IHK-Magazin Ausgabe 4/2026

TITELTHEMA | AUSLANDSGESCHÄFT

häufig immer härtere Konkurrenz chinesischer Wettbewerber. Mit Brasilien und Indonesien wurden gerade Freihandelsabkommen abgeschlossen. Inwie- weit werden deutsche Unternehmen davon profitieren? Kruse: Es ist sehr gut, dass die EU-Freihan- delsabkommen mit dem Mercosur und damit Brasilien und mit Indonesien abgeschlossen hat. Beide Freihandelsabkommen erleichtern unseren Unternehmen künftig Exporte in diese beiden zentralen Wachstumsmärkte erheblich. Wir werden unsere Unternehmen beim Wahr- nehmen dieser Chancen sehr unterstützen. In beiden Fällen sind die bisherigen Einfuhr- zölle sehr hoch. Es wird aber zu substanziellen Zollsenkungen kommen. Das wird die Wett- bewerbsposition unserer Exporteure auf beiden Märkten deutlich verbessern. Wie immer gibt es bei Freihandelsabkommen Übergangsfristen für die Zollerleichterungen. Im Fall des EU- Freihandelsabkommens mit Indonesien sind diese vergleichsweise kurz. Das können unsere Unternehmen für sich nutzen, indem sie den Markt rechtzeitig für sich erschließen, frühzeitig ein Gefühl für die Bedarfe der dortigen Kunden entwickeln, Vertriebspartner gewinnen und Kundenkontakte anbahnen, um dann loslegen zu können, wenn die Zölle sinken.

kann sich daraus sogar ein Wettbewerbsvorteil ergeben. Anders sieht es bei den US-Zusatzzöl- len von 50 Prozent auf Waren mit Stahl- und Aluminiumanteilen aus. Mittlerweile sind über 400 Produktgruppen betroffen. Ein so hoher Zusatzzoll macht Waren meist unverkäuflich. Welche Bedeutung wird der US-amerikanische Markt in Zukunft haben? Kruse: Eine große! Der US-Markt wird mittel- und langfristig weiter wachsen. Die Bevölkerung ist vergleichsweise jung, die Energiepreise sind nicht so stark gestiegen wie in Europa, und die Amerikaner konsumieren, im Zweifel auf Pump. Die USA bleiben also für deutsche Unternehmen weiter relevant. Wie sieht es mit Exporten Richtung Osten aus? Kruse: Da lohnt schon der Blick zu unserem Nachbarmarkt Polen. Polen wird auch in diesem Jahr stärker als jeder andere große europäische Markt wachsen. Wenn wir dann weiter Richtung Asien schauen, ist da vor allem Indien, dem inzwischen nicht nur bevölkerungsreichsten Staat der Welt. Indien ist auch der weltweit seit Jahren am stärksten unter allen großen Volks- wirtschaften wachsende Markt. Aber auch Indonesien wächst kontinuierlich Jahr für Jahr um die fünf Prozent. Allerdings stoßen viele unserer Unternehmen in Südostasien auf eine

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Corona-Tief hinter sich gelassen Entwicklung des baden-württembergischen Außenhandels seit 2013 in Milliarden Euro

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