und gewöhnlichen Gesten. Denken Sie an die Freude, eine einfache, selbst zubereitete Mahlzeit zu geniessen, seinen Schreibtisch aufzuräumen, sich an der lebendigen bunten Wäsche zu erfreuen, die auf Balkonen aufgehängt ist, die sanfte Frühlingsluft bei einem Spaziergang im Park zu atmen. Die Rituale am Abend fördern ganz besonders diese kleinen Freuden. Sie wiederholen sich jeden Tag und vor allem entschleunigen sie uns gerade so weit, dass uns vertraute Dinge in einem anderen Licht erscheinen. Uns wird bewusst, dass sich in den einfachsten Gesten Schönheit und Freude verbergen. Um zu verstehen, wie die Schlafrituale diese grundlegenden Freuden hervorrufen, nehmen wir beispielsweise den elementaren Vorgang, seinen Pyjama oder sein Nachthemd anzuziehen. Wir entledigen uns unserer Kleidung, die in diesem Stadium mit Schweiss, gelegentlich auch mit Gerüchen oder Verschmutzung behaftet ist, die uns an die Anstrengung und den Stress des Tages
Hineinschlüpfen in ein schön umsäumtes Bett, das Einatmen des Dufts sauberer Bettwäsche oder aber das Lesen, Beten oder Meditieren in einer ruhigen und stillen Umgebung. Diese Momente erlebt man nicht immer allein. Viele von ihnen können geteilt werden und sich in Augenblicke der Intimität mit Angehörigen verwandeln. Viele Eltern mögen es beispielsweise, ihren Kindern Bücher vorzulesen oder die ganz Kleinen lieber am Abend als während des Tages zu baden. Auch wenn man am Ende des Abends müde ist, können die Rituale für eine gute Nacht die Gelegenheit sein, sich mit einem Familienmitglied auszutauschen und darüber zu sprechen, wie der Tag war. Und es sind nicht nur die Schlafrituale, die man mit anderen teilt. Auch das Schlafen selbst kann ein gemeinsames Erlebnis und eine Quelle von zwischenmenschlichem Wert sein. In vielen Kulturen ist es üblich, dass die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern schlafen. Viele Geschwister schlafen im selben Zimmer oder sogar im selben Bett. Ehepaare schlafen
erinnern. Dann schlüpfen wir in weiche Materialien, die auf Wohlbefinden ausgelegt sind und in der Regel keine Reissverschlüsse, Knöpfe oder harte Nähte haben. Das ist eine haptische Freude, eine Freude, die unsere Haut spürt. Dann kommt das gedämpfte Licht, vielleicht die Nachttischlampe, deren sanfterer Lichtschein an den Sonnenuntergang erinnert, und die Gesichts- und Zahnpflege. Schmutz wird von unserem Körper abgewaschen und durch die Frische von Minze oder anderen Kräutern und Wurzeln ersetzt oder bei Kindern vielleicht auch durch eine fruchtige Note. Man nimmt den Duft der Seife, der Feuchtigkeitscreme oder ähnlicher Produkte wahr. Diese mehrere Sinne ansprechenden Freuden können noch intensiver sein, wenn man die Abendroutine um ausgiebiges Duschen, ein Schaumbad oder ein umfangreicheres Pflegeritual erweitert. Es können weitere Rituale hinzukommen wie das
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