Motion Control: Von Kraft zu präziser Bewegung

AUS DER PRAXIS

Unterstützung, die sich jedem Schritt anpasst Das Rehabilitations-Exoskelett BEAR-H erkennt, wie aktiv Patient:innen beim Gangtraining mitarbeiten, und passt seine Unterstützung an. Möglich machen dies elastische Gelenkantriebe, eine Kombination verschiedener Sensoren und Motion-Control-Technologie.

Text Fiona Zhang

tegrierte Drehmomentsensoren messen zugleich, wie stark sich die Patientin oder der Patient aktiv an der Bewegung beteiligt. Das System ergänzt nur die noch benötigte Kraft: Je aktiver die Be­ wegung, desto geringer die Unterstüt­ zung durch das Exoskelett. Bewegungsabsicht erkennen Um die Bewegungsabsicht zu erfassen, kombiniert das BEAR-H verschiedene Sensordaten. Drucksensoren unter den Füssen erkennen die einzelnen Phasen des Gangzyklus. Encoder und Inertial­ sensoren erfassen Position und Bewe­ gung der Beine. Zusammen mit den Drehmomentmessungen in den Gelenk­ antrieben ermöglichen diese Signale dem Steuerungssystem, einen eingelei­ teten Schritt zu erkennen und das unter­ stützende Drehmoment in Echtzeit an­ zupassen. Für Schlaganfallpatienten mit halbseitiger Lähmung steht zudem ein spezieller Trainingsmodus zur Verfü­ gung, bei dem die Eigenaktivität den nächsten Schritt auslöst. Im Antriebssystem kommen maxon Motoren der Baureihen DCX 35 L und RE 40 zum Einsatz. Für die Regelung der Motoren sorgen EPOS4 Module 50/15 von maxon. Über die präzise Stromregelung lässt sich das Motordreh­ moment dynamisch steuern. So kann das System schnell und kontrolliert auf die Bewegungen der Patientinnen und Pa­ tienten reagieren. Mit elastischen Gelenkantrieben, in­ tegrierter Sensorik und adaptiver Bewe­ gungssteuerung unterstützt BEAR-H in­ tensives Gangtraining und fördert die aktive Mitarbeit der Patient:innen.

Für Menschen, die sich nach einem Schlaganfall, Rückenmarksverletzun­ gen oder nach orthopädischen Eingrif­ fen erholen, kann es ein langer Weg sein, das Gehen neu zu erlernen. Ein regel­ mässiges, wiederholbares Gangtraining spielt dabei eine wichtige Rolle. Die kon­ ventionelle Therapie ist jedoch stark von der Erfahrung und der körperlichen Leistung der Therapeuten abhängig. Ro­ botische Rehabilitationssysteme können diese Arbeit ergänzen, indem sie Bewe­ gungsabläufe reproduzierbar unterstüt­ zen und die Hilfe individuell dosieren. Das chinesische Unternehmen Mile­ Bot Robotics mit Sitz in Shenzhen ent­ wickelt robotische Systeme für die Re­ habilitation. Zum Portfolio gehören verschiedene Exoskelette und Gang­ assistenzsysteme für Erwachsene und Kinder. Mit der BEAR-H-Serie konzen­ triert sich MileBot auf das Training von Menschen mit eingeschränkter Bewe­ gungsfähigkeit der unteren Extremitäten. Kraft kontrolliert übertragen Im Zentrum des Systems stehen selbst entwickelte Series Elastic Actuators, kurz SEA mit maxon Technologie. Anders als starre Antriebe besitzen sie ein elasti­ sches Element zwischen Motor und Ge­ lenk. Dadurch können sie Kräfte abfe­ dern, anstatt diese unmittelbar auf den Körper zu übertragen. Das ist insbesondere bei Schlagan­ fallpatienten relevant, bei denen die Muskelspannung plötzlich ansteigen oder eine Spastik auftreten kann. In sol­ chen Situationen verformt sich die elas­ tische Struktur reversibel und reduziert die auf das Gelenk wirkende Kraft. In­

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maxon insights # 1

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