erfordert laut Schätzungen In-

Der Industrieaus- stoß der „Space Economy“ beläuft sich auf etwa 240 Milliarden US-Dollar. Handels- und Informations- dienstleistungen erzielen dabei den höchsten Output

des Artemis-Programms sind sie harte Konkurrenten. Die NASA hat beide Unternehmen parallel mit der Entwicklung eines Mondlandesystems be- auftragt. Auch wenn amerikanische Raumfahrtunternehmen ins- gesamt betrachtet über einen technologischen Vorsprung verfügen, gibt es in einzelnen Sparten und Nischen Zuliefer- chancen für deutsche Unter- nehmen. Mögliche Bereiche sind innovative Materialien, KI-Anwendungen, Software, Elektrotechnik, optische Geräte, Laborausrüstung, Robotik sowie Test-, Mess- und Regeltechnik. Da es sich um öffentlich geförderte oder Verteidigungsprojekte handelt, gelten „Made in America“-Re- geln. Ausländische Firmen müssen einen zunehmenden Teil der Wertschöpfung vor Ort erbringen oder eine Partner- schaft mit einem US-Anbieter eingehen, um ins Geschäft zu kommen. GTAI/IHK

vestitionskosten in Höhe von 250 bis zu 3.600 Milliarden US-Dollar. Über die Größe des amerikani- schen Raumfahrtmarkts gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Die Aerospace Industries Asso- ciation kommt für 2025 auf ein Umsatzvolumen von 1.000 Mil- liarden US-Dollar, was gegen- über dem Vorjahr einem Plus von knapp 6 Prozent darstellt. Insgesamt soll die Branche ein- schließlich der nachgelagerten Industrien 2,2 Millionen Men- schen beschäftigen. Zusätzlich umfassen diese Angaben auch die Bereiche Sicherheit und Ver- teidigung. SpaceX und Blue Origin sind die treibenden Kräfte in der zivilen US-Raumfahrtindus- trie. Die Unternehmen wurden von den beiden Tech-Mil- liardären Elon Musk und Jeff Bezos gegründet. Aktuell hat SpaceX technologisch die Nase vorn, da es mit Falcom 9 das einzige wiederverwertbare System besitzt. Im Rahmen

60 PROZENT aller weltweiten Raketenstarts ent- fallen auf die USA. Die Gesamtzahl der Starts ist durch private Unterneh- men und staatliche

Aufträge stark angestiegen.

QUELLE: GTAI/SPACE STATS

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IHK Global Business 06/2026

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