03 | 2026 IHK Magazin
IHK-Magazin digital lesen: ihk.de/ rhein-neckar/ magazin
Personalentwicklung So scheitert Teambuilding SEITE 41
INFRASTRUKTUR
Robert Mutlu: im Hafen verankert SEITE 12
AUS DEN UNTERNEHMEN
IT-SICHERHEIT Schützen Sie Ihre Daten SEITE 40
Kino-Chef Michael Rösch SEITE 22
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STANDPUNKT
Der Verantwortung gerecht werden
B aden-Württemberg hat gewählt. Die amtierende Koalition erreicht eine Zweidrittelmehrheit. Damit einher geht im Falle einer Neuauflage von Grün- Schwarz eine enorme Verantwortung: Wirtschaft war für die Wähler das Top- thema. Darauf muss sich die Regierung konzentrieren, wollen wir unseren Wohl- stand erhalten. Baden-Württemberg zeichnet zwei Beson- derheiten aus: der starke Mittelstand und die exportstarken Unternehmen. Beides steht enorm unter Druck, worauf auch die Landesregierung Antworten finden muss. Die Unternehmen sind belastet von hohen Preisen für Arbeit und Energie sowie einer überbordenden Regulierung. Für die Industrie kommen die Verwerfungen auf den Auslandsmärkten hinzu. Die Landesregierung sollte daher den Un- ternehmen Luft zum Atmen zu verschaf- fen. Das heißt weniger Regulatorik und Bürokratie, mehr Flexibilität und geringere Kosten. Sie darf an erster Stelle keine weiteren zusätzlichen Belastungen
Zudem muss die Landesregierung ihre Kernaufgaben fokussieren, vor allem in der Bildung. Die Absolventen müssen in der Breite wieder ausbildungs- und berufsreif die Schulen verlassen. Auch beim Infra- strukturerhalt und -ausbau liegt vieles im Argen. Und wir müssen ein der Welt zugewandtes Land bleiben in einem voll- endeten EU-Binnenmarkt. Vom Bund und Europa bleibt Rückenwind für die Unternehmen indes weiter aus. Im Gegenteil: So kommt ein neues Tariftreue- gesetz und das Entgelttransparenzgesetz wird verschärft. Es greift noch stärker in die Lohnfindung von kleineren und mittleren Unternehmen ein! Diesen droht perspektivisch weiteres Ungemach: Die Diskussion um die Reform der Erbschafts- steuer lässt befürchten, dass sich die Verschonungsregeln für Betriebsvermögen deutlich verschlechtern werden. Nachfol- gen würde das erschweren. Und auch an der Steuerschraube wollen Teile der Politik weiterdrehen. Das zeigt, wie gering bei manchen das Problembewusstsein ist. Die IHK-Organisation arbeitet daher weiter auf allen Ebenen daran,
241,4 MILLIARDEN EURO Warenwert der Exporte aus Baden-Württemberg 2025 QUELLE: STAT. LANDESAMT
Baden-Württemberg zeichnet zwei Beson- derheiten aus: der starke Mittelstand und die exportstar- ken Unternehmen. Beides steht enorm unter Druck.
draufsatteln. Auch auf kompli- zierte Fördertöpfe für einzelne Betriebe oder Branchen soll- te sie verzichten. Kurz: Sie muss die Rahmenbedingun- gen deutlich verbessern!
politisch Verantwortlichen den Ernst der Lage zu ver- mitteln. Mein Eindruck: Im direkten Dialog klappt das am besten.
Manfred Schnabel Präsident der IHK Rhein-Neckar
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INHALT
IHK Magazin 03 | 2026
KOMPAKT
6 Wirtschaft und Region im Überblick
TITELTHEMA | INFRASTRUKTUR
12 Spedition Kübler Vom Mannheimer Hafen aus gehen Blauwale auf Tour
13 Unimatec Chemicals Europe Stabile Lieferkette dank Seeweg
14 DP W o rld Schnittstelle für Wasser, Schiene und Straße
15 Analyse IHK-Experte zur Entwicklung des Mannheimer Hafens
34 Nachfolge geregelt? Der Abschied vom eigenen Betrieb braucht gute Planung und viel Zeit.
16 Hafen Mannheim Von Dialog und E-Ladepark
17 Meldungen zur Infrastruktur IHK fordert Planungssicherheit für Bahnstrecke Mannheim-Heidelberg
AUS DER IHK
30 High-Tech fest im Griff Roman Henn ist Geschäftsführer der Mosca Elektronik und Antriebstechnik GmbH, die elektronische Komponenten hergestellt.
18 Neckar-Odenwald-Kreis IHK im Austausch mit Landrat
19 IHK-Vollversammlung Mathias Grimm wird neuer Hauptgeschäftsführer
STANDORT
20 Fachkräftesicherung Weshalb bei Gmeinder Getriebetechnik ein Kulturwandel stattgefunden hat
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IHK-Magazin digital lesen:
AUS DEN UNTERNEHMEN
22 Kinostar Mosbach Gut besucht trotz Netflix und Co.
23 iDocpro Klaus Beck-Dede digitalisiert Prozesse
25 TWT Digital Health Hier wird Software für die Gesundheitsbranche entwickelt
26 Nomika Bei Katja Schmitt werden Pferde zum Coach
28 Heidelberg Instruments Produzent von Mikroelektronik
31 E-Health Evolutions Digitale Hilfe für mentale Gesundheit
TIPPS
32 Streitigkeiten beilegen! Zeit und Kosten sparen: Unternehmen können bei Konflikten den neuen DIHK-Schiedsgerichtshof einschalten.
32 Recht & Steuern 34 Unternehmensführung 36 Umwelt & Energie
38 Ausbildung 40 Innovation
41 Weiterbildung 42 International
IHK-SERVICE
44 Öffentliche Bekanntmachungen 45 IHK-Börsen 46 Impressum
42 Tipps: International USA-Zoll-Chaos, Krieg im Iran, gestörte Lieferketten: Grund genug, sich nach neuen Märkten für den Export umzuschauen.
NAMEN SIND NACHRICHTEN
48 Meldungen in Kürze
SO LADE ICH MEINEN AKKU AUF
50 So lade ich meinen Akku auf Fatma Erdem liest gerne und ist großer Kinofan. Am liebsten entspannt sie jedoch im Kreis ihrer Familie.
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KOMPAKT
Angelina Naji hat sich mit Hilfe des Grün- dungszuschusses direkt nach der Elternzeit als Unternehmensberaterin selbstständig gemacht.
