IHK-Magazin Ausgabe 3/2026

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SPEDITION KÜBLER Blauwale on Tour Der Transport schwerer Lasten stößt auf der Straße an Grenzen. Die Alternativen?

V ier große Blauwale: So schwer ist das umfang- reichste und gewichtigste Einzelteil der Pfaffendorfer Brücke – 500 Tonnen. Die Teile für die neue Brücke werden seit zwei Jahren im Mannhei- mer Rheinauhafen zu 14 ein- zelnen Großteilen zusammen- geschweißt und per Schiff Stück für Stück nach Koblenz gebracht, um dort einmal eine alte Brücke zu ersetzen. Ort des Montage-Geschehens: das trimodal angebundene Schwer- gutzentrum der Spedition Kübler GmbH direkt am Rhein.

nehmen nutzt für sperrige und schwere Lasten nicht nur Straßen, sondern auch Schiff und Bahn. Im eigenen Fuhr- park verfügt es über die ent- sprechenden Spezialfahrzeuge. Dazu gehören beispielsweise fünf leistungsstarke Lokomo- tiven. Die starke Belastung der ohne- hin anfälligen Infrastruktur sei eine der Problemzonen der schweren Lasten auf der Straße – neben hohen Kosten, starkem CO2-Ausstoß, viel Bürokratie und komplizierten, langwierigen Genehmigungs- prozessen. „Abhilfe schaffen kann die sinnvolle Verknüp- fung der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasser, wofür wir hier in unserem Terminal im Hafen Mannheim die idea- len Voraussetzungen haben“, so Mutlu. Die Anbindung an wichtige Autobahnen, den be- deutenden Eisenbahnknoten- punkt und die „Lebensader“ Rhein sowie den Neckar er- mögliche optimale Verbindun- gen von Südwestdeutschland an die Seehäfen. Das sei gerade für den Export eminent wich- tig. Bis zu vier Binnenschiffe, die mit regelmäßigen Abfahr- ten von Mannheim zu den Häfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam unterwegs sind, könnten an den eigenen Kais gleichzeitig abgewickelt werden. „Das Thema hat auch eine zeit- liche Dimension: Wir schaffen einen Schwertransport per

Schiff in der Regel innerhalb von 30 Stunden nach Rotter- dam. Dafür bräuchten wir auf der Straße je nach Dimension eher drei bis fünf Tage“, erklärt Mutlu. Um noch mehr Kapazi- tät für Schwergut aller Art und noch mehr flexible Lager- lösungen mit direkter Anbin- dung aller Flächen an Gleis und Wasser für reibungslose Transporte zu gewinnen, hat das Unternehmen Ende 2025 die an das Schwergutzentrum angrenzende Logistikfläche samt Halle vom bisherigen Pächter übernommen. Damit erweiterte sich das Schwergut- zentrum auf nunmehr 100.000 Quadratmeter Freifläche und 50.000 Quadratmeter Hallen- fläche mit Kranen bis zu 500 Tonnen Tragkraft. Also für die eingangs erwähnten vier großen Blauwale. „Gerade für unsere bahnseiti- gen Aktivitäten im Transport von schwersten Lasten wie Transformatoren und Gusstei- len haben wir dringend mehr Platz benötigt. Den haben wir im Mannheimer Hafen gefun- den“, freut sich Mutlu. Er hält schon Ausschau nach weiteren Expansionsmöglichkeiten in der Umgebung. Überhaupt habe das Angebot von Vormon- tage-Möglichkeiten auf dem Gelände, wie bei dem Brücken- Projekt, viel Zukunft, ist der Logistik-Experte überzeugt: Damit ließen sich Bauabläufe entzerren, Bauverfahren be- schleunigen und letztendlich Bauzeiten reduzieren.

Im Schwergutzent- rum wird derzeit die neue Pfaffendorfer Brücke zusammen- geschweißt - in 14 riesigen Einzel - teilen, die dann aufs Schiff verladen werden.

Wir schaffen einen Schwertransport per Schiff innerhalb von 30 Stunden nach Rotterdam.

Robert Mutlu

Ob Raumfähre, Concorde, U-Boot oder aktuell die gigan- tischen Einzelteile der neuen Brücke: Dem Schwergutspezia- listen ist selten ein Transport- gut zu groß oder zu schwer. Angesichts des teils problema- tischen Zustands der Verkehrs- infrastruktur mit zahlrei- chen sanierungsbedürftigen Brücken sind die Leistungen von Kübler gefragter denn je, berichtet Niederlassungsleiter Robert Mutlu. Denn das Unter-

Das Team von Robert Mutlu in Mannheim umfasst 16 Mitarbeiter.

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IHK Magazin Rhein-Neckar 03 | 2026

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