AUS DER IHK
KONJUNKTUR Deutsche Wirtschaft im Wettbewerb mit China
Die Konkurrenz durch chinesische Anbieter wird für deutsche Unternehmen zunehmend zur Herausforderung. Das zeigt eine neue DIHK-Umfrage.
beziehung zu China eine Rolle dafür, wie stark der Wettbe- werb spürbar ist: Von den Unternehmen mit Investitio- nen oder eigenen Standorten in China nehmen 88 Prozent Konkurrenzdruck wahr, gefolgt von Betrieben mit Exportge- schäft nach China (86 Prozent) beziehungsweise mit Import- geschäft aus China (82 Pro- zent). Unter den Betrieben ohne direkte Geschäftsbezie- hungen mit der Volksrepublik spüren immerhin 38 Prozent die wachsende Konkurrenz chinesischer Wettbewerber. Um sich zu wappnen, ergreifen die Unternehmen Maßnahmen zur Stärkung der eigenen Wett- bewerbsfähigkeit: 60 Pro- zent setzen auf Produkt- innovation, 50 Prozent auf Kostensenkung. 39 Prozent suchen verstärkt nach neuen Absatzmärkten. 31 Prozent der Unternehmen kooperieren mit chinesischen Partnern; bei Betrieben, die Waren und Vor- leistungen aus China beziehen, sind es sogar 49 Prozent. 19 Pro- zent der deutschen Unter- nehmen planen aufgrund der wachsenden chinesischen Konkurrenz eine Verlagerung ihrer Investitionen, unter den bereits vor Ort engagierten Be- trieben sind es mit 38 Pro- zent doppelt so viele. Ein Rückzug aus ihrem bisherigen Geschäftsfeld kommt dagegen nur für zwölf Prozent der Be- triebe infrage.
Die Mehrheit der Unterneh- men wünscht sich europäi- sche Handlungsfähigkeit im Umgang mit der wachsenden Konkurrenz aus China und eine Strategie, die Europa resilienter macht: 67 Prozent der Befragten sprechen sich für ein gemeinsames außen- wirtschaftliches Auftreten der EU aus. 60 Prozent geben an, die EU sollte strategische Abhängigkeiten reduzieren, 49 Prozent wünschen sich mehr Schutz der kritischen Infrastruktur. Restriktivere handelspoliti- sche Instrumente erhalten demgegenüber weniger Zustimmung: Insgesamt be- fürworten nur 36 Prozent der Unternehmen einen stärker begrenzten Zugang zum EU-Binnenmarkt – unter den Betrieben, die Druck auf dem Binnenmarkt spüren, spre- chen sich allerdings 42 Pro- zent für eine stärkere Ab- schottung aus. 31 Prozent der Befragten wünschen sich einen stärker marktbe- stimmten Renminbi-Wechsel- kurs, ebenso viele stärkere Handelsschutzmaßnahmen. Zugleich befürworten 25 Pro- zent den Abbau gegenseitiger Handels- und Investitionshür- den, 18 Prozent erleichterte Innovationspartnerschaften. Sieben Prozent lehnen aus Sorge vor Gegenmaßnahmen zusätzliche Markteingriffe ab.
C hinesische Hersteller haben technologisch und qualitativ erheblich auf- geholt und konkurrieren mit deutschen Unternehmen längst nicht mehr nur über den Preis. Laut DIHK-Sonderumfrage aus dem Spätsommer registrieren branchenübergreifend zwei Drittel der Betriebe wachsende Konkurrenz aus China; in der Industrie sind es sogar 83 Pro- zent, im Handel 73 Prozent. Industrieunternehmen stehen dabei vor allem im EU-Binnen- markt unter Druck, Handelsbe- triebe insbesondere im Inland. Neben der Branche spielt auch die Art der Geschäfts-
Stopp: Kommt ein härterer China-Kurs der EU?
67% DER UNTERNEHMEN fordern laut DIHK- Umfrage, dass die EU geschlossen gegenüber China auftritt.
QUELLE: DIHK
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IHK Magazin Rhein-Neckar 07 | 2026
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