ANGELINA NAJI Gründerin baut Brücken
Frauen“ ins Leben gerufen. „Ich möchte von meinen Erfahrungen etwas weitergeben – sowohl an potenzielle Arbeitnehmerinnen als auch an Unternehmen. So möchte ich dafür sorgen, dass weibliche Fachkräfte mit Ver- antwortlichen ins Gespräch kommen und Verbindungen schaffen. Ich sehe mich als Brückenbauerin für weibliches Potenzial und nachhaltige Fachkräftebindung“, so die Grün- derin weiter. Denn Naji will Unternehmen auch aufzeigen, wie es gelingt, Frauen langfristig zu binden. „Das ist jedoch nur möglich, wenn es eine wirkliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt“, betont die Gründerin. MB
ANGELINA NAJI hat aus der Not eine Tugend gemacht. Als die Sinsheimerin ihrem dama- ligen Arbeitgeber mitteilte, dass sie Mutter wird, war die Reaktion dort alles andere als begeistert. Doch statt Schockstarre war Tat- kraft ihr Motto. Naji erinnerte sich daran, dass sie schon während ihres Sinologie-Studiums über Selbstständigkeit nachdachte. Gedacht, getan: 2024 wurde sie zu ihrer eigenen Chefin. „In meinem Beratungs- und Coachingangebot als Unternehmensberaterin geht es vor allem um Struktur und Analyse verschiedener Ab- läufe innerhalb des Betriebs. Ich biete keine fertigen, pauschalen Workbooks an, sondern schaue individuell auf das, was passiert und kommuniziert wird“, erklärt die 30-Jährige. Zusätzlich hat sie das Netzwerk „Stark für
Ich sehe mich als Brücken- bauerin für weibliches Potenzial und nachhaltige Fachkräfte- bindung.
Angelina Naji
naji-fachfrauen.de
? Gibt es Neuigkeiten zur Rückzahlung der Corona-Soforthilfe? FRAGE DES MONATS
ZAHL DES MONATS
Empfänger der Corona-Soforthilfe auf Basis der ersten Richtlinie (22. März bis 7. April 2020) sollen diese nicht zurückzahlen müssen.
sind in Deutschland bis 2035 von der Schließung bedroht, weil die Nach - folge ungeregelt ist Mehr zum Thema
ihk.de/rhein-neckar/ corona-soforthilfe
250.000 BETRIEBE
auf Seite 34 . QUELLE: DIHK
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KOMPAKT
O-TON DES MONATS
Backoffice-Prozesse. Ziel des Projekts ist die Opti- mierung administrativer Abläufe, Kostensenkung und Freisetzung von Mitarbeiterressourcen für wertschöpfende Tätig - keiten. Sie suchen auch Ko- operationspartner oder haben Interesse mit den oben genannten Unter- nehmen zusammenzu- arbeiten? Dann ist das kostenlose IHK-Techno - logietransferprogramm das Richtige für Sie. Denn Technologietransfer schafft Raum für neuen Ideen, die jeden Betrieb weiterbringen.
TIPPS & TERMINE
Dem deutschen Exportmotor fehlt das Schmieröl. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zu den Exportzah- len vom März. Treier weiter: „[…] Der Rückgang der Exporte zu Jah - resbeginn ist ein schwieriges Signal für das Gesamtjahr.“
Ein Softwareentwickler sucht Unternehmen, die Interesse an der Über- nahme, Weiterentwick - lung und Vermarktung einer spezialisierten Windows-Software für wissenschaftliche Be - rechnungen haben. Die Anwendung, entwickelt in C#, ermöglicht hochprä - zise Berechnungen und enthält einen eigenen Interpreter. Ein Technologie-Start-up sucht Unternehmen aus Mannheim und Heidel - berg zur Erprobung einer neuen digitalen Plattform für Verwaltungs- und
MEIN TOPSELLER
„Wir wollen Vielfalt zeigen“ DANIELA STAMOULIS : Die griechische Küche ist so viel vielfältiger als ihr Ruf, jeder Landstrich hat seine eigenen Gerichte, und das wollen wir unseren Gästen zeigen. Wir nennen uns daher „Der etwas andere Grieche“: Wer bei uns ausschließlich einen Grillplatten-Teller sucht, weil er bei vielen anderen griechischen Restaurants auf der Karte steht, wird enttäuscht sein. Dafür kommen kuli- narische Entdecker bei uns voll auf ihre Kosten. Einer unserer Topseller ist ein Klassiker der griechischen Küche: Kokkinisto moshari, geschmortes Rindfleisch in einer schmackhaften Rotweintomatensoße mit Zimtnote; serviert mit Kritharaki (griechischen Reisnudeln) oder Gigantes (Riesenbohnen). Unser Fawa-Dip ist als Vor- speise top: Spalterbsen gekocht und püriert; mit Olivenöl, Kapern und roten Zwiebelchen angerichtet. Außerdem bieten wir italienisch an- gehauchte Fisch- und Nudelgerichte an – als Hommage an Kefa-
ihk.de/rhein-neckar/ technologietransfer
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lonia, die Heimat meines Mannes. Die Insel liegt im Ionischen Meer, vieles ist dort me- diterran geprägt. Manche Gäste sagen sogar, dass mein Mann bessere Nudeln als ein Italie-
• Beratungsangeboten u. a. zu Ressourceneffizienz, Fördermitteln, Azubi-Suche oder IT-Sicherheit • Informationen wie Änderungen im Steuer- und Gesellschaftsrecht oder zum Auslandsgeschäft
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ner macht.
Ru
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Daniela und Christos Stamoulis haben 2002 das Taverna Mythos in der Mosbacher Innenstadt eröffnet.
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KOMPAKT
IHK-REGION Andächtiger Neuanfang
HEIDELBERG Zunahme: Das Technologie- Beratungsunternehmen cbs Corporate Business Solutions hat 2025 seinen Umsatz um 14 Prozent auf 316 Millionen Euro gesteigert. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit wuchs um acht Prozent auf mehr als 1.700.
MANNHEIM Cold as ice: Die Epta-Gruppe, Anbieter gewerblicher Kälte - technik, hat die Hauser GmbH aus Österreich übernommen. Damit steigt die Mitarbeiterzahl der Gruppe auf rund 10.000 Mit - arbeiter. Epta Deutschland hat seinen Sitz in Mannheim.
EBERBACH No cash accepted: Die Rheinbahn AG, größtes Verkehrsunternehmen in der Rhein-Ruhr-Region, führt für alle Fahrzeuge ein bargeldloses Zah - lungssystems ein. Der Auftrag für die Lieferung der dazugehörigen Geräte und die Einführung eines ID-basierten Ticketing-Systems ging an die Krauth Technology GmbH aus Eberbach.
Weinheim
Walldürn
Buchen
Hirschberg
Mannheim
Eberbach
Ladenburg
Waldbrunn
Schönbrunn
Heidelberg
Brühl
EVENTS 11. April Mannheim Ausstellungen, Führungen, Live-
Schwetzingen
Leimen Sandhausen
Mosbach
Hockenheim
Walldorf
Musik: Bei der Langen Nacht der Innovation und Kultur präsen - tieren sich zahlreiche Unternehmen und Institutionen. www.next- mannheim.de
Wiesloch
Sinsheim
SANDHAUSEN Neuanfang: Die Reinhard- Unternehmensgruppe, spezialisiert auf Nahversor - gungszentren und Einzel - handelsstandorte in den Bereichen Lebensmittel, Drogerie und Baumärkte, hat das Areal des ehemaligen Neckar-Odenwald-Zen - trums in Mosbach gekauft. Nach einem Großbrand vor zwei Jahren lag das Gelände brach.
