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AUS DER ROMANDIE

Die Liebe drängt uns

Das 13. Kapitel im ersten Korintherbrief ist einer der am meisten gelesenen Texte der Bibel. Obwohl er uns so vertraut ist, müssen wir doch zugeben, dass es uns sehr schwer­ fällt, ihn vollständig in die Tat umzusetzen. Wie oft stossen wir an unsere Grenzen und versagen in der Liebe, sobald die Situation kompliziert wird, eine Beziehung sich ver­ schlechtert oder einfach, weil wir keine Zeit haben und uns lieber auf unseren eigenen Plan konzentrieren. Wenn wir jedoch nach Gottes Willen lieben wollen, führt uns sein Weg unweigerlich zu Menschen, die er liebt, die wir aber nicht lieben. Das war schon bei den ersten Jün­ gern der Fall. Sie sollten auf Menschen zu­ gehen, die sie verabscheuten, nämlich die Samariter. Diese wurden von den meisten Juden verachtet. Man hielt sie für unrein, ja sogar für von Dämonen besessen (Johannes 8,48) und war der Meinung, dass sie es ver­ dient hätten, vom Feuer des Himmels ver­ nichtet zu werden. Sogar Johannes, der spä­ tere Apostel der Liebe, war ein glühender Verfechter dieser Ansicht (Lukas 9,54). Aber gerade unter diesen Verachteten und Ausge­ stossenen fand die erste grosse Ernte statt, die im Johannesevangelium erwähnt wird, wo fast eine ganze Stadt an den Messias glaubte (Johannes 4).

Christophe Reifsteck, Bereichsleiter franko­ phones Europa

Gott hatte mir gezeigt, dass er uns durch seine Liebe zum Guten motivieren kann.

erwartete mich: Vor meiner Tür stand ein Mann, der mir Seife verkaufen wollte, ge­ nauer gesagt eine Person, die für mich wie ein «Samariter» war. Ich wollte ihm am liebs­ ten die Türe vor der Nase zuschlagen ... aber mein Gewissen hielt mich davon ab. So lud ich ihn ohne Begeisterung ein, hereinzu­ kommen und einen Kaffee zu trinken. Nach­ dem er mir seine Savon de Marseille verkauft hatte, fragte ich ihn, ob er ein besonderes Anliegen habe, für das ich beten könne. Er erzählte mir, dass seine Frau und er schon seit vielen Jahren vergeblich auf ein Kind warten würden. Ich betete für ihn und seine Frau, indem ich einfach verkündete, dass Gott derjenige ist, der Kinder schenken kann (Jesaja 66,9). Drei Monate später winkte mir derselbe Mann, der nun weniger «samaritanisch» für mich war, zu und formte mit einer Handbe­ wegung einen dicken Bauch: Seine Frau war schwanger! Es war die Liebe Gottes und si­ cherlich nicht meine, die diesem Paar ein Kind geschenkt hat. Es gibt eine Liebe, die uns drängt, sagt Paulus in 2. Korinther 5,14. Mögen wir sie finden und pflegen.

Die Begegnung mit «meinem» Samariter

Eines Tages, ich arbeitete im Homeoffice, wagte es ein ungebetener Gast, an meiner Tür zu klingeln. Zunächst wollte ich nicht öffnen, schliesslich war ich ja offiziell nicht da, da ich eigentlich im Büro sein sollte. Aber der Unbekannte blieb hartnäckig. War es ein Tür-zu-Tür-Verkäufer? Oder vielleicht ein Nachbar, der etwas brauchte? Wider­ willig ging ich nach unten, um die Tür zu öffnen. Eine unangenehme Überraschung

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