haben… mich vielleicht nicht mehr mögen… mich nie wieder sehen wollen. Was soll ich nur tun?
Julia Gerlach, DPG/German Psychoanalytic Society Zuerst dachte ich, es sei alles ein Missverständnis. Aber dann war es tatsächlich so, dass alle Teilnehmenden rausmussten. Packt eure Sachen, aber schnell, hatte der Kursleiter gesagt und ich hatte meine Tache geschnappt und hastig Schreibzeug, Heft und die Brille reingeschmissen. Die halbgelehrte Wasserflasche hatte ich in der Eile zurückgelassen, was mir besonders leid tat, denn sie war ein Erinnerungsstück aus den letzten Ferien auf Fanø. Der Alarm schallte ungebremst durch das weitläufige Gebäude und wir rannten hastig die vielen Stufen hinunter und raus ins Freie. Der Himmel hatte sich seit dem Mittag zugezogen und dunkle Gewitterwolke brauten sich über der Stadt zusammen. Das Grollen des Gewitters war mehr zu spüren als zu hören, denn der Alarm war auch draußen ohrenbetäubend laut. Erste Blitze zuckten über den schwarzen Horizont und wir flüchteten vor dem beginnenden Platzregen unter die Bäume, die uns in der Mittagspause noch Schatten gespendet hatten. Eine Diskussion, wohin wir weiter flüchten könnten, entspannte sich, als ein ohrenbetäubend lauter Knall uns alle verstummen ließ. Ungläubig starrten wir auf das ehemals helle Gebäude, aus dem plötzlich Flammen und schwarzer Rauch emporstieg. Mir klingelten die Ohren und ich konnte kaum verstehen, was die Kollegin neben mir schrie. Ich sah nur wie sich ihre Lippen scheinbar lautlos bewegten. Wir waren in einem Albtraum gelandet, so schnell, rücksichtslos und ohne Vorbereitung, dass eine Lähmung den Fluchtimpuls stoppte. Ich versuchte mich zu bewegen und hörte Laute aus meinem Mund ohne zu verstehen. Die Zeit schien stillzustehen. Panik packte mich und ich versuchte verzweifelt, mich zu bewegen. Da wachte ich auf. Schweißgebadet und in meine Decke verwickelt, so dass ich mich zunächst nicht rühren konnte. Mühsam befreite ich mich aus der Umklammerung, so dass ich die Decke von mir strampeln konnte. Was war das denn? Was für ein Traum und wo kam der plötzlich her? Keine Ahnung. Eine Weile blieb ich so liegen und starrte in die Dunkelheit des Raumes, die langsam der ersten Dämmerung des neuen Tages wich. Ich knipste die Nachttischlampe an und schnappte mein Heft, um den Traum aufzuschreiben.
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