WALLDÜRN Andacht: Der Wallfahrtsort erwartet 2026 aufgrund der Feierlichkeiten zu 400 Jahre Blutaltar ein höheres Besucheraufkom- men als sonst. Norma - lerweise besuchen laut Gemeinde rund 40.000 Pilger jährlich Walldürn und die Basilika St. Georg.
3. Mai Buchen
WIESLOCH Auf dem Markt: Im neuen „GewerbeCampus“, gelegen an der L 723, können Unter - nehmen Flächen mieten. Von den insgesamt 84.000 Quadratmetern stehen dafür rund 50.000 zur Verfügung. www.wiesloch.de/bauen- stadtentwicklung/wirt- schaft/gewerbecampus
Goldener Mai: Nur einer von vielen An- lässen für verkaufs- offene Sonntage in der Region. Am 10. Mai lockt beispielsweise der Blumenmarkt in Mosbach, am gleichen Tag das Frühlingsfest in Leimen. Alle Events: ihk.de/rhein-neckar/ sonntage
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KOMPAKT
DIE ANALYSE
STECKBRIEF
KALENDERBLATT
Miriam Caroli: „Hafen Mannheim als Herzstück“
7. Mai Nächstes Treffen des CSR-IHK-Netzwerks. Die Themen: Inner Development Goals und Neurodiversität
Frau Caroli, warum arbeiten Sie ehrenamt- lich im IHK-Verkehrsaus- schuss mit? Das klingt ja fast so, als ob es außergewöhnlich wäre, sich ehrenamtlich zu engagieren. Spaß bei - seite: Ich bin so erzogen worden. Und ich finde es selbstverständlich, sich als Vertreterin eines Verkehrs- unternehmens im entspre- chenden IHK-Gremium zu engagieren. Welche Themen behan- delt der Ausschuss? Wir kommentieren das politische Geschehen mit Blick auf den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, damit die Interessen der Wirtschaft berück- sichtigt werden. Die Brückenverbindungen zwischen Mannheim und Ludwigshafen
Überlegungen auch die Wasserstraßen; mit dem Hafen in Mannheim als einer der größten Binnen- häfen als Herzstück. Ru
ihk.de/rhein-neckar/ netzwerk-gesellschaft licheverantwortung
Mehr zum Thema auf Seite 10.
Matthias Kruse ist IHK-Geschäftsführer International.
Auf Seite 18: Der Verkehrs - ausschuss im Austausch mit der Bundestags- abgeordneten Isabel Cadematori Miriam Caroli, Vorstand der Stadtmobil Rhein- Neckar AG, ist Mitglied des IHK-Verkehrsausschusses.
Diversifizieren!
Während die Unternehmen in Deutschland über mangelnde Nachfrage klagen, läuft der Wirtschaftsmotor in anderen Teilen der Welt weiter hoch - tourig. Bisherige Booster für die deutsche Exportwirtschaft wie die USA oder China ziehen aber nicht mehr. Die Lieferun - gen in beide Länder sind 2025 jeweils um fast zehn Prozent eingebrochen. Hinzu kommen neue Verwerfungen durch den Krieg im Iran. Daher lohnt sich ein Blick in andere Weltregio - nen – und neue Länder rücken in den Fokus. Wie Brasilien oder Polen.
AUS DEN HOCHSCHULEN
Die Universität Heidel - berg bleibt Exzellenz- universität. Das haben der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungs - gemeinschaft bekannt- gegeben. Damit erhält die Universität für mindes - tens sieben weitere Jahre Fördermittel.
beschäftigen uns hier natürlich bereits sehr lange. Eine sehr
wichtige Rolle spielen in allen
www.uni-heidelberg.de
Mehr auf Seite 42.
Für Sie als IHK-Mitglied: Kennen Sie eigentlich schon …
… unseren Newsletter-Service? Mit unserem kostenfreien Newsletter informieren wir Sie per E-Mail zu ver- schiedenen Themen und Veranstal- tungen. ihk.de/rhein-neckar/newsletter … unsere IHK-Netzwerke? Werden Sie Teil der Mitmach-Orga-
unsere Arbeit und unsere Angebote. ihk.de/rhein-neckar/socialmedia
nisation IHK! Es ist ganz einfach: Wählen Sie das IHK-Netzwerk aus, das zu Ihnen passt und melden sich direkt online an. ihk.de/rhein-neckar/netzwerke … unsere Angebote auf Social Media? Auf LinkedIn, Instagram und Facebook kommunizieren wir mit Ihnen über
… das IHK-Magazin als E-Paper? Wir informieren Sie bei Erscheinen jeder neuen Ausgabe per E-Mail. ihk.de/rhein-neckar/magazin- digital
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TITELTHEMA | INFRASTRUKTUR
Was bewegt Der Mannheimer Hafen ist mehr als ein Umschlagplatz: Er vernetzt die Unternehmen der Region mit der Welt.
