IHK-Global Business Ausgabe 4/2026

EUROPA

FINNLAND Vertiefung der Wasserstoff- kooperation vereinbart

Gemeinsame Wasserstoffstrategie: Deutschland und Finnland wollen Infra- struktur, Investitionen und industrielle Kooperationen stärken.

um die nationalen Wasserstoffmärkte und Investitionen in Wertschöpfungsketten in beiden Ländern zu ermög‑ lichen. Hierzu wollen beide Länder die aktive Zusammen‑ arbeit in EU-Schlüsselprogrammen vorantreiben, die auf eine ausgewogene Entwicklung wichtiger Infrastrukturen und Wasserstoffzentren („hydrogen valleys“) abzielen. Übertragungsnetzbetreiber und Projektentwickler sollen bei der Umsetzung der PCI-Pipeline-Projekte im Ostsee‑ raum unterstützt und die Umsetzung ermöglicht werden. Die Partner wollen sich zudem beim Aufbau grenzüber‑ schreitender Wasserstoffpipelinenetze im Ostseeraum enger abstimmen und Anrainer wie Estland, Lettland, Litauen und Polen einbeziehen. Finnland zählt auch wegen seines preisgünstigen Stroms aus erneuerbaren Quellen zu den wettbewerbsfähigsten Produktionsstandorten für sauberen Wasserstoff in der EU. Bis 2030 will das Land einen Anteil von etwa zehn Prozent der EU-weiten Wasserstoffproduktion stellen. So könnte Finnland für Deutschland zum wichtigen Wasserstoffliefe‑ ranten im Ostseeraum avancieren. Deutschen Lösungsanbietern bietet die Entwicklung Chancen als Technologielieferant. „Deutsche und finnische Unternehmen arbeiten seit mehreren Jah‑ ren gemeinsam an Wasserstoffprojekten. Finnische Pilotprojekte nutzen viele deutsche Technologien, darüber hinaus laufen in Finnland bereits mehrere Ent‑ wicklungsprojekte deutscher Unternehmen“, sagt der Geschäftsführer der AHK Finnland Dr. Jan Feller. Er erwartet, dass die Erklärung Investitionsentscheidungen beschleunigt. AHK/GTAI/IHK

Deutschland und Finnland wollen den Ausbau von Wasserstoffinfrastruktur und Technologien wie Elektrolyseuren vorantreiben und günstige Investitionsbe‑ dingungen schaffen, um gemeinsame Wasserstoff-Wert‑ schöpfungsketten aufzubauen. Eine Arbeitsgruppe soll industrielle Kooperationen fördern. Akteure beider Länder, darunter Übertragungsnetzbetreiber, Regulierungsbehör‑ den, Geldgeber und potenzielle Wasserstoffabnehmer sowie Produzenten sollen zusammengebracht werden. Das haben Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, und Sari Multala, finnische Ministerin für Klima und Umwelt, am 18. Februar 2026 in einer Absichts‑ erklärung vereinbart. Die Voraussetzungen seien günstig, um „einen effizienten Energiemarkt für saubere Energie und verwandte Ener‑ gieprodukte im Ostseeraum“ innerhalb des europäischen Binnenmarktes zu schaffen, so die Präambel. Finnland habe großes Potenzial für die Produktion erneuerbarer Energien, und Deutschland habe Speicherkapazität. Konkret sollen „wettbewerbsfähige Investitionsbedingun‑ gen für die Produktion erneuerbarer oder anderer saube‑ rer Energien für die Wasserstoffproduktion sowie für die Herstellung von Wasserstoffderivaten wie synthetischem Methan, Ammoniak und anderen Chemikalien und zugehö‑ rigen Technologien“ geschaffen werden. Auch Industrie und andere Energiesektoren, die erneuerbare oder andere saubere Energien nutzen, werden demnach entsprechend den nationalen Präferenzen und dem Energiemix gefördert. Beide Länder möchten einen Wasserstoffmarkt im Ostseeraum und entsprechende Infrastruktur aufbauen,

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IHK Global Business 04/2026

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