IHK-Magazin Ausgabe 6/2026

TIPPS

NACHFOLGE „Dann ist es zu spät“

UNTER- NEHMENS- FÜHRUNG

In vielen Betriebe steht zeitnah die Übergabe an. Das verläuft nicht immer glatt, wie die IHK-Experten Christian Schwöbel und Constanze Dräger-Maier erklären.

Welche Aspekte sind hier wichtig? Constanze Dräger-Maier: Die Inhaberin oder der Inhaber sollte sich fragen, wie das eigene Unternehmen aufgestellt ist: Ist das Geschäfts- modell zukunftsfähig? Wo liegen die Stärken und Schwächen? Wie sieht die Mitarbeiterstruk- tur aus? Ein Unternehmen, indem beispielswei- se in absehbarer Zeit altersbedingt Mitarbeiter in Rente gehen und dadurch neue Angestellte benötigt werden, kann angesichts des Fachkräf- temangels ein Problem bekommen, diese Stellen zu besetzen. Dies kann einen Nachfolgeprozess erschweren und muss rechtzeitig organisiert werden. Was ist in so einer Situation angebracht? Dräger-Maier: Eine Einschätzung neutraler Dritter, etwa durch Steuer- und Unternehmens- berater, kann hilfreich sein, um zu einem ehr- lichen Ergebnis zu kommen. Und dann weiß die Unternehmerin und der Unternehmer auch, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um den Betrieb für einen Käufer attraktiv zu machen. Welche Rolle spielt der Kaufpreis? Dräger-Maier: Er ist für beide Seite sehr wichtig; sowohl für den Verkäufer als auch den Käufer. Wichtig ist, einen realistischen Wert zu ermit- teln, um nicht mit überzogenen Vorstellungen nach einem Nachfolger zu suchen und dann keinen zu finden, weil der Preis zu hoch ist. Kennen Sie auch andere Fälle? Dräger-Maier: Ja, der Preis ist zunächst zu niedrig angesetzt. Das Problem dabei: Es schwer, diesen in laufenden Verhandlungen nachträg- lich zu erhöhen. Preis und Wert eines Unter- nehmens sind außerdem nicht das Gleiche. Den Wert kann man mit bewährten Methoden mathematisch berechnen. Ob dieser Wert am Markt erzielt werden kann, steht auf einem an- deren Blatt. Das ist dann nämlich der Preis, und der hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Nachfrage. Während der Inhaber auch die Arbeit und das Herzblut sieht, die er über viele Jahre in seinen Betrieb gesteckt hat und natürlich bezahlt haben möchte, sind für den potenziellen Übernehmer andere Kennzah-

Wer sorgfältig prüft, übergibt erfolgreicher.

Herr Schwöbel, was raten Sie Unternehmer- innen und Unternehmern? Christian Schwöbel: Dass sie sich rechtzeitig um die Nachfolge ihres Betriebes Gedanken machen. Im besten Fall, wenn sie Anfang, Mitte 50 sind. So früh? Schwöbel: So ein Übergabeprozess dauert in der Regel mehrere Jahre. Es kann alles glatt über die Bühne gehen. Es kann aber auch mehrere Jahre dauern, weil beispielsweise Interessenten plötzlich abspringen oder ein unvorhersehbares Ereignis dazwischenkommt. Was ist der erste Schritt? Schwöbel: Ich empfehle Unternehmern, sich zunächst über das Thema ausreichend zu informieren, unser kostenfreies Beratungsan- gebot wahrzunehmen, und anschließend eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation vor- zunehmen.

Sie brauchen Hilfe beim Nach- folgeprozess? ihk.de/rhein- neckar/ nachfolge

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IHK Magazin Rhein-Neckar 06 | 2026

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