Der Mannheimer Hafen Zahlen und Fakten
14 HAFENBECKEN in den Gebieten Handelshafen, Rheinauhafen, Industriehafen und Altrheinhafen
35,7 KILOMETER STRASSE
148 KILOMETER GLEISNETZ
54,5 KILOMETER UFERLÄNGE
54,5 HEKTAR FLÄCHE
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TITELTHEMA | INFRASTRUKTUR
E in Logistikknoten, der Wasserstraße, Schiene und Straße verbindet: der Hafen Mannheim, einer der bedeutendsten Binnenhäfen in Europa und einer der größten in Deutschland. Im vergan- genen Jahr 2025 wurden hier 6,1 Millionen Tonnen Güter wasserseitig umgeschlagen – gut fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Das stimmt Mannheims Hafendirektor Uwe Köhn zuversichtlich. In den vergangenen Jahren war der wasserseitige Umschlag aufgrund des Kohleausstiegs geschrumpft. Die Rolle der Binnenschifffahrt und der Binnenhäfen wird in großen Teilen der Politik mittlerweile anerkannt. Zum Beispiel bei der Energie- und der Verkehrs- wende. Ein modernes Binnenschiff ersetzt 150 Lkw – eine umweltfreundlichere Alternative zum Straßentransport. Auch die Schiene mit ihren ausgereizten Kapazitäten wird durch jeden auf dem Schiff transportierten Container entlas- tet. Ein Aspekt, der nicht nur das Land Baden- Württemberg interessiert, dem die Hafengesell- schaft zu 100 Prozent gehört, sondern der auch in der Stadt Mannheim gewürdigt wird. Das manifestiert sich im „Zukunftsdialog Hafen Mannheim“, der zwischen Land, Hafen und Stadt vereinbart wurde (siehe Seite 16) und in den sich auch die IHK Rhein-Neckar einbringt (siehe Seite 15). Dabei geht es um die zukunftssichere Aufstellung des Hafens. Wenn auf der einen Seite entfallende Volumina hafen- und schiffsaffiner Güter auf der anderen Seite durch neu hinzukom- mende ersetzt werden können. Stichworte: Was- serstoffindustrie oder Kreislaufwirtschaft. Auch die Verlagerung von Schwertransporten weg von der teils maroden Straßenverkehrsinfrastruktur auf den Wasserweg oder die Schiene rückt in den
Fokus. Das Schwergutzentrum von Kübler im Rheinauhafen realisiert solche Transporte und expandiert kräftig (siehe Seite 12).Der Mann- heimer Hafen ist nicht nur Logistikstandort, sondern auch für rund 400 Unternehmen eine Heimat mit Anbindung zu den großen europäi- schen Seehäfen und auch zum Eisenbahngüter- verkehr. Die unterschiedlichsten Branchen sind hier vertreten: von Nahrungsmitteln, Energie, Logistik über Recycling zu Baumaterial bis Tank- lagerung. Viele große Player der Metropolregion wie Roche, ABB, BASF, Essity, John Deere oder Heidelberger Druckmaschinen schlagen ihre Pro- dukte zu einem erheblichen Teil über den Hafen um. Eines dieser Unternehmen ist Unimatec Che- micals Europe aus Weinheim (siehe Seite 13). Die Kombination aus leistungsfähiger Infrastruktur, industriellem Umfeld und trimodaler Anbindung (die Nutzung von drei verschiedenen Verkehrs- trägern für den Gütertransport – Wasserstraße, Schiene und Straße; Anm. d. Red.) macht den Hafen Mannheim zu einem Standort mit außer- gewöhnlichem Potenzial. Davon ist man beim Logistikunternehmen DP World (siehe Seite 14) überzeugt. Im Hinblick auf die angespannte Straßeninfra- struktursituation in der Region kommt den Wasserwegen eine Schlüsselrolle zu. Gleich- zeitig sind auch seine Nutzer und Kunden stark betroffen von der eingeschränkten Nutzbarkeit der Rheinbrücken. Bei der immens aufwändi- gen Sanierung soll die neu gegründete Rhein- brückengesellschaft mehr Tempo und Effizienz bringen (siehe Seite 17). Die IHK fordert zudem mehr Augenmerk und Mittel für den Öffentli- chen Personennahverkehr (siehe Seite 17), denn auch dieser darf beim Ausbau der Infrastruktur nicht zu kurz kommen. KH
6,1 MILLIONEN Tonnen Güter
wurden 2025 im Hafen Mannheim wasserseitig umgeschlagen QUELLE: HAFENGESELLSCHAFT MANNHEIM
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ITnI ThEaLlTtH E M A | INFRASTRUKTUR
SPEDITION KÜBLER Blauwale on Tour Der Transport schwerer Lasten stößt auf der Straße an Grenzen. Die Alternativen?
V ier große Blauwale: So schwer ist das umfang- reichste und gewichtigste Einzelteil der Pfaffendorfer Brücke – 500 Tonnen. Die Teile für die neue Brücke werden seit zwei Jahren im Mannhei- mer Rheinauhafen zu 14 ein- zelnen Großteilen zusammen- geschweißt und per Schiff Stück für Stück nach Koblenz gebracht, um dort einmal eine alte Brücke zu ersetzen. Ort des Montage-Geschehens: das trimodal angebundene Schwer- gutzentrum der Spedition Kübler GmbH direkt am Rhein.
nehmen nutzt für sperrige und schwere Lasten nicht nur Straßen, sondern auch Schiff und Bahn. Im eigenen Fuhr- park verfügt es über die ent- sprechenden Spezialfahrzeuge. Dazu gehören beispielsweise fünf leistungsstarke Lokomo- tiven. Die starke Belastung der ohne- hin anfälligen Infrastruktur sei eine der Problemzonen der schweren Lasten auf der Straße – neben hohen Kosten, starkem CO2-Ausstoß, viel Bürokratie und komplizierten, langwierigen Genehmigungs- prozessen. „Abhilfe schaffen kann die sinnvolle Verknüp- fung der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasser, wofür wir hier in unserem Terminal im Hafen Mannheim die idea- len Voraussetzungen haben“, so Mutlu. Die Anbindung an wichtige Autobahnen, den be- deutenden Eisenbahnknoten- punkt und die „Lebensader“ Rhein sowie den Neckar er- mögliche optimale Verbindun- gen von Südwestdeutschland an die Seehäfen. Das sei gerade für den Export eminent wich- tig. Bis zu vier Binnenschiffe, die mit regelmäßigen Abfahr- ten von Mannheim zu den Häfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam unterwegs sind, könnten an den eigenen Kais gleichzeitig abgewickelt werden. „Das Thema hat auch eine zeit- liche Dimension: Wir schaffen einen Schwertransport per
Schiff in der Regel innerhalb von 30 Stunden nach Rotter- dam. Dafür bräuchten wir auf der Straße je nach Dimension eher drei bis fünf Tage“, erklärt Mutlu. Um noch mehr Kapazi- tät für Schwergut aller Art und noch mehr flexible Lager- lösungen mit direkter Anbin- dung aller Flächen an Gleis und Wasser für reibungslose Transporte zu gewinnen, hat das Unternehmen Ende 2025 die an das Schwergutzentrum angrenzende Logistikfläche samt Halle vom bisherigen Pächter übernommen. Damit erweiterte sich das Schwergut- zentrum auf nunmehr 100.000 Quadratmeter Freifläche und 50.000 Quadratmeter Hallen- fläche mit Kranen bis zu 500 Tonnen Tragkraft. Also für die eingangs erwähnten vier großen Blauwale. „Gerade für unsere bahnseiti- gen Aktivitäten im Transport von schwersten Lasten wie Transformatoren und Gusstei- len haben wir dringend mehr Platz benötigt. Den haben wir im Mannheimer Hafen gefun- den“, freut sich Mutlu. Er hält schon Ausschau nach weiteren Expansionsmöglichkeiten in der Umgebung. Überhaupt habe das Angebot von Vormon- tage-Möglichkeiten auf dem Gelände, wie bei dem Brücken- Projekt, viel Zukunft, ist der Logistik-Experte überzeugt: Damit ließen sich Bauabläufe entzerren, Bauverfahren be- schleunigen und letztendlich Bauzeiten reduzieren.
Im Schwergutzent- rum wird derzeit die neue Pfaffendorfer Brücke zusammen- geschweißt - in 14 riesigen Einzel - teilen, die dann aufs Schiff verladen werden.
Wir schaffen einen Schwertransport per Schiff innerhalb von 30 Stunden nach Rotterdam.
