bieten. Die europäischen und multilateralen Referenzdokumente der letzten Jahre lassen sich in ihrer Grundausrichtung als schrittweise Operationalisierung der Leitprinzipien der GC25 lesen: Sie greifen die Interdependenz von Schutz, Befähigung, Beteiligung und Teilhabe auf, übersetzen sie in verbindliche Rechtsinstrumente, regulatorische Anforderungen und politische Handlungsempfehlungen und schaffen damit eine gemeinsame normative Grundlage, die nationale Alleingänge zunehmend einbettet und anschlussfähig macht. Dies gilt für die EU-Kinderrechtsstrategie und die Europäische Kindergarantie (2021), die Europäische Strategie für ein besseres Internet für Kinder (BIK+) (2022), den Digital Services Act (2022), den AI Act (2024), die Recommendation CM/Rec(2018)7 des Europarats und die Recommendation of the Council on Children in the Digital Environment (2021) der OECD gleichermaßen. Gegenüber nationalen Alleingängen tragen solche Referenzrahmen der grenzüberschreitenden Realität digitaler Lebenswelten junger Menschen in besonderer Weise Rechnung: Sie bieten der Jugendpolitik eine belastbare Grundlage für abgestimmtes Handeln, fachliche Anschlussfähigkeit und einen nachhaltigen Transfer von Wissen und guter Praxis. Die vorliegende Expertise nimmt die oben genannten internationalen und europäischen Referenzrahmen auf und stellt rechtliche, politische und praktische Ansätze des Kinder- und Jugendschutzes in der digitalen Welt in einen ersten internationalen Vergleich von 42 Staaten und Regionen . Ziel ist es, Anknüpfungspunkte für die Weiterentwicklung entsprechender Ansätze in Deutschland sichtbar zu machen. Die Gegenüberstellung kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben: Eine systematische sowie kontinuierliche Beobachtung internationaler Entwicklungen in Bezug auf Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt wäre darüber hinaus sinnvoll, kann im Rahmen dieser Expertise jedoch nicht geleistet werden. 2. Methodik und Vergleichsrahmen 2.1 Bestandsaufnahme Die Untersuchung basiert auf der Bestandsaufnahme von nationalen Strategien, Gesetzgebungen und Referenzrahmen von 42 Staaten und Regionen aus allen Kontinenten. Die Datensammlung erfolgte auf Grundlage einer Dokumenten- und Literaturrecherche sowie aktueller Berichterstattung. Für den europäischen Raum wurden zudem Befragungen und Informationen aus dem Netzwerk der nationalen Korrespondent*innen des European Knowledge Centre for Youth Policy (EKCYP) der Youth Partnership, der BIK Policy Monitor 2025 sowie der Bericht des Europäischen Ausschusses der Regionen „Youth Protection in the Digital Sphere“ (im Folgenden: CoR 2026) berücksichtigt. Für den internationalen Vergleich außerhalb Europas wurden ergänzend aktuelle OECD-Berichte (2025 a; 2025b) sowie die Studie der 5Rights Foundation (2026) herangezogen.
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