IHK-Magazin Ausgabe 3/2026

Inhalt AUS DEN UNTERNEHMEN

KINOSTAR MOSBACH Leben für das Erlebnis Lichtspieltheater hat Zukunft, auch auf dem Land. Wenn Programm und Ausstattung stimmen.

K ino auf dem flachen Land: Das ist doch bestimmt ein schwieriges Geschäft, bei der Konkurrenz von Netflix und Co.? Nein, ist es nicht. Sagt Mi- chael Rösch, Geschäftsführer der Kinostar Theater GmbH. Zusammen mit seinem Bruder Matthias und zwei Partnern betreibt er Lichtspieltheater in Mosbach-Neckarelz, Bretten, Schwäbisch Hall, Neckarsulm und Heilbronn. „Erst in der Corona-Zeit haben die Menschen bemerkt, was Kino bedeutet und wie sehr es ihnen fehlt“, ist Rösch über- zeugt. „Wir sind soziale Wesen, wir wollen rausgehen und mit anderen zusammen etwas erleben.“ Das Heimkino reiche nicht: „Nach wie vor lieben die Menschen es, Filme in der besonderen Atmosphäre eines abgedunkelten Saals zu sehen“, so der 56-Jährige. Die Zahlen geben ihm Recht: „Wir haben bei Kinostar inzwischen wie- der so viele Besucher wie vor Corona, und mehr.“ Die Um- satzerlöse lagen im Jahr 2024 bei 2,3 Millionen Euro. In Mosbach-Neckarelz sind es vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die ins Kino kommen. Aber der Spaß am Film ziehe sich laut Rösch durch alle Generationen. Zu- dem sei Kinostar offen für

Rösch. Zum Einsatz kommen Laserprojektoren. Alle drei Säle bieten ein 7.1.-Soundsystem, bei dem sich die Zuschauer laut Rösch durch Lautsprecher an allen Seiten des Kinosaales mitten im Film-Geschehen fühlen. Bequem sitzen gehört ebenfalls zum Erlebnis. Noch mehr Beinfreiheit und Kom- fort werden die Ledersessel bieten, die Michael Rösch in den nächsten Wochen statt der hintersten Sitzreihen einbauen lässt. In den anderen Kinostar- Häusern kommt dieses An- gebot bereits bestens an: Die Plätze sind für einen kleinen Aufpreis zu haben und sehr be- gehrt. Für den Service im Haus sorgen neben Theaterleiter Stefan Schäfer rund 20 meist teilzeitbeschäftigte Mitarbei- ter. Insgesamt hat die Kinostar GmbH rund 100 Beschäftigte. Rösch war schon als Jugend- licher leidenschaftlicher Kinofan. Neben Schule und Betriebswirtschaftsstu- dium jobbte er im Kino, bis er schließlich doch sein Hobby zum Beruf machte. 1996 grün- dete er zusammen mit seinem Bruder Dr. Matthias Rösch und Rainer Hagner das Unterneh- men Kinostar, im Januar 1997 eröffneten sie das erste Kino. SB

besondere Filme. Man veran- staltet mit örtlichen Partnern spezielle Reihen, zum Beispiel Frauenfilmwochen.Mittwoch- nachmittags ist Senioren- kino in Kooperation mit dem städtischen Seniorenbeirat, mittwochabends gibt es Filme im Originalton. „Die richtige Mischung macht’s“, so Rösch. Die Pro- grammauswahl trifft er gemein- sam mit Filmdisponent Lars Skoda eher „aus dem Bauch“ heraus als nach bestimmten Kriterien. „Da muss man ein Gespür dafür haben, das kann man nicht lernen“, so Rösch. Independent, Arthouse und Ausgefallenes ist schön, ander- seits müsse es aber auch mas- sentaugliche Streifen geben, die die Kasse füllen. Wobei „mas- sentauglich“ nichts Negatives über die Qualität sage, so Rösch mit Blick beispielsweise auf die viel gelobte deutsche Komö- die „Extrawurst“, die gerade „supergut läuft“. Genau diese Mischung habe Kinostar zum wiederholten Mal die baden- württembergischen Kinopreise für ein herausragendes Jahres- filmprogramm beschert. „Auszeichnungen gibt es nur, wenn auch Ton und Bild stim- men. Wir investieren regelmä- ßig in die Projektionstechnik und die Soundanlage“, betont

Kinostar- Geschäftsführer Michael Rösch war schon als Jugend - licher großer Kinofan.

92 MILLIONEN Kino-Tickets wurden 2025 in Deutschland verkauft QUELLE: FILMFÖRDE- RUNGSANSTALT FFA

kinostar.com

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IHK Magazin Rhein-Neckar 03 | 2026

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