AUS DER IHK
Sorgenkind Neckar-Odenwald-Kreis Entwicklung der Ausbildungsverträge im IHK-Bezirk Rhein-Neckar nach Regionen (Vergleich zu 2025 in Prozent). Stichtag: 31. August
demografischen Wandels. Auf der anderen Seite führt die mehrjährige wirtschaftliche Stagnation dazu, dass Unternehmen Kapazitäten verlagern oder abbauen und im gleichen Um- fang auch ihre Personal- und damit Ausbildungskapazitäten nach unten anpassen. Zudem verliert der Ausbil- dungsmarkt durch Betriebsschließun- gen Ausbildungsbetriebe. Darauf gibt die IHK-Ausbildungs- umfrage aus dem Mai 2026 Antwort: 47 Prozent der Ausbildungsbetriebe gaben an, nicht alle angebotenen Aus- bildungsplätze besetzen zu können. Das ist lediglich ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Als Haupt- grund (67 Prozent) wird angeführt, dass es keine geeigneten Bewerbun- gen gibt. Von gar keinen Bewerbun- gen berichten 23 Prozent. 92 Prozent der Befragten stellen Mängel bei den Schulabgängern fest (+8 PP). Als größte Mängel werden Belastbarkeit (56 Pro- zent), mentale Leistungsfähigkeit (45 Prozent) und Disziplin (42 Pro- zent) genannt. „Die aktuelle PISA-Stu- die ist Spiegelbild dieses Befundes unserer Mitgliedsunternehmen“, so IHK-Präsident Schnabel mit Blick auf die niedrigsten Werte bei Naturwis- senschaften, Lesen und Mathematik Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Passungsprobleme“? seit Start der ersten PISA-Studie im Jahr 2000. „Unser Land hat ein massives Bildungsproblem. Besonders problematisch aus Sicht der Wirt- schaft sind die fehlenden Basiskompe- tenzen. Ohne sie ist eine Ausbildung kaum möglich“, mahnt Schnabel. Wie reagieren die Unternehmen auf Mängeln von Bewerbern? Kreativ. So gibt mehr als ein Drittel in der Umfrage an, ein eigenes Nach- hilfeangebot im Unternehmen zu organisieren. Mehr als jedes zehnte Unternehmen setzt auf ehrenamtliche Mentoren oder Paten. „Dieses Enga- gement ist vorbildlich. Besser wäre es indes, wenn Schulabgänger die nötige Berufs- und Ausbildungsreife mit- bringen würden. Ausbildungsbetriebe sollten keine Reparaturwerkstätten für ein defizitäres Bildungssystem sein müssen“, kritisiert IHK-Präsident Manfred Schnabel.
IHK-Bezirk
Mannheim
Heidelberg Rhein-Neckar-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis
0 -2 -4 -6 -8
-4
-6
-8 -8 -7
-7
-10 -12 -14 -16 -18
-9
-10
-11
-11
Gesamt kaufmännisch gewerbl.-techn.
-12
-12
-14
-14
-17
Alle Branchen unter Druck Anzahl Neueintragungen zum 31. August
3.990
3.770 3.697 3.692
3.771
4.000
3.624
3.472
3.393
3.253 3.257
3.124
3.000
2.648
2.411 2.317 2.282
2.413
2.282 2.282
2.130 2.157
2.010
2.007
2.000
1.342 1.359 1.380 1.410
1.236 1.358 1.342
1.246 1.127
1.190 1.114
1.000
Gesamt
kaufm.
gewerbl.-techn.
0
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Weniger kaufmännische Azubis Anzahl Neueintragungen bei den kaufmännischen Berufen im Jahresverlauf. Stichtag 2026: 31. August; bis 2025: jeweils zum 30. September
Kaufmännische Berufe Groß- und Einzelhandel
August 2026
Entwicklung zum Vorjahr in %
658 568 273 159 152 108
-13 -17
Sonstige Berufe Hotel, Gaststätten
-7
Industrie Banken
-15
+1 -8 +3
Verkehrs- und Transportgewerbe
Versicherung
64 10
Kaufmännische Sonderberufe
0
Gesamt
2010
-11,9
QUELLE: IHK RHEIN-NECKAR
27
IHK Magazin Rhein-Neckar 07 | 2026
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