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Hört auf Hildegard: Dämmt Dächer nachhaltig. Mit Biomasse.

STANDPUNKT 48

Böttcher: Das ist nicht das Problem. Es liegt an den komplexen Vorgängen rund um die Planung und der Scheu der Bauämter, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen. Häufig wird dadurch für uns bei kleineren Baugebieten der Aufwand zu groß.

Böttcher: Da bin ich sofort dabei. Dazu brauchen wir auch die jungen Architekturstudenten. Es gibt zu wenige Leute, die den Umbau beherrschen. Ich hätte Lust, so ein Innenstadtgebäude zu Wohnraum umzubauen, nur fehlt mir dazu das Personal. Schmieder: Ganz anders als früher wollen viele junge Leute bereits mit Mitte zwanzig Eigentum haben. Sie können das, weil sie ein ordentliches Erbe im Hintergrund haben. Böttcher: …oder Eltern und Groß­ eltern, die sie mit stattlichen Beträgen unterstützen können. Das kann dann bei den Planungsgesprächen ganz schön herausfordernd sein, wenn alle Generationen ihre konkreten Vorstellungen umgesetzt sehen wollen. Es gibt aber auch Leute, die kaufen sich ein altes Haus und wollen es nach ihren Vorstellungen umbauen. Da sage ich immer: Nein, das Haus steht schon. Ihr müsst gucken, ob „Ihr“ in dieses Haus passt. Wir müssen die Menschen dazu bringen, dass sich die Umbau­ kosten dann in vertretbaren Grenzen halten. Manche in der jüngeren Gene­ ration sind aber der Meinung, dass sie sich alles passend machen müssen. Vielleicht muss in die Köpfe hinein, dass man nicht unbedingt seinen Raumbedarf an dem der Nachbarn oder Freunde orientiert. Schmieder: Man kann durchaus alte Häuser an seine Bedürfnisse anpassen. Dazu gibt es viele gute architektonische Ansätze. Und mit der Tiny-House- Bewegung gibt es ja auch Ansätze, sich mit wenig Geld Eigentum zu verschaffen. Das finde ich eine ganz spannende Tendenz. Am Ende geht es immer um das Geld, das man hat. Der Wandel kommt aber leider weniger aus den Köpfen, sondern aus dem Portemonnaie. Was macht denn eigentlich die Größe eines Hauses aus? Das ist nicht unbedingt das 50-qm-Wohnzimmer. Es kommt oft auf die Anordnung

der Räume und die Gestaltung an. Man kann aus einem 100-qm-Winkel­ bungalow durch gute Architektur mehr räumliche Größe herausholen, als manch ein Riesenhaus es erscheinen lässt. Wir müssen die Leute dahin bringen, ihre Kernbedürfnisse zu erkennen, was nicht unbedingt die dorischen Säulen am Eingang sein müssen. Mit welchen Vorstellungen sollte der ideale Kunde zu Ihnen kommen? Böttcher: Er sollte nicht mit komplett vorgefassten Ideen kommen. Die eier- legende Wollmilchsau können wir nicht bauen. Der Kunde sollte die Fragen ehrlich beantworten, besonders, was das Budget betrifft und den Platzbedarf. Weniger Beratungsresistenz wäre schön. Schmieder: Der Kunde muss wissen, dass alle Entscheidungen Konsequenzen haben. Mit einem Architekten zu bauen, ist immer eine Vertrauensfrage. Man muss sich mögen, sonst wird das nichts und dann machen wir es auch nicht. Klar ist auch, dass der Bau eines Einfamlienhauses für ein Architektur­ büro vom Budget her ziemlich kosten- aufwändig ist. Das können oder wollen sich viele gar nicht leisten. Zum Abschluss eine ganz allgemeine Frage: Was ist Ihr Lieblingsbaustil im Einfamilienhausbereich? Schmieder: Wir entwickeln die Häuser aus ihrer Umgebung heraus und legen Wert auf eine gewisse Reduktion. Zurückhaltung wäre vielleicht unser Stil. Böttcher: Für das, was wir bauen, gibt es überhaupt keine Vorgaben oder Vorlieben. Ich persönlich liebe den guten alten, dunkelroten, geflammten Verblender aus Schleswig-Holstein.

Schmieder: Ich würde gern nochmal auf die Frage zurückkommen, warum für so viele Leute das Einfamilienhaus so erstrebenswert zu sein scheint. Wenn wegen der immer kleineren Grundstücke nur ein handtuchbreiter Garten übrigbleibt, der gerade noch für einen Grill reicht, dann ist ja auch die Qualität der Nachbarschaft schwierig und belastet. Deswegen müssen wir als planende Architekten das verdichtete Wohnen attraktiver gestalten. Sowas gelingt ja auch. Allerdings weniger bei renditegetrie­ benen Entwicklern, sondern eher bei kleineren, urbanen, genossen­ schaftlich organisierten Projekten. Wenn wir unsere Städte nicht noch mehr zersiedeln wollen, müssen wir in der Hinsicht besser werden. Wir müssen den Donut-Effekt, also neue Siedlungen am Rand und Aushöhlung der Zentren umwandeln in einen Krapfen-Effekt. Da stehen uns mit dem notwendigen Umbau der Innenstädte große Veränderungen bevor, die stark an Bedeutung gewinnen werden.

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Das Gespräch führte Volker Sindt.

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