02-2016 D

Guinea Team Conakry ActionVIVRE ProESPOIR ProTIM 2-2-2 ProAGRO

SCHWIERIGES UND ERMUTIGENDES

Labé und Guéckédou. Ich selberwurde imJuli pensioniert und bin in die Schweiz zurückge- kehrt. Die Arbeit konnte ich an drei Guineer – einen Geschäftsführer und zwei Verkäufer – übergeben, die die Buchläden in der zweiten Jahreshälfte alleine weitergeführt haben. Ich werde sie aber weiter- hin ab und zu besuchen, um sie zu ermutigen und zu begleiten. Florence DUBATH, ehemalige Mit- arbeiterin in Conakry AUGENKLINIK BARTIMÉE Die Augenklinik Bartimée hat letz- tes Jahr unter der rein guineischen Führung gut funktioniert – trotz der Ebola-Epidemie und den Präsi- dentschaftswahlen. Mit 1284 gros- sen Operationen und rund 15 000 Erstkonsultationen lief etwas mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Operateure, die eingestellt wurden, um den Chefarzt wäh- rend seiner Abwesenheit aufgrund einer Weiterbildung zu vertreten, haben ihre Arbeit leider nicht zu- friedenstellend erledigt und muss- ten ersetzt werden. Noch ein kleines Highlight vom letzten Jahr: Uns wurde ein Ge- nerator mit 60 Kilovoltampere geschenkt – dadurch ist nun eine stabile Stromversorgung gewähr- leistet und die heiklen Apparate werden geschont.

Seit 2015 wissen endlich mehr Leute, wo Guinea liegt. Der Grund dafür ist aber alles andere als posi- tiv: Die anhaltende Ebola-Epidemie hat das Land immer wieder in die Medien gebracht. Wir sind dankbar, dass Guinea Ende 2015 ebolafrei erklärt wurde, denn die Epidemie hat das Land in vielen Bereichen gelähmt – so waren beispielsweise alle Schulen längere Zeit geschlos- sen! Unsere Mitarbeitenden liessen sich aber davon nicht aufhalten und machten alle weiter … ich habe grossen Respekt vor ihnen. Sie waren auch im letzten Jahr rie- sige Hoffnungsträger! NEUE PERSPEKTIVE FÜR DIE ARBEIT Im Oktober fanden Präsidenten- wahlen statt, die für afrikanische Verhältnisse erstaunlich gut und ru- hig verliefen. So konnte im Dezem- ber das von uns geplante Seminar in Mamou durchgeführt werden, an dem 70 guineische und 15 westli- che transkulturelle Mitarbeitende aus dem ganzen Land teilnahmen. Der Redner, Mitautor des Buches „Ihr sollt ein Segen sein“, forderte dazu heraus, Muslime als Cousins zu sehen und zu bezeichnen, da Abra- ham ja nicht nur der Vater von Isaak, sondern auch von Ismael war, dem „Urvater“ der Muslime. Man sollte zudem darauf achten, dass Musli- me, die Isa (Jesus) nachfolgen, in ihrer Gemeinschaft bleiben und in ihren Häusern die Bibel gemeinsam studieren, anstatt gleich in eine be- stehende Kirche zu gehen. Es gab angeregte Diskussionen und viele neue Perspektiven!

Leider hatte unsere guineische Partnerkirche im letzten Jahr ziem- liche Schwierigkeiten auf oberster Leitungsebene – und wir litten mit, ohne wirklich helfen zu können. Es gab aber auch immer wieder Positi- ves: Da sind beispielsweise vier Pas- toren, die wir unterstützt haben, damit sie im Nachbarland Senegal eine Ausbildung für die Arbeit mit Kindern machen konnten – in ganz Guinea gibt es dafür keine Ausbil- dungsmöglichkeiten, da dieser Bereich stark vernachlässigt wird. Sie sind mit viel Know-how, Leiden- schaft und Elan zurückgekehrt und haben sich gleich engagiert an die Arbeit gemacht. Was für eine Ermu- tigung! LITERATURARBEIT AEMEG Im letzten Jahr konnten wir in unseren Bücherläden insgesamt 13 132 Artikel verkaufen. Beson- ders beliebt waren dabei Bibeln – sie haben fast die Hälfte aller verkauften Artikel ausgemacht! Ebenfalls sehr häufig wurden Ka- lender mit Bibelversen oder Bibel- lesehilfen gekauft. Daneben haben wir noch viele weitere Bücher so- wie CDs und DVDs im Sortiment. Von unserem Lager in Conakry aus werden die Artikel dabei ins ganze Land verteilt – nach N’Zérékoré, Kissidougou, Macenta, Kankan, Jürg PFISTER, Leiter der SAM und Länderverantwortlicher Guinea

Claire-Lise WIHER, Gründerin der Augenklinik Bartimée

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