IHK-Magazin Ausgabe 5/2026

IAnUhSaDltEN UNTERNEHMEN

TEEINSEL „Das wird meins“

Drei Teeläden übernehmen – in einer Zeit, in der Onlinehandel boomt? Roberta Biasuz Fagherazzi und ihr Mann Patrick sind diesen Weg gegangen.

E s duftet leicht blumig, ein Hauch von Vanille liegt in der Luft. Während zwei Frauen Rooibos-Tee trinken, gießt die TeeInsel-Mitarbeiterin einem weiteren Kunden seinen Kräuter-Ingwer-Tee zum Mit- nehmen auf und ein intensiver zitroniger Geruch entfaltet sich. Dann beim Blick in die Tasse von Inhaberin Roberta Biasuz Fagherazzi die Überraschung. Der Tee, den sie gerade trinkt, ist weder rot noch grünlich, sondern violett. „Die Ube-Wur-

zelknolle sorgt für die Färbung. Ein aktueller Trend unter Tee- liebhabern“, klärt die Expertin auf. Die gebürtige Brasilianerin und ausgebildete Tee-Somme- lière kennt sich mit Neuheiten dieser Art aus. Vor kurzem hat sie im TeeInsel-Laden im Mannheimer Hauptbahnhof Matcha Tee-Tasting eingeführt. Der Laden im Untergeschoss des Bahnhofs ist der dritte, den Roberta Biasuz Fagherazzi und ihr Mann Patrick Kenserski übernommen haben. 2021 startete ihre Unternehmerreise mit der TeeInsel in Mannheim- Feudenheim, zwei Jahre später kam der Standort in Schwet- zingen hinzu. Ausgangspunkt war eine Anzeige im IHK-Ma- gazin – gesucht wurde ein Nachfolger für das Geschäft in Feudenheim. „Und ich habe dich gleich gefragt: Ist das nicht was für dich?“, so Patrick Kenserski zu seiner Ehefrau. Und das war es: Als die Beiden den Laden am darauffolgenden Wochenende als Kunden be- suchten, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, sagte Roberta Biasuz Fagherazzi danach nur drei Wörter. „Das wird meins.“ Acht Wochen spä- ter, nach Unterstützung durch IHK und Senioren der Wirt- schaft, war es dann so weit. Roberta Biasuz Fagherazzi war bereits in ihrem Geburtsland im Teegeschäft tätig, arbeitete dann in Deutschland jedoch im Personalwesen. Durch die Übernahme entbrannte ihre Leidenschaft für Tee nun auch wieder beruflich.

Bei Ehemann Patrick dauerte es etwas länger. Der gelernte Elektrotechniker hatte zwar immer von der Selbstständig- keit geträumt, stieg jedoch erst mal als E-Commerce-Manager ins TeeInsel-Geschäft ein, um seine Frau nach der Geburt des zweiten Kindes zu unterstüt- zen. „Ich habe damals maximal Pfefferminz-Tee getrunken“, gibt Patrick Kenserski mit einem verschmitzten Lächeln zu. Sein Lieblingstee heute? Kabusecha, ein japanischer grüner Halbschattentee, wäh- rend seine Ehefrau Gyokuro – ebenfalls aus Japan, ebenfalls grün, jedoch aufgezogen im Vollschatten – bevorzugt. „Wir wollen unsere Liebe und Leidenschaft mit unserem Kun- den teilen. Sie sollen Tee bei uns erleben“, fasst Patrick Kenserski das Geschäftsmodell zusam- men. Die TeeInsel im Mannhei- mer Hauptbahnhof bietet daher Sitzplätze für Teeproben vor Ort – auf Wunsch mit Beratung. Ergänzt wird das Angebot durch Süßwaren, Zubehör für die heimische Teezeremonie, einen Onlineshop sowie buchbare Verkostungen für Privatperso- nen und Unternehmen. Geplant sind zudem offene Tee-Tas- tings in Schwetzingen an jedem ersten Samstag im Monat. Bei allen Ideen steht für das Ehepaar zunächst die Weiter- entwicklung ihrer drei Läden im Fokus. „Ganz nach dem Motto: abwarten und Tee trinken“, sagt Patrick Kenserski. Ru

Roberta Biasuz Fagherazzi und ihr Mann Patrick Kenserski betrei- ben drei TeeInseln und beschäftigen acht Mitarbeiter.

teeinsel.com

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IHK Magazin Rhein-Neckar 05 | 2026

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