A uniformed man is sitting in the cubicle, gloomily scrutinising me, everything here is wrong, I´ll never get through. My tongue is dry as dust, my heart is racing, finally I´m through, I walk to baggage claim like through water, save me, you who are waiting for me outside. A stranger greets me, you´re angry because you´ve had to wait so long, you say. I can´t speak, I can´t defend myself, I need a drink. I stop you again because I have to buy a bottle of water. I walk backwards beside you, follow you to the taxis. You´re sitting next to the driver, I´m alone in the back, something´s not right, not even the direction we´re going in, I know this city. Where are we going, I say, my voice sounds rough. You have to stay with my mum, you say. Alle kamen schnell herbeigeeilt. Der alte Mann war umgekippt, einfach so vom Stuhl heruntergefallen. Ich hatte auch heute an einem Tischchen gegenüber von seinem gesessen, in diesem Café, in dem ich vor der Nachmittagshitze Zuflucht gefunden hatte. Gestern war er auch dagewesen, immer wieder hatte ich den Blick abwenden müssen, weil es mich so ekelte, ihm beim Kuchen essen zuzusehen, dann wieder musste ich fasziniert doch hinsehen, so lange, bis der Ekel es wieder unmöglich machte. Auch heute hatte er wieder zwei Eclairs mit viel Sahne und kandiertem Orangenabrieb bestellt, dazu zwei Kaffee und zwei Bestecke bekommen. Er hatte neben mir an der Kasse gestanden, nachdem ich schon bezahlt und auf meinen Cappuccino gewartet hatte. Das Personal schien ihn zu kennen. Ich habe ihn dann beobachtet von meinem Platz aus, neugierig, ob sich eine weitere Person zu ihm gesellen würde. Er begann, die Eclairs und Bestecke sorgfältig zu arrangieren, für eine offensichtlich eingespielte Reihenfolge, in der er ein Kuchenstück nach dem anderen verspeist, sehr langsam, mit Messer und Gabel zerteilend, einschiebend, kauend, eine Serviette im Hemdkragen, nach und nach das halbe Gesicht sich mit Sahne und Teig verschmierend, lächelnd hingegeben an seinen kleinen Exzess. Ich habe mich auch heute geschämt, ihm zusehen zu müssen, Zeugin zu sein bei seiner Lust, kurz davor, an einen anderen Tisch zu gehen.
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