IHK-Magazin Ausgabe 5/2026

HÄNSSLER KUNSTSTOFF- UND DICHTUNGSTECHNIK Vom Lieferant zum Partner Die Mannheimer sorgen in der Formel 1 und am Himmel für Sicherheit.

W er mit Sebastian Hänssler spricht, merkt schnell: Hier will keiner jammern. Zwar spürt auch Hänssler Kunststoff- und Dichtungstechnik den Druck – aufgrund steigender Kosten und wirtschaftlichen Un- sicherheiten. Doch statt sich davon ausbremsen zu lassen, geht der Unternehmer in die Offensive. „Wir wollten nicht warten, sondern bewusst handeln“, sagt der 46-jährige Maschinenbauingenieur, der das von seinem Vater Andreas gegründete Unternehmen heute in zweiter Generation führt. 2010 stieg Sebastian Hänssler in den Mannhei- mer Familienbetrieb ein, der Dichtungen und Kunst- stoffteile fertigt. Schritt für Schritt übernahm er mehr Verantwortung, seit 2020 ist er alleiniger Geschäftsfüh- rer der GmbH. Der Gründer kommt weiterhin regelmäßig ins Büro, wenn auch nicht mehr in operativer Verant- wortung. „Wir stimmen uns immer noch in vielen Dingen ab. Der Rat meines Vaters ist mir wichtig“, so Hänssler. In diesem Jahr feiert der Mannheimer Betrieb sein 40-jähriges Bestehen. Eben- falls 2026 erhielt das Unter- nehmen das Innovationssiegel Top 100. „Diese Auszeichnung passt gut zu dem Kurs, den

mehr Zeit für das bleibt, was wirklich zählt: Kundenkon- takt, Entwicklung und die Facharbeit in der Produk- tion. Die Zahlen geben ihm Recht: Seit zwei Jahren wächst das Unternehmen wieder, 2025 betrug der Um- satz 8,5 Millionen Euro. Wichtig ist Hänssler bei aller Prozessoptimierung auch die Haltung gegenüber seinen Beschäftigten. Produziert wird in Mannheim bewusst ohne Nachtschicht. Statt- dessen setze man auf flexible Automatisierung, die Ma- schinen auch über den Feier- abend hinaus arbeiten lässt, aber ohne zusätzliche Be- lastung für die Belegschaft. Schichtarbeit passe für ihn weder zum Anspruch an ein familienfreundliches Unter- nehmen, noch zu einem gesunden Arbeitsalltag, sagt der Geschäftsführer. Vielleicht ist es genau diese Mischung das richtige Re- zept in Zeiten wie diesen: Technologische Offenheit, unternehmerischer Mut und ein klarer Blick für die Menschen. Oder, wie Hänssler es selbst formu- liert: „Es gibt viele Heraus- forderungen. Aber es gibt eben auch viele Chancen – wenn man bereit ist, sich zu verändern.“ JR

wir eingeschlagen haben“, be- tont Hänssler. So wurde 2023 die höchste Investitionssum- me der Firmengeschichte in neue Technologien gesteckt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf neuen Fertigungsverfah- ren wie dem großformatigen 3D-Druck. Das Ziel dabei: neue Märkte erschließen. Wurden in den Anfangsjahren vor allem klas- sische Dichtringe, Hydraulik- und Pneumatik-Komponenten verkauft, werden jetzt unter anderem auch Kunden aus Hightech-Bereichen wie der Formel 1 oder der Luftfahrt mit Produkten made in Mann- heim versorgt. Das Team um Andreas Hänssler versteht sich dabei nicht als Zulieferer, sondern als Entwicklungspartner. „Wir wollen früh in Projekte eingebunden sein und ge- meinsam mit dem Kunden Lösungen erarbeiten“, so der Unternehmer. Mit einem eigens gegründeten Digital- Innovation-Team arbeitet Hänssler daran, Prozesse mit Robotik und künstlicher Intelligenz effizienter zu machen. „Unser Ziel ist nicht, Men- schen zu ersetzen, sondern sie zu entlasten“, betont Hänssler. Wiederkehrende Büro- und Prüfprozesse sol- len schneller laufen, damit

Andreas Hänssler in der Produktion. Hergestellt werden unter anderem Kunststoffteile mit speziellen Brand - schutz.

ZAHLEN UND FAKTEN

1986 Gegründet 65 Mitarbeiter 8,5 Millionen Euro Umsatz

dicht.de

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IHK Magazin Rhein-Neckar 05 | 2026

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