IHK-Magazin Ausgabe 5/2026

TIPPS

PSYCHOLOGISCHE BERATUNG Wenn nichts mehr geht Seelisch belastete Mitarbeiter stellen für Unternehmen eine Herausforderung dar. Wie Betriebe unterstützen können.

UNTER- NEHMENS- FÜHRUNG

psychischer Erkrankungen und wird in unterschiedlichen Formen angeboten: Neben der Beratung vor Ort sind auch Telefonberatung oder On- line-Beratung stark verbreitet. Bei internen Angeboten zu festen Sprechzeiten auf dem Betriebsgelände sind die Be- ratenden in der Regel bei den Unternehmen fest angestellt oder freiberuflich tätig. Durch ihre Nähe zum Unternehmen haben die Beratenden oft Kenntnisse von den Besonder- heiten des Unternehmens und seiner Kultur. Externe Dienst- leistungen haben den Vorteil vollständiger Anonymität und Erreichbarkeit rund um die Uhr.

eingeschränkt. Seine Freunde, Arbeitskollegen und Schicht- leiter wissen Bescheid und versuchen, auf seine Probleme Rücksicht zu nehmen. Mehr- fach hat Yannick S. versucht, einen Therapieplatz zu be- kommen, wegen der langen Wartezeiten aber frustriert aufgegeben. Heike K. und Yannick S. (echte Personen, Namen anonymi- siert) sind nur zwei von zahl- reichen Beschäftigten, die sich in ihrem Unternehmen profes- sionelle Unterstützung gesucht haben – Stichwort Psychologi- sche Mitarbeiterberatung. Dies ist ein niedrigschwelli- ges Angebot zur Prävention

H eike K. ist 32 Jahre alt und Teamleiterin in der Buchhaltung. Seit sechs Jahren ist sie verheiratet und hat seit länger als einem Jahr Eheprobleme. Seitdem leidet sie unter Schlafstörungen und Appetitmangel und verlässt ihre Wohnung fast nur noch, wenn sie zur Arbeitsstelle fährt. Ihren Kollegen und Vor- gesetzten hat sie von den Pro- blemen bisher nichts erzählt. Denn Heike K. will vermeiden, dass dies ein schlechtes Licht auf ihre Leistungsfähigkeit werfen könnte. Yannick S. ist 23 Jahre alt und Mitarbeiter in der Pro- duktion. Seine Panikattacken sind erstmals nach einem Beinahe-Unfall vor sechs Monaten aufgetreten. Seitdem ist sein Aktionsradius stark

Voller Sorgen: Private Probleme können Auswirkun- gen auf die Arbeit haben.

UNTERNEHMENSSICHERHEIT

Neue Tipps für mehr Resilienz Die Initiative Wirtschaftsschutz des Bundesinnenministerium hat ihren „DIN SPEC“ zur Unternehmenssicherheit vorgestellt: Eine sogenannte DIN SPEC (Specification) ist ein anerkannter Standard, der im Vergleich zu einer klassischen DIN-Norm deut - lich schneller und in kleineren Gruppen erarbeitet wird. Die DIN SPEC 14027 „Corporate Security – Anforderungen zur Stärkung physischer Resilienz von Organisationen“ enthält Hinweise zur Stärkung der physischen Resilienz und legt Anforderungen an die baulichen, technischen, personellen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Schadensereignissen fest. Die Norm richtet sich bewusst an alle Unternehmen. Eine DIN SPEC (Specification) ist ein anerkannter Standard, der im Vergleich zu einer klassischen DIN-Norm deutlich schneller und in kleineren Gruppen (Konsortien) erarbeitet wird. Sie dient dazu, neue Technologien, Produkte oder Dienstleistungen ohne offizielle Norm schnell und unkompliziert zu standardisieren. ihk.de/rhein-neckar/krisenfall-vorbereitung

FAQ zu Psychi- schen Störungen:  ihk.de/rhein- neckar/ mitarbeiter beratung

56

IHK Magazin Rhein-Neckar 05 | 2026

ihk.de/rhein-neckar

Made with FlippingBook Learn more on our blog