IHK-Magazin Ausgabe 5/2026

STANDORT

kündigungen werden dort beispielsweise im Format „Schwetzinger Lieblinge“ Händler und Gastronomen porträtiert. „Wir ma- chen die Menschen hinter den Produkten sichtbar“, beschreibt Engert das Konzept. Die Beiträge sollen Aufmerksamkeit für die Betriebe und gleichzeitig die Identifikation mit der Innenstadt stärken. Auch Kissner war bereits Teil des Formats. „Das war der meistgeklickte Beitrag auf unserer eigenen Instagram-Seite“, berichtet er. Für Kissner liegt die Stärke der Maßnahme nicht nur in der Werbung für einzelne Geschäfte. „Das Format macht die Stadt jung, präsent und professionell.“ Und erreicht Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist genau das ein entschei- dender Faktor für die Zukunft der Innen- stadt. „Wir möchten ein modernes Bild nach außen vermitteln und neue Zielgruppen erreichen“, sagt Lea Michelberger. Die Men- schen hinter den Geschäften sichtbar zu machen, schaffe Identifikation und stärke die emotionale Bindung an den Standort. Parallel setzt Schwetzingen auf Veranstal- tungen als Frequenzbringer. Der Spargel- samstag, der Französische Markt, der Schwetzinger Herbst oder die Kunstpro- menade ziehen regelmäßig Besucher in die Innenstadt. Die Kunstpromenade entstand aus einer Idee von Mitgliedern des Stadt- marketings und wurde als neues Format am ersten Adventswochenende etabliert. Für Engert liegt die Stärke solcher Veran- staltungen vor allem in der Verbindung von Handel, Gastronomie und Tourismus. Die zahlreichen Gäste, die wegen des Schlos- ses oder kultureller Veranstaltungen nach Schwetzingen kommen, sorgen auch für Frequenz in den Einkaufsstraßen. Selbst Carsten Kissner, dessen Schmuckatelier nicht unmittelbar von den großen Besu- cherströmen profitiert, beteiligt sich regel- mäßig: „Prinzipiell ist das für viele Kollegen sicherlich ein guter Umsatzbringer. Es liegt an meinem Gewerk, dass ich an solchen Ta- gen weniger profitiere als andere.“ Trotzdem sei es wichtig bei solchen Veranstaltungen ein einheitliches Bild abzugeben. Die Betei- ligten in Schwetzingen sind sich einig, dass eine erfolgreiche Innenstadtentwicklung viele Bausteine benötigt: Veranstaltungen, Aufenthaltsqualität, Digitalisierung und die Zusammenarbeit zwischen Handel, Tourismus, Stadtmarketing und Verwaltung greifen ineinander. „Die Stadt ist auf einem wirklich guten Weg,“ resümiert Carsten Kissner. MB

PASSANTENBEFRAGUNG

So geht die IHK vor

 Diese Maßnahme ist einer von vielen Bausteinen der IHK-In- nenstadtberatung.  Sie erfasst Bewertungen zu Innenstadtaspekten und Wün - sche von Bürgern und Besu- chern direkt vor Ort.  Ziel ist es, belastbare Daten für Kommunen und Innenstadt - betriebe zu erheben, um daraus Maßnahmen für die Ortskerne ableiten zu können.  Um ein genaues Bild der Meinungen, Besucherstruktur und des Besuchsverhaltens zu bekommen, werden typischer - weise folgende Fragen gestellt: 1. Besuchsgrund: Aus welchen Gründen kommen Sie in die Innenstadt (etwa Einkaufen, Gastronomie, Arbeit, Behörden - gang)? Frequenz & Anreise: Wie oft besuchen Sie die Stadt und welches Verkehrsmittel nutzen Sie? Wie viele Orte suchen Sie pro Besuch auf? 2.

4. Einzelbewertungen: Einzelne Innenstadt-Aspek - te wie Ambiente/ Flair, Einzelhandelangebot, Schaufens - tergestaltung, Erreichbarkeit, Parkplatzangebot, Märkte und Events sowie Gastronomie werden bewertet.

Wünsche: Was vermissen Sie hinsichtlich des Innenstadtangebots? Vermarktung: Wie informie - ren Sie sich über Angebote in der Innenstadt? Alternativen: Welche Orte suchen Sie alternativ auf und warum?

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 Die Ergebnisse vor Ort werden oft durch Online-Befragungen ergänzt, um möglichst viele Bürger zu erreichen und ein Stärken-Schwächen-Profil zu erstellen.  In einigen Städten wie zum Bei - spiel Schwetzingen wurden die Befragungen nach Umsetzung bestimmter Maßnahmen zu - sätzlich wiederholt.

Attraktivität: Welche Note würden Sie der Innenstadt geben?

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ihk.de/rhein-neckar/ innenstadtberatung

IHK-NETZWERK INNENSTADT & WIRTSCHAFT

Von Pop-up-Stores bis Frequenzmessung

Beim IHK-Netzwerktreffen „Innenstadt & Wirtschaft“ am 13. Oktober in Schwetzingen stehen zahlreiche Ansätze für attraktive und zukunftsfä - hige Innenstädte im Mittelpunkt. Best-Practice-Beispiele aus Mann - heim, Leimen und Weinheim werden präsentiert, ein Rundgang durch die Schwetzinger Innenstadt findet statt und es besteht die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Unternehmern und Vertretern von Kom - munen und Gewerbevereinen. ihk.de/rhein-neckar/netzwerk-innenstadt

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IHK Magazin Rhein-Neckar 05 | 2026

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