Robert Mutlu
Ob Raumfähre, Concorde, U-Boot oder aktuell die gigan- tischen Einzelteile der neuen Brücke: Dem Schwergutspezia- listen ist selten ein Transport- gut zu groß oder zu schwer. Angesichts des teils problema- tischen Zustands der Verkehrs- infrastruktur mit zahlrei- chen sanierungsbedürftigen Brücken sind die Leistungen von Kübler gefragter denn je, berichtet Niederlassungsleiter Robert Mutlu. Denn das Unter-
Das Team von Robert Mutlu in Mannheim umfasst 16 Mitarbeiter.
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TITELTHEMA | INFRASTRUKTUR
UNIMATEC CHEMICALS EUROPE Schnelle Logistik als Vorteil Für Unternehmen, die ihre Kunden über die Region hinaus versorgen, ist hohe Lieferzuverlässigkeit von großer Bedeutung, wie das Beispiel aus Weinheim zeigt.
den Mannheimer Hafen. Viele hundert Seecontainer kommen jedes Jahr über den Seehafen Rotterdam hier an, werden ver- zollt und entladen. Die finalen Kilometer gehen sie von dort mit dem Lkw in das Lager in Weinheim. „Dieser Lieferweg deckt den Großteil unseres Importvolumens ab“, benennt Managing Director Dr. Hans- Martin Issel einen wichtigen Standortvorteil für sein Unter- nehmen, das über seine Logis- tikpartner jedes Jahr mehrere tausend Tonnen Rohstoffe und Produkte im Hafen umschlägt – nicht alles auf dem Wasser. „Der Wasserweg ist zwar kostengünstig, jedoch führen häufige Hoch- oder Niedrig- wasserereignisse sowie die in den letzten Jahren verringerte Zahl angebotener Abfahrtstage in Rotterdam zu gelegentlichen Abstrichen bei der Pünktlich-
keit und der umgehenden Weiterleitung der Güter über den Rhein“, sagt der Unimatec- Geschäftsführer zu einer der größten Herausforderungen für die Binnenschifffahrt. Das führe dazu, dass sein Unter- nehmen wieder vermehrt auf die Schiene setzt. Auch der Bahnumschlag wird im trimodal aufgestellten Hafen abgewickelt, der die Verkehrsträger Wasserweg, Schiene und Straße miteinan- der direkt verknüpfen kann: „Auf der langen Strecke ist für uns die Kombination aus Schiff und Bahn zuverlässig. Luftfracht ist für uns nur eine Notlösung. Sie ist um den Faktor 10 bis 20 teurer als der Seeweg,“ so Issel wei- ter. Auf den Logistikknoten Hafen Mannheim möchte der Unimatec-Chef daher auch in Zukunft nicht verzichten.
EINEN SEHR LANGEN WEG, fast einmal um die halbe Welt, haben Synthesekautschuke und Spezialchemikalien für anspruchsvolle Anwendungen hinter sich, wenn sie bei der Unimatec Chemicals Europe GmbH in Weinheim eintreffen. Importiert werden sie überwie- gend aus Werken der Mutter- gesellschaft in Japan, aber auch aus Singapur und den USA. Damit werden die Kaut- schukverarbeitende Industrie und die Schmierstoffindustrie in ganz Europa beliefert. Vom Standort in Weinheim aus steuert Unimatec den Ver- trieb und ist verantwortlich für den technischen Support des Global Players, bis hin zu Produktsicherheit und Com- pliance. In Weinheim ist auch das Hauptlager für Europa an- gesiedelt. Beim Umschlag setzt das Unternehmen stark auf
Luftfracht ist für uns nur eine Not-
lösung. Sie ist um den
Faktor 10 bis 20 teurer als der Seeweg.
Dr. Hans-Martin Issel
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Wir halten Dinge in Bewegung – von Industriemotor und E-Auto bis zur Waschmaschine. Mehr noch: Wir machen sie besser, effizienter – und vor allem nachhaltiger. Das ist unser Antrieb. Nichts begeistert uns mehr als Kunden, die einen Schritt nach vorne machen. Mit uns – und unseren Schmierstofflösungen. www.fuchs.com
ITnI ThEaLlTtH E M A | INFRASTRUKTUR
DP WORLD Verkehrsträger eng verzahnen Flexibilität und Resilienz fragen die Kunden von großen Logistikern wie DP World nach, gerade in Zeiten unsicherer Lieferketten.
heimer Hafen als „leistungs- fähigen und verlässlichen Inland-Hub“ weiterentwickeln – für die regionale Wirtschaft ebenso wie für internationale Warenströme. Dabei spielen aus Sicht von Langer multimodale Verkehre eine zentrale Rolle: „Sie helfen Unternehmen aus der Region, ihre Lieferketten resilienter aufzustellen, Abhängigkeiten zu reduzieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Senkung von Emissionen zu leisten.“ Eine der größten Heraus- forderungen zur Erreichung dieser Ziele liegt aus Sicht des Logistikexperten aktuell weniger im operativen Betrieb als vielmehr in den strukturel- len Rahmenbedingungen. Seit Langem geplante und fachlich breit abgestimmte Maßnah- men würden auf Bundesebene nur verzögert oder gar nicht umgesetzt: „Dazu zählen unter anderem die Ablade- optimierung am Mittelrhein (Vertiefung der Fahrrinne, Anm. d. Red.), eine klare Ent- scheidung zur Verlängerung der Neckarschleusen sowie die seit Jahren aufgescho- benen Instandhaltungs- und Ausbaumaßnahmen im Schienen- und Straßennetz“, moniert Langer. Fehlende Planungssicherheit und ver- zögerte Infrastrukturprojekte erschwerten es, die Potenziale der Wasserstraße und der Schiene konsequent zu nut- zen. Gerade für einen multi- modalen Standort wie Mann- heim seien diese Themen von zentraler Bedeutung.
I m Mannheimer Handels- hafen – direkt am Neckar un- weit von Schokinag und MVV – bündelt DP World Container- verkehre über Bahn, Binnen- schiff sowie Lkw. Und verbin- det damit die Wirtschaftsregion Rhein-Neckar direkt mit den großen Seehäfen in Nord- und Westeuropa. Bei den transpor- tierten Gütern ist die Band- breite groß: Einen wesentlichen Anteil machen Produkte aus der Automobilindustrie sowie der Lebensmittelbranche aus. „Die Kombination aus leis- tungsfähiger Infrastruktur, industriellem Umfeld und trimodaler Anbindung macht Mannheim zu einem Stand- ort mit außergewöhnlichem Potenzial“, sagt Jens Langer,
Geschäftsführer DP World Intermodal. Mannheim sei für den Logistiker weit mehr als ein operativer Umschlagpunkt, sondern ein „strategischer Anker im südwestdeutschen Hinterland“. Gerade für eine exportstarke Region wie Rhein- Neckar sei eine starke Hin- terlandlogistik ein entschei- dender Wettbewerbsfaktor: „Mannheim verbindet Industrie, Handel und internationale Märkte auf kurzen Wegen und bietet damit klare Vorteile für Unternehmen vor Ort. Entspre- chend sehen wir hier langfris- tig sehr gute Perspektiven und weiteres Entwicklungspoten- zial“, sagt Langer. Auf lange Sicht will DP World seinen Standort im Mann-
Das Container- terminal von DP World am Neckarufer im Mannheimer Handelshafen
Gefragt sind moderne, multimodale
Transport- lösungen.
