AUS DER ROMANDIE
Sich tatkräftig für den Frieden einsetzen
Auch in christlichen Gemeinschaften wird manchmal sichtbar, dass aus Frieden Un friede werden kann – manchmal schlei chend, fast unbemerkt. Es beginnt dort, wo Menschen Entscheidungen treffen, die nicht mehr aus Liebe, Vertrauen oder Demut her aus entstehen. Stolz, Verletzungen, Unver söhnlichkeit oder fehlende Kommunikation können Beziehungen belasten. Äusserlich wirkt vieles stabil, doch innerlich wächst Unruhe. Frieden ist eben kein Zustand, der sich von selbst erhält. Er braucht Pflege, Auf merksamkeit und die Bereitschaft, sich von Gott prüfen zu lassen. Der Psalmist bringt dieses Ringen ehrlich vor Gott: «Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.» (Psalm 139, 23–24) Dieser Vers zeigt: Frieden beginnt im Her zen – und er bleibt nur, wenn wir uns immer wieder neu Gott öffnen. Der Glaube ist nicht nur ein einmaliges Erlebnis, sondern ein Weg, der bewusst gegangen wird. Der Friede, den Gott schenkt, ist kraftvoll, aber er bleibt lebendig, wenn wir in seiner Gegenwart bleiben, uns korrigieren lassen und Schritte der Versöhnung wagen. Schritte zurück zum Frieden Wie solche Schritte aussehen können, durf ten wir in Guinea erleben. Über längere Zeit waren Spannungen und Missverständnisse innerhalb unserer Partnerkirche gewachsen. Gräben hatten sich vertieft, Vertrauen ist zerbrochen. Vieles schien festgefahren.
Doch Gott hat etwas Neues entstehen lassen. Menschen setzten sich wieder an einen Tisch, hörten einander zu, sprachen Dinge aus und baten um Vergebung. Unser Mitar beiter Ousmane durfte diesen Prozess be gleiten und erlebte, wie Schritt für Schritt wieder Vertrauen wuchs. Dass sich innerhalb der grössten evangeli schen Kirche Guineas ein Weg der Versöh nung öffnete, hat weit über die Gemeinde hinaus Wirkung. Es zeigt: Frieden ist ein Geschenk Gottes – und zugleich braucht es unsere aktive Mitarbeit. Wo Menschen be reit sind, sich prüfen zu lassen, Verantwor tung zu übernehmen und Schritte aufei nander zuzugehen, kann Frieden neu entstehen.
Alexandre Weiss, Bereichsleiter SAM global France und Pastor einer Kirche in Delle (FR)
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SAM FOCUS 2 | 2026
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