IHK-Magazin Ausgabe 3/2026

TITELTHEMA | INFRASTRUKTUR

INTERVIEW „Gut für Umwelt und Bürger“ Der Mannheimer Hafen hat wichtige Aufgaben zu erfüllen. IHK-Experte Mario Klein erläutert, was es braucht, damit das gelingt.

Beispiele, vom Schwergutbereich über die Kreislaufwirtschaft bis hin zur Verlagerung von Gütern auf klimafreundliche Verkehrsmittel. Ein Binnenschiff ersetzt rund 150 Lkw, die uns im Straßenverkehr erspart bleiben. Und auch die Schiene, deren Kapazitäten so gut wie erschöpft sind, kann dadurch entlastet werden. Das ist gut für die Umwelt und für die Bürger. Ein weiteres Zukunftsthema ist die Versorgung mit neuen Ener- gieträgern beziehungsweise deren Lagerung. Die Metropolregion ist im Bereich Wasserstoff sehr aktiv – hier kann der Hafen mit seiner vielseiti- gen Anbindung und seinen Flächen ein wichtiger Akteur sein. Was muss die Politik tun? Klein: Schiffe, Lkw und Güterzüge dürfen nicht getrennt betrachtet werden. Die Wasserstraße ist der ein- zige Verkehrsträger, der noch Kapazi- tät hat. Jeder Container, der auf ein Binnenschiff kommt, kann weniger Stau und pünktlichere Züge bedeu- ten. Das muss die Politik verstehen und entsprechend handeln – ob vor Ort im Gemeinderat, in Stuttgart, in Berlin oder Brüssel. Gleichzeitig ent- steht durch den Hafen in Mannheim mehr Verkehr. Dieser Verkehr sorgt aber dafür, dass woanders deutlich

weniger Lkw unterwegs sind und CO2 eingespart wird. Mannheim trägt also „Sonderlasten“ und braucht Unter- stützung bei Erhalt und Ausbau der Infrastruktur. Da ist die Politik auf allen Ebenen gefordert. Wie unterstützt die IHK den Hafen? Klein: Abgesehen von unseren klas- sischen Aufgaben bei der Unterstüt- zung unserer Mitgliedsunternehmen vor Ort ist es unser Anliegen, Rah- menbedingungen und Potenziale für zukünftige Entwicklungen des Hafens zu ermitteln. Gibt es spezielle IHK-Aktivitäten in diesem Jahr? Klein: Ende April werden wir die Ergebnisse unserer Hafenstudie ver- öffentlichen, die wir gemeinsam mit der IHK Pfalz durchgeführt haben, um die Potenziale der Binnenschiff- fahrt und der Häfen in der Region zu ermitteln. Vor dem Hintergrund der Flächenknappheit und teils gegenläu- figer Interessen von Wirtschaft und Stadtentwicklung bringen wir uns auch in den erfolgreich gestarteten „Zukunftsdialog Hafen Mannheim“ ein. Unser Ziel: den Wirtschafts- standort Hafen gemeinsam mit Land, Hafengesellschaft und Stadt weiter- zuentwickeln.

Herr Klein, wie wichtig ist der Mann- heimer Hafen für die Wirtschaft der Region? Mario Klein: Für die Unternehmen der Region ist der Hafen das Tor zur Welt – ohne ihn hätten wir keine Exportquote von 60 Prozent. Viele Betriebe nutzen das trimodale Ange- bot des Hafens mit der Verknüpfung von Wasserweg, Straße und Schiene, das ihnen dabei hilft, sich in Zeiten anfälliger Lieferketten resilienter und dabei nachhaltiger aufzustellen. Das sind einerseits Unternehmen, die direkt im Hafen ihren Sitz haben, dort produzieren, handeln, als Lo- gistiker oder Dienstleister tätig sind. Andererseits sind es auch Unter- nehmen aus der Region, die hier ihre Produkte oder Rohstoffe per Schiff oder Bahn versenden und emp- fangen und sie hier zum Transport auf der letzten Meile umladen oder zwischenlagern. Wo sehen Sie zukünftige Aufgaben des Hafens? Klein: Während der Transport von Massengütern wie Kohle eher rück- läufig ist, gibt es durchaus andere, sehr aussichtsreiche Perspektiven, für die wir aber auf das trimodale Angebot eines Hafens dringend angewiesen sind. Dazu gibt es viele

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