Jens Langer
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INTERVIEW „Gut für Umwelt und Bürger“ Der Mannheimer Hafen hat wichtige Aufgaben zu erfüllen. IHK-Experte Mario Klein erläutert, was es braucht, damit das gelingt.
Beispiele, vom Schwergutbereich über die Kreislaufwirtschaft bis hin zur Verlagerung von Gütern auf klimafreundliche Verkehrsmittel. Ein Binnenschiff ersetzt rund 150 Lkw, die uns im Straßenverkehr erspart bleiben. Und auch die Schiene, deren Kapazitäten so gut wie erschöpft sind, kann dadurch entlastet werden. Das ist gut für die Umwelt und für die Bürger. Ein weiteres Zukunftsthema ist die Versorgung mit neuen Ener- gieträgern beziehungsweise deren Lagerung. Die Metropolregion ist im Bereich Wasserstoff sehr aktiv – hier kann der Hafen mit seiner vielseiti- gen Anbindung und seinen Flächen ein wichtiger Akteur sein. Was muss die Politik tun? Klein: Schiffe, Lkw und Güterzüge dürfen nicht getrennt betrachtet werden. Die Wasserstraße ist der ein- zige Verkehrsträger, der noch Kapazi- tät hat. Jeder Container, der auf ein Binnenschiff kommt, kann weniger Stau und pünktlichere Züge bedeu- ten. Das muss die Politik verstehen und entsprechend handeln – ob vor Ort im Gemeinderat, in Stuttgart, in Berlin oder Brüssel. Gleichzeitig ent- steht durch den Hafen in Mannheim mehr Verkehr. Dieser Verkehr sorgt aber dafür, dass woanders deutlich
weniger Lkw unterwegs sind und CO2 eingespart wird. Mannheim trägt also „Sonderlasten“ und braucht Unter- stützung bei Erhalt und Ausbau der Infrastruktur. Da ist die Politik auf allen Ebenen gefordert. Wie unterstützt die IHK den Hafen? Klein: Abgesehen von unseren klas- sischen Aufgaben bei der Unterstüt- zung unserer Mitgliedsunternehmen vor Ort ist es unser Anliegen, Rah- menbedingungen und Potenziale für zukünftige Entwicklungen des Hafens zu ermitteln. Gibt es spezielle IHK-Aktivitäten in diesem Jahr? Klein: Ende April werden wir die Ergebnisse unserer Hafenstudie ver- öffentlichen, die wir gemeinsam mit der IHK Pfalz durchgeführt haben, um die Potenziale der Binnenschiff- fahrt und der Häfen in der Region zu ermitteln. Vor dem Hintergrund der Flächenknappheit und teils gegenläu- figer Interessen von Wirtschaft und Stadtentwicklung bringen wir uns auch in den erfolgreich gestarteten „Zukunftsdialog Hafen Mannheim“ ein. Unser Ziel: den Wirtschafts- standort Hafen gemeinsam mit Land, Hafengesellschaft und Stadt weiter- zuentwickeln.
Herr Klein, wie wichtig ist der Mann- heimer Hafen für die Wirtschaft der Region? Mario Klein: Für die Unternehmen der Region ist der Hafen das Tor zur Welt – ohne ihn hätten wir keine Exportquote von 60 Prozent. Viele Betriebe nutzen das trimodale Ange- bot des Hafens mit der Verknüpfung von Wasserweg, Straße und Schiene, das ihnen dabei hilft, sich in Zeiten anfälliger Lieferketten resilienter und dabei nachhaltiger aufzustellen. Das sind einerseits Unternehmen, die direkt im Hafen ihren Sitz haben, dort produzieren, handeln, als Lo- gistiker oder Dienstleister tätig sind. Andererseits sind es auch Unter- nehmen aus der Region, die hier ihre Produkte oder Rohstoffe per Schiff oder Bahn versenden und emp- fangen und sie hier zum Transport auf der letzten Meile umladen oder zwischenlagern. Wo sehen Sie zukünftige Aufgaben des Hafens? Klein: Während der Transport von Massengütern wie Kohle eher rück- läufig ist, gibt es durchaus andere, sehr aussichtsreiche Perspektiven, für die wir aber auf das trimodale Angebot eines Hafens dringend angewiesen sind. Dazu gibt es viele
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HAFEN MANNHEIM Dialog gestartet Die Interessen der Hafenbetriebe sollen zukünftig stärker berücksichtigt werden.
S tadt, Land und Hafenakteu- re sind der Meinung: Die Entwicklung des Hafens soll verlässlich, nachhaltig und ge- meinsam gestaltet werden. Dazu wurde ein festes Gesprächsfor- mat verabredet, um die lang- fristige, nachhaltige Weiterent- wicklung des Hafens gemeinsam und unter Berücksichtigung aller Interessen zu gestalten. Diese sind angesichts knapper Flächen teilweise unterschied- lich: Der Hafen sieht seine Funktion als Logistik- standort und Heimat für über 400 Unternehmen. Die Stadt sucht Mög- spielt der Hafen eine wesent- liche Rolle bei der Verlagerung von Gütern auf klimafreund- liche Verkehrsmittel und der Versorgung mit neuen Energieträgern. lichkeiten zur Entwick- lung und Verkehrsent- lastung. Für das Land
Bei den regelmäßigen Gesprächen sollen Themen wie Bebauungsplä- ne, Flächenbedarfe, Wirtschaft und Transformation sowie Verkehr und Infrastruktur auf der Agenda stehen. An den Gesprächen sind auch Institutionen wie die IHK Rhein- Neckar sowie Hafenanlieger beteiligt. Hafendirektor Uwe Köhn begrüßt die Anerkennung der Bedeutung des Hafens für die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung in der Region und betont das Anliegen, den Unternehmen insbesondere auch im Handelshafen langfristig zuverlässige und planbare Investitionszeiträume anbieten zu können: Das
– in Zusammenarbeit zwischen der Staatlichen Rhein-Neckar-Hafen- gesellschaft Mannheim, der Stadt Mannheim und MVV „Der Hafen bietet mit seiner zentralen Lage und seiner Anbindung ideale Vorausset- zungen, um die Elektrifizierung des Güterverkehrs voranzutreiben“, sagte MVV-Vorstand Ralf Klöpfer Ende 2025 bei der Vertragsunterzeichnung.
