IHK-Magazin Ausgabe 6/2026

TIPPS

INDIEN „Klare Strategie und starke Partner“

INTER­ NATIONAL

Wie Moritz Göttfert von Göttfert Werkstoff-Prüfmaschinen mit dem Besuch einer Fachmesse sein Indiengeschäft ausbaute.

und Herstellerkompetenz ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Zudem war es uns besonders wich- tig, unsere Inhalte auf die spezifischen Anforde- rungen des indischen Marktes auszurichten. Wie haben Sie die Zeit in Neu-Dehli auf der Plastindia erlebt? Göttfert: Die Messe war für mich sehr intensiv und äußerst positiv. Die Besucherstruktur ist breit gefächert und reicht von Entscheidungsträ- gern bis hin zu technisch sehr versierten Fach- besuchern. Wir konnten eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Kontakte knüpfen und auch erste konkrete Projektanfragen mitnehmen. Ihr Fazit? Göttfert: Die eigentliche Arbeit ist mit der Messe nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Beziehungen müssen aktiv gepflegt werden, Vertrauen entsteht bei den indischen Kunden über Kontinuität. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner verfolgen wir diese Kontakte strukturiert weiter, um sie in konkrete Projekte zu überführen. Auffällig ist in Indien zudem die stärkere Beziehungsorientierung: Gespräche sind oft persönlicher, und es wird viel Wert auf den direkten Austausch gelegt. Gleichzeitig ergeben sich interessante Geschäftsanbahnungen, die oft nicht sofort konkret werden, aber ein großes Potenzial für die Weiterentwicklung bieten.

Herr Göttfert, wieso ist Indien ein attraktiver Markt?

Das Unternehmen von Moritz Göttfert stellt rheologische Prüfgeräte her.

Moritz Göttfert: Aus meiner Sicht bietet Indien aktuell ein sehr positives wirtschaftliches Um- feld. Von einer Krise ist hier wenig zu spüren. Im Gegenteil: Es wird investiert, Projekte werden vorangetrieben und Unternehmen passen sich dynamisch an die sich wandelnden globalen Rahmenbedingungen an. Was raten Sie deutschen Firmen, die auf einer Messe im südasiatischen Land ausstellen möchten? Göttfert: Nutzen Sie diese Dynamik, aber gehen Sie den Markt mit einer klaren Strategie und einem starken lokalen Partner an. Verständnis für kulturelle Unterschiede, Geduld im Bezie- hungsaufbau und eine langfristige Perspektive sind entscheidend. Wer diese Faktoren berück- sichtigt, findet in Indien einen äußerst attrakti- ven Wachstumsmarkt. Weshalb hat Ihr Unternehmen, gemeinsam mit Ihrem Vertriebspartner vor Ort, an der Plastindia- Messe teilgenommen? Göttfert: Der indische Markt ist für uns nach wie vor ein Wachstumsmarkt. Insbesondere aufgrund der aktuell starken Investitionstätigkeit in Schlüs- selindustrien wie der Petrochemie, wo zahlreiche neue Anlagen entstehen und bestehende Anlagen und Laboratorien der Prozess- und Qualitätskont- rolle von Kunststoffen modernisiert werden. Göttfert: Unsere Geschäftsphilosophie sieht vor, dass unsere lokalen Partner die Verantwortung für Messeauftritte übernehmen. In der Praxis bedeutet das eine klare Arbeitsteilung: Unser Partner übernimmt Organisation, Kundenan- sprache und lokale Kommunikation, während wir insbesondere bei technischen Gesprächen und Produktpräsentationen unterstützen. Wir verfü- gen in Indien über eine sehr gefestigte und lang- jährige Partnerschaft, sowohl im Vertrieb als auch im Service. Diese Kombination aus lokaler Stärke Wie haben Sie sich auf die Veranstaltung vorbereitet?

35 MILLIARDEN US-DOLLAR Wert der zwi- schen Indien

und Deutschland 2025 gehandelten Waren QUELLE: GTA

Mit der IHK nach Indien: Vier Veranstaltungs-Tipps

1. Export von Waren: 8. Oktober, Webinar 2. Besteuerung von Dienstleis- tungen: 8. Oktober, Webinar

4. Firmengründung in Indien: 26. November, Webinar ANSPRECHPARTNERIN Gabriele Borchard 0621 1709-131 gabriele.borchard@rhein- neckar.ihk24.de

3. BIS-Zertifizierung: 15. Oktober, Webinar

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IHK Magazin Rhein-Neckar 06 | 2026

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