MIBA Miniaturbahnen

MODELLBAHN-PRAXIS

Mit einer Puksäge las- sen sich die Gussteile aus Porcelin oder Den- talgips zusägen.

Die Fenster wurden vom Lasercuthersteller Modellbahnwerkstatt Wuppertal nach Vor- gabe für die in die Jahre gekommenen Fas- saden angefertigt. Bei der Herstellung eines aktuellen Urmodells kann man auch Fenster

Die Gussteile kön- nen auch geteilt und mit anderen Bauteilen kombi- niert werden. Mit kleinen Änderun- gen kann das Er- scheinungsbild ei- ner Fassade ver- wandelt werden.

z.B. von Addie oder Real Modell vorsehen.

Die Abgüsse entstan- den mit eingefärbtem Porcelin in den mitt- lerweile etwa 40 Jahre alten Silikonkaut- schukformen.

Das Fachwerkhaus

Als „Modellbau für Faule“ hat ein Modell- bahner einmal spaßeshalber die Herstel- lung des Fachwerk-Kottens nach westfäli- schem Vorbild bezeichnet. Denn das Modell besteht nur aus zwei Urmodellelementen – eine Langseite und ein Giebeldreieck. Die Langseiten wurden viermal gegossen, aber dann zweimal per Puk-Säge zu Stirnseiten gekürzt. Aus den Resten ergab sich noch der typische Stallanbau. Die Giebeldreiecke wurden zweimal abgegossen und oben auf- gesetzt. Nun fanden sie nach mehr als 40 Jahren eine zusätzliche Verwendung in Kombination mit der Fassade der Bahn- straße 6 (s.o.). Beim Fachwerkhaus sind die Fensterrah- men noch mitangegossen. Das bringt je- doch Schwierigkeiten bei Detaillie-

drücken vom Rand zur Mitte hin wie auch ein Anpressen der Fensterflächen ermöglichen eine beschädigungsfreie He- rausnahme des reproduzierten Fassa- denabgusses (in der Abbildung an einem Fachwerkgiebel demonstriert). Seitlich überschüssiges Material lässt sich leicht abbrechen oder abschleifen. Bearbeitung und Variationen der Gussteile Das Schöne an der Abformtechnik sind die zahlreichen kreativen Möglichkeiten, die sich für den Modellbau ergeben. Ne- ben der Verwendung des Abgusses in sei- ner puren Form lassen sich Veränderun- gen durch Zuschnitt mit der Puk-Säge erzielen. Dazu sollte das Keramikgussteil noch eine Restfeuchte besitzen, sonst wird es zu hart. Verbreiterung oder Erhö- hung der Fassade durch zugeschnittene zweite oder dritte Abgüsse, Ergänzung durch weitere Formen wie z.B. Giebel­ Details wie Fensterrahmen, Türen, Fensterläden würde man heute aus Lasercutteilen individuell anfertigen und damit das Gebäude gestalten.

rung und Bemalung mit sich. Heute erlauben Lasercuther- steller wie Zapf oder die Modellbahnwerkstatt Wuppertal dafür eine realistischere und einfachere Lösung im Modell.

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MIBA-Miniaturbahnen 7/2022 

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