Rund 400 UNTERNEHMEN sind im Mannheimer Hafen ansässig
ständige, regelmäßige Austauschformat soll für die gegenseitige, frühzeitige Informa- tion über Pläne und Maßnahmen sorgen. Eine Neuerung speziell im Handelshafen verläuft der- zeit parallel: Ein Ladepark für E-LkW entsteht hier
Mit einer Ladeleistung von 1.000 Kilo- watt können laut MVV Elektro- Lkw in nur etwa 45 Minuten
Strom für eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern nachladen. Das Investi- tionsvolumen beträgt 3,2 Millionen Euro,
Fördermittel kommen vom baden-württem- bergischen Verkehrs- ministerium. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 geplant, die Inbetrieb- nahme soll bis Anfang 2027 erfolgen. Dem ersten Bauabschnitt könnte bei entspre- chender Nachfrageent- wicklung ein weiterer folgen, so der Energie- versorger
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INFO
Weitere Infrastruktur-News
Rheinbrückengesellschaft gegründet Für betroffene Unternehmen und den Pendlerverkehr ist es eine Katastrophe: Beide Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen stehen aufgrund erheb - licher Schäden dem Straßenverkehr und dem ÖPNV noch jahrelang nur mit erheblichen Einschränkungen zur Verfügung. Nun haben die beiden Städte zum 1. Januar eine ge - meinsame „Rheinbrückengesellschaft Ludwigshafen- Mannheim“ gegründet, um die Sanierung der maroden Konrad-Adenauer-Brücke (Baujahr 1959) und der Kurt-Schumacher-Brücke (Baujahr 1972) effizienter zu gestalten. Die Gesellschaft mit Sitz in Ludwigshafen soll die bau - technische und kaufmännische Projektabwicklung sowie die Fördermittelakquise für die Sanierung dieser beiden Hauptschlagadern des rheinüberschreitenden Verkehrs bündeln. Mit weniger Schnittstellen und klaren Verant - wortlichkeiten sollen Sanierung und Ersatzneubau der Rheinbrücken schneller, verlässlicher und professioneller umgesetzt werden können. Ausbau Bahnstrecke Mannheim-Heidelberg: Die Finanzierung des viergleisigen Ausbaus der Bahn - strecke Mannheim-Heidelberg scheint derzeit nicht gesichert. Dabei wäre der Ausbau des Engpasses zwischen Heidelberg-Wieblingen und dem Heidelberger Hauptbahnhof aus Sicht der Unternehmen von zentraler Bedeutung. Die Strecke zählt zu den wichtigsten Schienenachsen in der Region und ist vor allem für Pendler wichtig.
Bei den Mitteln aus dem Sondervermögen für Infra - struktur müssten aus Sicht der IHK planerisch weit fortgeschrittene Projekte Priorität haben. Aktuell sind die Mittel für den Ausbau nicht eingeplant. Das sei keine gute Nachricht für die Wirtschaft, so IHK-Präsident Manfred Schnabel. Das Bundesverkehrs - ministerium müsse Verantwortung übernehmen, die Finanzierung sicherstellen und damit Planungssicherheit schaffen. „Ohne zusätzlichen Ausbau drohen weitere Verspätungen, Angebotskürzungen und ein Verlust an Zuverlässigkeit“, warnt Schnabel. Neues Angebot vom City Airport Mannheim: Viele Geschäftsreisende haben nach der Corona-Zeit das Angebot von Linienflügen vom Mannheimer City Airport aus nach Berlin oder Hamburg schmerzlich vermisst. Zwar gab es europaweite Chartermöglichkeiten sowie Flüge nach Sylt, Usedom und Elba – doch Geschäftsreisende mussten meist andere Flughäfen ansteuern. Das soll wieder anders werden: Im Februar wurde mit einer „Pionierflugwoche“ eruiert, ob ein neues, bedarfs - orientiertes Angebot Zuspruch bei den Kunden findet. Gemeinsam mit der Regionalfluggesellschaft FlyVini soll es neue Direktverbindungen zu wichtigen Zielen in Deutschland und Europa geben. Getestet wurde mit den Zielen Berlin (Schönhagen) und Hamburg. Basis des Angebots ist laut Unternehmen nicht ein fester Flugplan, sondern quasi eine Mitflug-Plattform nach dem Motto „Fly-on-Demand“. Mindestens eine Woche vor dem Abflugdatum müsse man gebucht haben – der Flug komme zustande ab einer bestimmten Mindestbuchungs - größe.
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Inhalt AUS DER IHK
IHK IM GESPRÄCH MIT LANDRAT Chancen von Obrigheim nutzen Energieversorgung und Bürokratieabbau waren zentrale Themen.
C hancen erkennen beide Seiten im Gesetz zur er- probungsweisen Befreiung von landesrechtlichen Rege- lungen für Gemeinden und Landkreisen. Dieses Rege- lungsbefreiungsgesetz ermög- licht Gemeinden, Landkreisen und Zweckverbänden, auf Antrag von landesrechtlichen Regelungen abzuweichen. Jetzt komme es darauf an, wie das Land tatsächlich damit umgehe. Hier sei wichtig, dass
346 Entlastungsschritte identifiziert hat. „Die Arbeit der Entlastungsallianz ist befristet auf diese Legislatur. Daher sollte die neue Lan- desregierung das Gremium erneut beauftragen. Für die definierten Entlastungsschrit- te gilt, dass sie weiter von allen betroffenen politischen Ebenen umgesetzt werden sollten. Das wäre ein wichti- ger Beitrag zum Bürokratieab- bau im Land.“ Beim Thema Energiever- sorgung betonte Brötel: „In Phasen einer noch immer viel zu geringen Produktion grundlastfähiger Energie aus Erneuerbaren brauchen wir mehr denn je eine sichere und günstige Stromproduktion in der Region. Deshalb machen wir uns für ein wasserstoff- fähiges Gaskraftwerk im Rahmen der Kraftwerksstra- tegie der Bundesregierung stark. Es darf nicht zu unter- schiedlichen Strompreiszonen in Deutschland kommen“. Landrat und IHK waren sich einig, dass sich der langjährige Kraftwerksstandort Obrigheim dafür besondere anbiete: Er liegt nur wenige Kilometer von der Süddeutschen Erdgaslei- tung entfernt und ein Teil der Infrastruktur steht dort schon zur Verfügung. „Obrigheim muss deshalb wieder ein über- regional bedeutsamer Energie- standort werden“, sagte der Landrat.
die Ministerien kommunale Anträge auch konsequent posi- tiv bescheiden. „Und: Wenn dieses Gesetz auf Bundesebe- ne ein Pendant fände, könnte noch mehr Bürokratie vermie- den werden“, so Landrat Dr. Achim Brötel. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Nitschke verwies auf den Normenkontrollrat Baden-Württemberg und die Entlastungsallianz, die
(von links): IHK- Hauptgeschäfts- führer Dr. Axel Nitschke, Landrat Dr. Achim Brötel und IHK- Geschäftsführer
Dr. Andreas Hildenbrand
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Verkehrspolitischer Dialog mit der Bundestagsabgeordneten Isabel Cademartori: Diskutiert wurde unter anderem über die sogenannte Förderkulisse im Kombinierten Verkehr (KV). Damit sollen durch direkte Investitionszuschüsse Neu- und Ausbau sowie Modernisierung von Umschlaganlagen (Schiene/Straße/Wasser) unterstützt werden. Eingeladen hatte der IHK-Verkehrsausschuss mit dem Vorsitzenden Detlef Kuhn (Detlef Kuhn Gesellschaft für Unternehmens- & Personalberatung mbH, zweiter von rechts) und seinem Stellvertreter Marc Jobelius (Bouché und Partner GmbH Internationale Spedition, rechts); im Bild zusammen mit IHK- Geschäftsbereichsleiter Mario Klein. Info: Auf Seite 9 finden Sie ein Interview mit Ausschuss-Mitglied Miriam Caroli.
