klopfte schwer von der Flasche Wein, die ich mir noch gegen Mitternacht reingezogen hatte. Leichten Sinnes dachte ich bei mir: „Man gönnt sich ja sonst nichts!“
Julia Gerlach, DPG/German Psychoanalytic Society Der Morgen startete mit heftigem Regen und trotzdem war die Stimmung der Gruppe gut. Heute war der Tag, auf den sich alle seit langem vorbereitet hatten. Es hatte aufgeklart und die Sonne war dabei die letzten Regentropfen zu trocknen, als sich alle auf der Terrasse versammelt hatten. Die beiden Gruppenleiter standen zusammen, während die anderen sich um sie herum verteilten. „Ja, jetzt sind wir tatsächlich fast am Ende und wir haben überlegt, welches Setting wir für den Abschied wählen könnten“, machte Günther den Anfang. „Wir machen das so, dass ihr euch über das Gelände verteilt“, fuhr Ursel fort. „Sucht euch einen Platz, an dem ihr euch wohl fühlt und richtet euch dort ein. Wenn ihr soweit seid, dann dürft ihr euch besuchen und verabschieden oder wartet auf Besuch. -Sie schaute sich kurz um und nickte Günter zu. „Wir machen auch mit.“ Spannung kam auf, manche murrten, andere strebten schon zielstrebig auseinander. Ich spürte, es würde warm werden, vielleicht wäre Schatten im Laufe des Tages gut. Und dann sollte das Plätzchen gut geschützt sein. Ich hatte eine Idee. Hoffentlich hatte noch niemand den lauschigen Flecken Zwischen Hecke und Obstwiese entdeckt. Ich bückte mich, nahm meinen Rucksack mit einer Flasche Wasser und ein paar Äpfeln auf. Es freute mich, daran gedacht zu haben, eine Decke einzupacken. Dann zog ich freudig los und sah schon bald ein paar andere Gruppenmitglieder, die ihren Platz einrichteten. Nachdem ich durch die Lücke in der Hecke geschlüpft war, sah ich gleich, dass mein anvisierter Platz noch frei war. Hier war das Gras kurz, die Hecke dicht, aber daneben wuchs die Wiese hemmungslos in den sommerlichen Himmel. Ich breitete die Decke aus und legte mich drauf, um eine Weile in den inzwischen fast blauen Himmel zu schauen und vor mich hin zu träumen. Ein paar weiße Wölkchen waren noch unterwegs. Die Luft war frisch wie reingewaschen. Es könnte ein schöner Tag werden. Gerade hatte ich beschlossen, ein Nickerchen zu machen und die Augen zu schließen, da hörte ich es rascheln. Zu meiner Überraschung sah ich Günther, der sich durch die Hecke zwängte und zu mir herrüberschaute. So schnell, dachte ich und: Der hat mich gesucht, ahnte ich. Ich weiß nicht warum, aber irgendwas alarmierte mich. In wenigen Augenblicken war er bei mir.
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