verhängte das ICO zudem eine Geldbuße gegen Reddit wegen Datenschutzverstößen gegenüber Kindern (ICO 2026). USA – Bundesstaat Kalifornien : Nach dem Vorbild des britischen Age Appropriate Design Codes verpflichtet der California Age-Appropriate Design Code (CAADCA, 2022) Unternehmen ebenfalls zu Safety by Design/by Default-Maßnahmen. Die Umsetzung umfasst hohe Sicherheitseinstellungen als Voreinstellung (etwa Safe Search oder Familien- und Freundeseinstellungen), den Schutz Minderjähriger vor Direktnachrichten unbekannter Erwachsener, Instrumente für Pausen und Erholung bei zwanghafter Nutzung sowie Schutzvorkehrungen gegenüber Drittwerbetreibenden. 7 Trotz rechtlicher Blockaden hat das CAADCA eine Reformdiskussion in 10+ US-Bundesstaaten ausgelöst. Australien: In Australien zeigen sich bislang vor allem kurzfristige Umsetzungseffekte des Social-Media-Verbots: eSafety zufolge wurden im Dezember 2025 rund 4,7 Millionen Konten von unter 16-Jährigen entfernt oder eingeschränkt; gleichzeitig läuft eine mehrjährige Evaluation mit über 4000 Kindern, Jugendlichen und Familien, die erst zeigen soll, welche beabsichtigten und unbeabsichtigten Wirkungen die Maßnahme tatsächlich hat. Der australische eSafety Commissioner Report (Australian Government 2025) zeigt zum einen, dass Plattformen deutlich mehr tun müssten, um jüngere Nutzer*innen zu blockieren, und zum anderen, dass eine Altersgrenze von 16 Jahren kaum wirksam ist, wenn Kinder zwischen 8 und 12 Jahren die Plattformen über Eltern-Accounts oder ohne Account nutzen können (DJI 2025: 8, unter Verweis auf Australian Government/eSafety Commissioner 2025). Dass die Verlagerung der Einwilligung auf Eltern, die stellvertretend für ihre Kinder zustimmen sollen, unzureichend erscheint, zeigt das Beispiel USA. Die Umsetzung des Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA) in den Vereinigten Staaten ist wenig wirksam, da Informationen zu Nutzungsbedingungen nicht niedrigschwellig und transparent sind, sodass eine informierte und substanzielle Einwilligung de facto nicht gewährleistet werden kann (5Rights Foundation 2026: 22). 3.3.2 Wirkung: Befähigung Die Wirkungsevidenz im Bereich Befähigung ist insgesamt heterogen. Positive Hinweise lassen sich vor allem dort benennen, wo Medienkompetenz curricular verbindlich verankert ist und durch Lehrkräftequalifikation und institutionelle Trägerstrukturen gestützt wird. Für rein projektbasierte oder kampagnenförmige Ansätze hingegen ist die Evidenzlage dünn. Dies verweist auf eine grundlegende methodische Herausforderung: Medienkompetenz ist schwer messbar, ihre Wirkungen entfalten sich über längere Zeiträume und lassen sich kaum von anderen Einflussfaktoren (familiäres Umfeld, Schulqualität, sozioökonomische Lage) isolieren. Wie das DJI außerdem festhält, übersteigt die Geschwindigkeit des Technologiefortschritts die Geschwindigkeit des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns; Evidenz entsteht durch eine Vielzahl von Studien, nicht durch Einzelbefunde, und der Großteil verfügbarer Evidenz ist korrelativer, nicht kausaler Natur (DJI 2025: 5). Für den Bereich Befähigung gilt dies in besonderem Maße.
————————————— 7 California Legislative Information (2022): https://leginfo.legislature.ca.gov/faces/billCompareClient.xhtml?bill_id=202120220AB2273&showamends=false.
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