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AUS DER IHK
BESCHLUSS DER VOLLVERSAMMLUNG Mathias Grimm wird neuer Hauptgeschäftsführer Die IHK-Vollversammlung hat auf ihrer März-Sitzung Mathias Grimm zum neuen Hauptgeschäftsführer bestellt. Am 1. Juli tritt er sein Amt an.
M it der Entscheidung ist die Nachfolge von Dr. Axel Nitschke geregelt, der Ende Juni nach 15 Jahren in dieser Funktion in Ruhe- stand tritt. „Mathias Grimm hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und die Zusammenarbeit mit ihm ist exzellent. Daher ist er im Ehrenamt, in der Mitglied- schaft und bei den Mitarbei- terinnen und Mitarbeitern der IHK hoch angesehen und in der Region bestens vernetzt. Das sind ideale Voraussetzung für seine zukünftige Funktion“, sagte IHK-Präsident Manfred Schnabel bei der Vorstellung des Kandidaten in der Vollver- sammlung. „Das klare Votum der Vollver- sammlung freut mich sehr und wird mir Ansporn sein, mich mit aller Kraft für unsere mehr als 70.000 Mitgliedsunterneh- men einzusetzen. Ich bin in der Region tief verwurzelt. Von daher ist es mir eine Ehre, gemeinsam mit den 180 IHK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Beitrag zu leisten, den Standort zu si- chern und weiterzuentwickeln sowie unsere Mitglieder mit besten Services und effizienter Erfüllung unserer hoheitlicher Aufgaben zu unterstützen“, sagte Mathias Grimm. Mathias Grimm, Jahrgang 1967, ist am Bodensee und in Tauberbischofsheim auf-
Der designierte IHK-Hauptge- schäftsführer Mathias Grimm (links) nimmt die Glückwünsche von IHK-Präsident Manfred Schnabel entgegen.
Das klare Vo- tum wird mir Ansporn sein, mich mit
aller Kraft für unsere Mitglieds-
gewachsen. Nach seinem Jura-Studium in Mannheim, Heidelberg und Montpellier hat Grimm als Anwalt gearbei- tet, bevor er 1999 in der IHK begann und für eine Reihe unterschiedlicher Bereiche Verantwortung übernahm. Seit
2015 ist Grimm als kaufmän- nischer Geschäftsführer für die Bereiche Personal, Finan- zen, Facility Management und interne Dienste verantwortlich, seit 2019 darüber hinaus stell- vertretender Hauptgeschäfts- führer.
unternehmen einzusetzen.
Mathias Grimm
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Inhalt STANDORT
FACHKRÄFTESICHERUNG „Kommunikation ist A und O“ Was hat Unternehmenskultur mit Fachkräftesicherung zu tun? Vor Ort bei der GGT Gmeinder Getriebetechnik GmbH in Mosbach
W ie wichtig dem Ge- nik ein lockerer und kollegialer Umgang mit seiner Belegschaft ist, zeigt sich, wenn er am Mor- gen das Unternehmen betritt. Für jede Frage, jedes Problem oder jeden Vorschlag hat Dr. Wolfgang Fischer ein offe- nes Ohr, das „Du“ als Anrede hat sich längst etabliert. „Wir wollen weiter wachsen und Gmeinder neu aufstellen und strukturieren“, so der Ingeni- eur, der 2020 die Leitung des Unternehmens übernommen hat. „Unsere Mitarbeiter sind dabei das wichtigste Kapital, das wir haben und darum müssen wir uns kümmern. Wir sind ein Team.“ schäftsführer von GGT Gmeinder Getriebetech-
Seit der Übernahme des 1913 gegründeten Odenwäl- der Getriebespezialisten für Schienenfahrzeuge durch die tschechische Wikov-Gruppe ist die Mannschaft des Mittel- ständlers von 100 auf über 130 angewachsen. Fischer setzt al- les daran, dass sich seine Fach- kräfte im Betrieb wohlfühlen und dem Unternehmen auch in Zeiten des Wandels erhalten bleiben. Das scheint zu funk- tionieren: Die Fluktuationsrate liegt bei unter drei Prozent, weit unter Durchschnitt. Auf dem Terminkalender steht heute ein Treffen mit dem Betriebsrat. Alle drei bis sechs Monate diskutiert Fischer mit den Arbeitnehmervertretern
über die Anfragen im Emp- loyee Assistance Program. Das ist eine Hotline, die von den Mitarbeitern kostenlos in Anspruch genommen werden kann und Hilfe bei rechtlichen, familiären, medizinischen sowie psychologischen Prob- lemen bietet. Die Angestellten werden beispielsweise bei der Buchung von Arzttermi- nen unterstützt. Mit diesem Service hat Gmeinder eine Agentur beauftragt. „Selbst- verständlich sind die Inhalte anonym. Der Hintergrund unserer Gespräche mit dem Betriebsrat ist es zu erfahren, ob es irgendwelche Probleme gibt, die im Unternehmen ihren Ursprung haben“, be- richtet Fischer. „Dann würden wir natürlich aktiv werden.“ Doch auch heute kann er das Meeting entspannt verlassen. Die in der Hotline angespro- chenen Themen geben unter diesem Aspekt keinen Anlass zur Sorge. Gelegenheit zum Kontakt mit den Mitarbeitern ist auch immer das Mittagessen, das frisch zubereitet angeliefert und vor Ort in einem Auf- enthaltsraum aufgewärmt wird. „Dazu zahlen wir einen Zuschuss, und es wird gut angenommen“, ist die Erfah- rung des Unternehmenschefs. Gmeinder finanziert teilweise auch Fahrradleasing und das Jobticket. Komplett übernom- men werden die Kosten für die Arbeitskleidung. „Diese hat unsere Belegschaft selbst aus- gewählt und sich prompt für die beste, aber auch teuers-
Gehen bei Gmeinder neue Wege beim Mitein- ander (von links): COO Florian Krötz Personalreferentin Alina Münch und CEO Dr. Wolfgang Fischer
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